Ein erster Kritikpunkt an den Infos aus der PK zum Auffinden der Überreste von TG
Zunächst einmal möchte ich noch kurz auf den Begriff Verschwörung eingehen, ein Begriff, der seit langem genauso gerne als Totschlagargument eingesetzt wird wie etwa der Begriff Antisemit.
Eine Verschwörung ist die heimliche Absprache von zwei oder mehr Personen, um sich selber auf illegalem Wege Vorteile zu verschaffen oder anderen zu schaden. Eine Verschwörung hat das Gegenteil von Gemeinwohl zum Ziel.
Verschwörungen sind demnach auch in unserer Bundesrepublik tagtäglich gang und gebe, wenn man allein nur an die vielen Bauskandale denkt (Neue Heimat, BER, Elphilharmonie, Berliner Bankenskandal etc.).
Eine solche Verschwörung kann z.B. auch den Polizei- und oder den Justizapparat betreffen.
Hier sind ein paar Beispiele aufgelistet:
http://www.justizskandale.de/ (Harry Wörz, Gustl Mollath, Horst Arnold etc.).
Dann gibt es auch noch die Affäre um die zu guten Steuerfahnder in Hessen, die sich von einem Tag auf den anderen als psychisch gestört beschuldigen lassen mussten.
Gerade bei Kapitalverbrechen scheint die Polizei immer wieder mal Probleme mit ordnungsgemäßer Ermittlungsarbeit zu haben - mal ganz abgesehen von dem Umstand dass alle diese Personen einen besonderen Personenschutzstatus hatten:
Siegfried Buback, Hans-Martin Schleyer, Detlev Karsten Rohwedder, Alfred Herrhausen, Karl Heinz Beckurts etc.
Im Fall der verschwundenen Tanja Gräff stösst man relativ schnell ebenfalls auf Ungereimtheiten bei der polizeilichen Ermittlung. Diese Erkenntnis gibt es nicht nur bei der Mutter von Tanja G., sondern auch bei ihrem Anwalt, Herrn Böhm, einem ehemaligen Leiter eines Trierer Kriminalkommissariats, Herrn Günter Deschunty, sowie einer Gruppe von Trierer Bürgern wie aus einem Beitrag in einem Esoterikforum zu entnehmen ist:
Dornenvogel, 08.12.2014, 09:51, #43
Wir, eine Gruppe Bürger aus Trier, können diese Vorwürfe nur bestätigen, die Ermittler haben sich in einer sehr überheblichen Art und Weise abgeschottet anstatt mit den Bürgern zusammen zu arbeiten.
In dem Ort des damaligen involvierten Freundes wurde nie ermittelt, die Familie von dem hat sofort mit Rechtsstreit gedroht. Am Morgen des Verschwindens von Tanja ist in dem Ort des letzten Freundes ein Müllcontainer in Brand geraten, das wurde nie in Verbindung mit Tanja gebracht, sind da ihre Sachen verbrannt? etc.
http://www.esoterikforum.de/threads/1089311-vermisstenfall-tanja-graeff/page6
Diese Kritik hat u.a. mit dem merkwürdigen Umstand zu tun, dass die Leiche von Tanja G. anscheinend wochen- oder monatelang, während des Verwesungsprozesses in einem Baum oder am Boden ganz in der Nähe (ca. 8 Meter laut Focus) eines Mehrfamilienhauses mit 22 Wohnungen lag, ohne dass dies jemandem auffiel - weder durch Geruchsbelästigung noch durch ein zufälliges Entdecken der Überreste. Wie kann das sein?
Eine Möglichkeit wäre z.B. dass der Leichnam von Tanja G. oder sie in halb betäubtem Zustand erst einige Tage später nach ihrem Verschwinden die Steilwand heruntergeworfen wurde. Aber eine solche Möglichkeit wurde anscheinend von der Polizei nie in Erwägung gezogen, zumindestens gab es dazu kein Wort der Verantwortlichen bei der PK.
