Hesse-Friedensmission!
Am allerbesten kann man die Bereitschaft der Alliierten, den Krieg (natürlich) auszufechten, weil man Deutschland nun endlich wieder einmal da hatte, wo man es haben wollte, an dieser Mission festmachen. vgl.: Gerd Schultze-Rhonhof: "Der Krieg der viele Väter hatte", S. 569 ff.
Von Ribbentrop schickte Dr. Fritz Hesse aus der deutschen Botschaft in London am 02. September 1939 (um 23:00 Uhr) zu Sir Horace Wilson, der einer der engsten Mitarbeiter des Premierministers war und zuvor schon im Auftrag Chamberlains Geheimgespräche über eine grundsätzliche deutsch-britische Verständigung geführt hatte. (wenngleich die von deutscher Seite wohl ernster gemeint waren als von der britischen)
Hesse hatte Polen folgendes Angebot zu unterbreiten, das von Großbritannien vermittelt werden sollte.
Deutschland verlangte Danzig und die ewig im Gespräch befindlichen exterritorialen Verkehrsverbindungen nach Ostpreußen. Dafür war man bereit, den Rückzug der deutschen Truppen zu befehlen und eine vollständige Entschädigung der entstandenen Kriegsschäden an Polen zu leisten.
Wilson lehnte eine Vermittlung strikt ab. Hitler habe den Krieg begonnen und die britische Regierung sie entschlossen, diesen Krieg auszufechten.
Nochmal zum Mitschreiben! Es ging lediglich um eine zweispurige Autobahn und eine Eisenbahntrasse zuzüglich dem vom Freistaat Danzig (nach dem Selbstbestimmungsrecht der Völker völlig legitim) selbst geforderten Anschluss an das Reich.
Die folgenden sechs Jahre Krieg mit siebzehn Millionen Toten - wegen dieser Minimalforderung - gehen also auf wessen Konto?
Gruß
stocksorcerer