Das gibt es in D auch!

Olivia, Sonntag, 05.07.2015, 12:43 (vor 3851 Tagen) @ Gaby5129 Views
bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 05.07.2015, 12:50

Als drittes: Kurz vorher gab es hier eine Aktion seitens der Sozialversicherungsträger, die wirklich heftig war. Viele Arbeitgeber schulden der IKA (also der AOK) Sozialbeiträge. Das ist nichts Neues. Die Lohnnebenkosten sind in GR sogar noch höher als in Deutschland, viele können sich das eben nicht mehr leisten. Aber ok, anderes Thema. Also: Wer auch immer der IKA Geld schuldete ... der fand ab dem 15.6 eine komplette Kontensperrung vor. Die IKA hatte einen Runderlass an alle Bankgen geschickt - wer schuldete, kam an das Geld, was auf dem Konto war, nicht mehr dran. Das betraf übrigens nicht nur die Geschäftskonten, sondern auch sämtliche Privatkonten - und dies bei allen Banken. Das läuft über die persönliche Steuernummer: Zack und Zu.

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Das habe ich in D auch einmal persönlich erlebt - offensichtlich aber viele Freiberufler und Selbständige, wie mir meine Bank sagte - Bei mir war auf unerklärliche Weise ein Schreiben meines Wirtschaftsprüfers an das Finanzamt "verloren" gegangen (wichtige Sachen TRAGE ich jetzt hin). Daraufhin kam ich an KEIN Konto mehr heran! Ich kam mir vor, wie ein Krimineller.
Es dauerte zwei Tage bis ich mithilfe des Wirtschaftsprüfers und eines Anwaltes wieder an meine Konten kam.
Ich habe mich unglaublich geschämt und versucht, das der Bank zu erklären. Die sagten mir aber nur: "Sie sind nicht die Einzige, der so etwas passiert".
An einer einzigen Filiale!

Im vergangenen Jahr eine ähnliche Sache: Viele Eigentümer-Unternehmen machen in "guten" Zeiten Pensionsrückstellungen für die Geschäftsführer-Gesellschafter. Eine ziemlich heikle Sache, weil die Finanzämter dort erheblich genauer hinschauen, als bei größeren Firmen. Es muß alles so ablaufen, wie bei einem "fremden Dritten". Leider verkalkulieren sich etliche Geschäftsführer, wenn das Geschäft gut läuft. Sie setzen diese Pensionsrückstellungen zu hoch an, denn sie bedeuten zunächst freie Liquidität im Unternehmen. Diese Rückstellungen dann "aufzulösen" ist eine hochkomplizierte Sache und erfordert sofortige Steuernachzahlungen (obwohl das Geld meist in den dinglichen Aktiva) steckt. Bei Schieflage der Firma sind natürlich entsprechende Korrekturen erforderlich.... und eine soforte Nachzahlungspflicht.
In eine solche Situation bin ich im vergangenen Jahr ebenfalls geraten. Es stellte sich heraus, dass die Firma, die meine Rentenrückstellungen jährlich berechnete (eine Tochter der AX....) und mein Wirtschaftsprüfer..... sich vor einigen Jahren schlicht und ergreifend "verrechnet" und die Rückstellungen zu hoch angesetzt hatten. Ich bestand darauf, das umgehend zu korrigieren, da sich daraus weitere Rückstellungsverpflichtungen ergaben, die nicht mehr händelbar waren. Haftbar: ICH! Schließlich hatte ich unterschrieben.... die Tatsache, dass ich mich zwar über die Jahre bereits ziemlich in das Thema eingearbeitet und viel gefragt hatte und TROTZDEM die konkreten Berechnungen einfach nicht VERSTAND, zählten nicht.... Haftbar war ich und eine entsprechend hohe Steuerschuld stand auch umgehend vor der Tür. Alles SEHR überraschend und innerhalb kürzester Zeit zu erledigen. Ich ging also zur Bank, erklärte den Sachverhalt (die Firma war ja nicht pleite, sondern nur nicht in diesem Ausmaße liquide). Antwort: "Für SOLCHE ZAHLUNGEN gibt es keinerlei Kredite! Wir haben es häufiger mit diesem Thema zu tun!" - Irgend etwas murmelte er dann von Melde..... - Ich kam mir wieder vor, wie.... Okay, ich habe dann dingliche "Aktiva" aufgelöst und sofort gezahlt!

Stehen "stille Reserven" nicht zur Verfügung (die Bilanz-Aktiva bestehen oft auch nur aus Luft-Buchungen)hat man ganz schnell den Konkursverwalter auf dem Hals..... so vermute ich zumindest mal.....

Steuern und Sozialabgaben.......... Wer das nicht zahlen kann........ ohhhh jehhh!!!!
Wer die Sozialabgaben nicht zahlt, der steht außerdem mit einem Fuß im Gefängnis......na ja, dann bald auch mit zweien.

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