Infrarot-Spurensuche mit Waermebildkameras von Opfern oder Taetern, dead or alive ...

CrisisMaven ⌂, Donnerstag, 09.07.2015, 18:59 (vor 3899 Tagen) @ Kostan8267 Views

wie sehen die Blätter nachts aus?

Gruen [[freude]] ... (oder schwarz, je nach Katze).

Im Ernst: Infrarotaufnahmen sehen, anders als Terahertz-Kameras, die erst seit wenigen Jahren technisch ausgereift sind, ebenso wie Lichtbildkameras der normalen (physiologischen) Wellenlaengen, nicht ohne weiteres "durch etwas durch". Vgl. auch "Introduction to Infrared Photography", oder "Infrared (IR) photography - popular myths"

Dass der Bundesgrenzschutz dennoch ueber den Grenzen Streife mit Waermebildkameras fliegt, hat damit zu tun, dass Fluechtende oder Ver(w)irrte sich ja auch durch Lichtungen und zwischen Baeumen bewegen.

Als ich mal ueber eine gruene Grenze ging, bin ich statt dessen jedesmal, wenn ich Hubschraubergeraeusch hoerte, am Baum-Stamm regungslos stehengeblieben.

Gekommen ist keiner ... Und ich war noch lebendig.

Das Problem hier ist, dass man in der Kriminalistik nicht Verdacht mit vorgefundenen Spurenbefunden (oder deren Abwesenheit) vermischen darf. Man muss das eine vom andern sauber trennen.

"IR is not Xray, Hollywood be damned" - Infrarot ist kein Roentgenverfahren.

Abgesehen davon, dass eine Leiche schnell an Waerme verliert und ... sich dann unterschiedslos der Umgebungstemperatur angleicht, weiss jeder, der sich mit Thermographie befasst hat, wie hoch die Temperaturunterschiede an sich schon in der Natur sind.

Der Waermebild-Ingenieur in der Energiespar-Thermographie "ist immer uebermuedet und hat eine Erkaeltung" lautet ein Branchen-Spruch. Warum? Weil er/sie nachts arbeitet, denn tagsueber sorgt Sonneneinstrahlung fuer unterschiedliche Erwaermungen von aussen und ... das geschieht vorzugsweise in der kalten Jahreszeit bzw. waehrend kalter Naechte, sonst gibt es gar keinen Kontrast. Man "sieht" also ... nix.

Bilder auch hier: "How to Hide from ... Thermal Imaging" - "How To Block IR Infrared Thermal Imaging"

Also: ein Felsen, und hier ging es um rote Felsen, die sehr stark Sonnenwaerme aufnehmen (vgl. die Kletterfelsen in der Pfalz) sind schon mal unguenstige Voraussetzungen, auch nachts, um mit Infrarotkameras etwas, das sich nicht bewegt, zu entdecken. Schon Minuten nach dem Tod kann es zudem sein, dass die Temperaturdifferenz, wenn es ueberhaupt eine gab zu dem Zeitpunkt, nicht mehr ausreicht, um einen Bildauswerter stutzig werden zu lassen.

Wie dem auch sei, das mit den Leichenspuerhunden ist dennoch seltsam, denn erstens riechen die eine Leiche nicht nur, wenn sie, anders als Spurenhunde, am Boden schnueffeln, sondern i.d.R. loesen sich aus einer Leiche aufgrund Muskelerschlaffung auch Fluessigkeiten etc. Hat eine normal gekleidete Leiche keine Windeln an und war nicht unmittelbar davor auf der Toilette, stehen die Chancen eigentlich gut, dass auch was heruntertropft. Von daher: das mit der IR-Photographie taugt zwar nicht, Zweifel zu wecken, aber angesichts der restlichen Ungereimtheiten taugt es auch nicht, welche zu zerstreuen.

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Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
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