Wurde Hitler von England und Polen zum Angriff gezwungen?
Den Angriff Hitlers auf Polen am 1. 9. 1939 als „Überfall“ zu bezeichnen, ist gängiges Vokabular der offiziellen Geschichtsschreibung. Es suggeriert ein böswilliges Vom-Zaun-Brechen des Krieges durch den deutschen Diktator und eine völlige Überraschung des ahnungslosen Polens. Diese Ansicht kann nur solange zweifelsfrei aufrechterhalten werden, solange wesentliche historische Fakten ausgeblendet bleiben.
Um einem vielleicht aufsteigenden Vorurteil gleich zu begegnen: Es geht nicht um eine Verharmlosung des verbrecherischen Nazi-Regimes und seiner Machtpolitik. Es kann aber auch nicht um deren Verfälschung und erst recht nicht um eine Verharmlosung der britischen Machtpolitik und der kaum thematisierten nationalistischen Politik Polens gehen, deren sich die Briten bedienten.
In Polen fanden Benachteiligungen und Verfolgungen der über 2 Millionen Deutschen statt, die durch das Versailler Diktat zu Polen gekommen waren, und es herrschte eine Kriegsstimmung gegen Deutschland. Die chauvinistische Regierung verweigerte sich jeder vernünftigen Regelung der schwierigen vom übrigen Deutschland abgetrennten Lage Ostpreußens und der Deutschen des zum Freistaat deklarierten Danzigs - und dies schon bevor Hitler an die Macht kam.
Dieser drängte auf eine Lösung und machte Polen Zugeständnisse, wie sie von allen Weimarer Regierungen abgelehnt worden waren. Doch Polen lehnte, unterstützt von England ab. Um es zum Konflikt kommen zu lassen?
Auf "Fassadenkratzer" finden Interessierte gleich oben eine genauere Untersuchung dieses Problems, die erheblich von der herrschenden Geschichtsschreibung abweicht.