Es gab anscheinend sehr wohl bei mindestens einem Bewohner des Hauses die Wahrnehmung ziemlich übler Gerüche. In den letzten viereinhalb Tag konnte ich, obwohl ich sehr vieles zu diesem Fall gelesen habe, nicht herausfinden was genau für ein Geruch dies war und wann dieser auftrat.
Anja Heinz
Ich habe von einem Wohnungsbesitzer dort gehört der wegen des unerträglichen Gestanks seine Eigentumswohnung verkauft hat. Dies ist mehrmals den Behörden gemeldet worden. Es kam sogar jemand vorbei aber gefunden wurde nichts.Alles "Einbildung " der Bewohner.
26. Mai [2015] um 11:08
https://de-de.facebook.com/findet.tanjagraeff/posts/1003330953020000?comment_id=1003513...
Dazu ein Zitat des Ermittlungsleiters Christian Soulier aus der PK ( https://www.youtube.com/watch?v=ICTwQJnhxuY , bei 1h27min06) zur Situation am Auffindeort:
"Wir haben bei den..., gerade bei den Absturzversuchen, festgestellt, dass wir 'ne ganz starke Thermik haben, nach oben gehend. Die Felsen erhitzen sich in der Sonne und wir haben aufsteigende Winde. Hunde reagieren auf Wind, auf Geruch. Wenn sie gerade zu den Zeiten - es war Sommerzeit als Tanja Gräff verschwunden ist, es war etwa wie das Wetter vor kurzem, wo es so heiß war. Ähm wenn Sie da mit den Hunden unterwegs sind, die Winde gehen nach oben, hat ein Hund keine Chance etwas zu riechen."
Der Ermittlungsleiter Christian Soulier schließt also aus, dass man im Haus etwas hätte riechen können, weil die Thermik, d.h. die Luftbewegungen, ausgelöst durch die erwärmten Felsen des Steilhangs über dem Haus, keine Verwesungsgerüche bis zum Haus hätten tragen können.
Jetzt gibt es aber z.B. das sogenannte Land-See-Windsystem, was auch ein sogenanntes orographisches Windsystem, d.h. ein durch geologische Bedingungen oder Geländeformen bedingtes Windsystem ist. Dieses Land-See-Windsystem existiert jeweils an Küsten, wo große Wasserflächen auf große Landflächen, optimalerweise nur mit wenig Vegetation, treffen. Im Laufe eines Tages bzw. einer Nacht ergibt sich da, infolge unterschiedlich starker Sonneneinstrahlung bzw. unterschiedlicher Wärmekapazität von Wasser und Boden, ein Wechsel zwischen auf- und ablandigem Wind.
So etwas ähnliches kann es bei der Steilwand hinter dem Haus Bonner Straße 74, dem Mehrfamilienhaus, auch geben, dass es also einen Wechsel zwischen aufwärts- und abwärtsströmenden Luftmassen gibt.
Hierzu Thermografieaufnahmen einer Steilwand (im unteren Teil des Artikels):
Zeitreihen und Thermografie
Panorama einer natürlichen Steilwand um 13.00 Uhr
http://www.thermografie.de/zeitser.htm
Man sieht da, dass die Steilwand vermutlich nach Süden ausgerichtet ist, weil um 13:00 die höchsten Temperaturen auftreten und nicht etwa um 9:00, 10:00 oder um 16:00.
Wie man bei Google-Maps erkennen kann ist die Steilwand hinter dem Haus jedoch etwa nach Südosten ausgerichtet. Am 7.6.2007 ging die Sonne um 05:27 auf und um 21:38 wieder unter, bis zum 21. Juni (Sonnenhöchststand) war der Tag insgesamt nur noch um ca. 9 Minuten kürzer.
