Den Sozialismus in seinem Lauf ....
Anders: Wer um niedrigere Löhne konkurrieren kann, muß nicht mehr um
arbeitssparende Technologie mitkonkurrieren, mit der der Arbeitsaufwand
reduziert und so die zu verausgabende Lohnsumme über Innovation gesenkt
wird. Ohne Flächentarifverträge konkurrieren Unternehmer nicht mehr
darum, wer am innovativsten und arbeitssparenden produziert, sondern darum,
wer am effektivsten ausbeutet.
Sozionomie ist keine monokausale Veranstaltung. Je mehr derartige Schutzmassnahmen zu 'Gunsten' der Arbeitnehmer durchgesetzt werden (können), desto eher hat man italienische und griechische Verhältnisse und desto tiefer sinken die Löhne im Laufe der Zeit; je weniger von diesem Firlefanz, desto schweizerischer sind die Verhältnisse und desto höher die Löhne. In der Schweiz kann man keine Niedriglöhne durchsetzen, weil Vollbeschäftigung herrscht. Vollbeschäftigung wiederum herrscht, weil die Gewerkschaften niemals die Macht erlangten, die Arbeitsmärkte zu regulieren und zu strangulieren, wie dies in den meisten europäischen Ländern der Fall ist (war).
Das ist das "Geheimnis" des "deutschen Erfolgs" der 2000er Jahre - in
einer Währungsunion lassen sich so andere niederkonkurrieren, deren
Defizitpositionen dann die eigenen Überschüsse gegenüberstehen.
Die ewig gleiche Klassenkampf-Rhetorik. Könnte man gerade so gut umgekehrt formulieren: Im Kapitalismus konkurriert man sich nicht nieder, sondern hoch.
Beste Grüsse, Zara