Komplott - ist eine Spekulation

KC, Donnerstag, 26.03.2015, 04:16 (vor 3942 Tagen) @ Oberbayer5834 Views

Besserwisserei liegt mir fern. Du hast ja Recht, sollten deine Analysen über eine außergewöhnliche spekulative Preissituation stimmen, ergibt sich ja die Chance für einen lukrativen Trade. Derartige Gelegenheiten würden dann aber nicht nur von dir erkannt, sondern auch schnell von anderen Marktteilnehmer registriert und es würden schnell evtl. bestehende Arbitragen, die im Markt bestehen, geschlossen.

Ich kann das leider nicht erkennen. ....und den Komplott der USA auch nicht.

Meine Beiträge zu dem Thema Ölmarkt sind darauf ausgerichtet dir und den anderen Forumteilnehmern den Blick auf den Ölmarkt auch einmal aus Sicht der Versorgung und Logistik zu eröffnen.

In der Überschrift dieses Beitrags begibst du dich in einem spekulativen Bereich, der nicht belegt ist.

ich bin mir nicht sicher, was Du mit "Es könnte ein Komplott in den USA geben" bewirken willst und mir ist es schleierhaft, inwieweit in den Raum geworfene Phrasen als Infos, für andere Forenteilnehmer dienlich sein können.


Wie ich deinen Beiträgen entnehme kann, zählst du dich zu den Tradern, dabei interessiert dich nur das Auf und Ab eines Marktes (welcher Markt spielt für dich keine Rolle) Ich bin da bei dir - insbesondere im Daytradingbereich sind fundamentale Gründe für eine Preisbewegung manchmal nur hinderlich.

OK - offensichtlich kommst du mit dieser Haltung gut zurecht.

An den gegeben Versorgungs- und gegebenen Logistikstrukturen kommt der Ölmarkt aber leider nicht vorbei. Der Ölpreis wird hierdurch mitbestimmt.

Es gibt ja nicht nur die Trader, die Futures handeln. Am Ölmarkt muss Barrel für Barrel vom Bohrloch bis zu seiner Umwandlung in Benzin bis in den Autotank geliefert werden. Dieses setzt eine umfangreiche Logistik voraus.

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> welche dir bekannten Gründe gibt es denn? > > Was mir auffällt: > Zum Beispiel Montag 23.3.15 OPEC-Korbpreis ---> Saharan Blend > (Algeria), Girassol (Angola), Oriente (Ecuador), Iran Heavy (Islamic > Republic of Iran), Basra Light (Iraq), Kuwait Export (Kuwait), Es Sider > (Libya), Bonny Light (Nigeria), Qatar Marine (Qatar), Arab Light (Saudi > Arabia), Murban (UAE) and Merey (Venezuela). > steht bei 50,30 USD > Crude bei 47,41 (Schlusskurs) > > Dienstag 24.3.15 OPEC-Korbpreis steht bei 50,92 USD, Crude bei 47,58 > USD je Barrel. > > Den niedrigsten Preis findet man immer in den USA.
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nicht immer - aber derzeit ist das der Fall...

wie ich bereits hier gepostet habe, waren die USA vor wenigen Jahren noch auf hohe Rohölimportmengen angewiesen. (da notierte WTI über Brent) Mit den Fracking Aktivitäten in den USA wird zunehmend eigenes US Öl für den inländischen Bedarf verfügbar gemacht. Diese Mengen drängen folglich Rohölimporte zurück, was zu einem erhöhten Angebot auf dem Weltmarkt führt. Erfolgt keine Drosselung von Öllieferungen in anderen Fördergebieten, führt dieses zu einem Preisrückgang beim Öl.

Je mehr Rohöl in den USA via Fracking produziert wird, um so mehr Importrohöl wird zurückgedrängt.

Die OPEC (in erster Linie Saudi Arabien), die in der Vergangenheit bei einer Überversorgung als Swing Producer ihre Produktion gekürzt hatten, sind derzeitig nicht gewillt über Produktionskürzungen Mengen aus dem Markt zu nehmen. Deren Ziel scheint es zu sein, das Ölpreisniveau derart zu drücken, dass neue Fracking Projekte unwirtschaftlich werden. ( das derzeitige Preisniveau hat bereits dazu geführt, dass Investitionen in neue Fracking Projekte zurückgestellt wurden.

Ja stimme dir bei. Auch bereits bestehende Frackingprojekte können bei den derzeitigen Preisen nicht wirtschaftlich sein zumindest nicht wenn eine Vollkostenbetrachtung erfolgt.
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> Da sitzen also wahrscheinlich die (politisch motivierten?) wirklichen > Preisdrücker. Mit der Realität am Markt hat das (scheint mir) nichts mehr > zu tun, denn die USA können zu diesen Mondpreisen nicht produzieren!!!
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doch das ist die Wirklichkeit. Der Markt stimmt jeden Tag über den Preis ab, was geht, und was nicht geht. So lange sich Fracking für den Investor rechnet, wird er sein Geschäft machen wollen. Sollte er /Bank erkennen dass die Wirtschaftlichkeit bei den gegebenen Preisen nicht mehr gegeben ist, wird er den Laden schließen müssen.

Das nennt man Markt und mit der Zeit wird sich nach Bereinigung der derzeitigen Strukturen ein neuer Marktpreis auf einem höherem als dem derzeitigen Niveau herausbilden.

. der extrem niedrige WTI Preis ist durch die regionale Überschuss Situation im MW gekennzeichnet. Der niedrige Preis ermöglichen es die Ölproduktion im Inland störungsfrei aufrecht zu erhalten. Durch Gewährung eines attraktiven Incentivs werden Importmengen zurückgedrängt.

Die derzeitige US Raffinerieauslastung ist aufgrund von Maintainance arbeiten reduziert. Mit Beginn der Driving season werden die Anlagen wieder anfahren und fleißig Benzin produzieren. Das sollte etwas Druck vom Ölpreis nehmen.

http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=348506

> Soweit noch einmal zu \"Manipulationskäse\" und danke @ CalBaer, siggi und > Hasso. > @ KC: Gestandene Börsianer (ich war einer der ersten Kunden von Consors > zu Zeiten der Schmidtbank) belehrt man nicht. Und ohne dass Du selber auch > nur einen Trade öffentlich gemacht hättest, das von anderen zu > fordern---> ist für mich Besserwisserei der übelsten Sorte. > Kann sein, dass Du es nicht so gemeint hast, aber für mich kam das sehr > arrogant herüber. Sry. > > Quellen: > http://www.opec.org/opec_web/en/923.htm > http://www.ariva.de/wti_roh%C3%B6l_nymex-kurs/historische_kurse

-Textende-


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