Dabei muss man beachten, dass die Sonne in Trier um etwa 07:30 MESZ etwa im Osten steht (entspricht 06:00 Sonnenzeit mit etwa einer halben Stunde Verlängerung aufgrund der Festlegung des Längengrades von Görlitz als Bezugspunkt für die europäische Festlandszeit) und um etwa 19:30 im Westen - man denke an eine normale Uhr mit Zifferblatt (Osten = 3, Süden = 6, Westen = 9).
D.h. die Steilwand wird etwa ab 16:30 MESZ (15:00 Sonnenzeit) im Schatten liegen. Ab diesem Zeitpunkt, vermutlich auch schon etwas vorher, weil die Sonne da nur noch schräg auf die Steilwand auftritt, beginnt die Steilwand sich abzukühlen. Dies dauert an einem 7. Juni bis etwa 06:00 MESZ weil in der ersten halben Stunde nach Sonnenaufgang die Sonnenstrahlen einen sehr langen Weg durch die Erdatmosphäre zurücklegen müssen und dabei entsprechend abgeschwächt werden, so dass bis dahin keine nennenswerte Strahlungsenergie auf die Steilwand trifft.
D.h. selbst an einem 7. Juni und auch an den darauffolgenden Tagen hat die Steilwand etwa 13,5 Stunden Zeit sich abzukühlen. Die entsprechende (Strahlungs)Formel dazu lautet:
M (flächenspezifische Strahlungsleistung) = Sigma (Stefan-Boltzmann-Konstante) * Tâ´ (T in Kelvin), d.h. die Abstrahlungsleistung eines Körpers ist proportional zur vierten Potenz der Temperatur des Körpers. Dabei muss man natürlich in einer natürlichen Umgebung berücksichtigen, dass von anderen Körpern, die auch kühler sein können, ebenfalls (Wärme)Strahlung abgestrahlt wird.
D.h. man müsste für die genaue Ermittlung der Netto-Strahlungsleistung einiges an Berechnung durchführen. Bei 13,5 Stunden kann einiges an Wärme verloren gehen.
Am einfachsten wäre wahrscheinlich an einem geeigneten Platz ein Anemometer aufzustellen und über einen oder mehrere Tage im Sommer die Windgeschwindigkeiten einen oder zwei Meter über dem Boden zu messen. Das Problem ist allerdings, dass jetzt die Laub-, Blatt- und auch Biomasse am Fuße der Steilwand aufgrund der umfänglichen Rodungsarbeiten einiges geringer sein könnten als zum Zeitpunkt des Verschwindens von Tanja G.
In einem Laubwald mit vollem Laub ist es im Sommer einiges kühler als auf einer Wiese oder gar einem Hartplatz, dafür ist es dann in der Nacht irgendwann wärmer, weil das Laubdach wie eine Art Treibhaus vor einer allzu starken Abstrahlung der Wärme in den Weltraum schützt.
Die Steilwand könnte irgendwann am frühen Morgen kälter als z.B. die unter ihr liegenden Bäume, Büsche oder Wiesen sein und sich so eine Luftzirkulation einstellen, die an der Wand entlang nach unten fließt und an den Bäumen, Büschen oder Wiesen wieder nach oben steigt.
Am östlichen Ende von Freiburg, am Ende des Dreisam-Tales gelegen, kann man im Sommer oft den sogenannten Höllentäler genießen, der kalte Luft von den hochgelegenen Schwarzwald-Bergen der Umgebung von Freiburg bringt.
Dies alles müssten aber die Kriminalbeamten der Kriminalpolizei Trier wissen, weil es rings um Trier jede Menge Steilwände gibt und es sicher schon einige Vermissten- und Todesfälle in der Nähe der Steilwände in den letzten Jahrzehnten gegeben haben.
Zu diesem Thema der Windverhältnisse im Zusammenspiel mit Tag-Nacht-Rythmus und örtlichen Gegebenheiten wurde aber bei der Pressekonferenz kein Wort gesagt.