Ja,die Läden sind voll
Bitte richtig lesen; es heißt oben: "Und die Preisbildung für WTI findet nun mal in Cushing statt" es heißt nicht, dass es nach cushing verkauft wird.
Genauso wie Rohöl in Europa auf Basis Rotterdam gepreist wird, wird es zur Versorgung von D auch über Wilhelmshaven und Triest nach D geliefert. Ähnlich ist es in den USA. Nicht alles Öl fließt zur Versorgung der USA über cushing.
Öl wird zur Inlandsversorgung über diverse Verkehrsträger verteilt - z.B Pipelines, kleinere Schiffe, Zug. Die Beschaffungskalkulation bis zum Verarbeitungsstandort wären dann - pricing cushing bzw Rotterdam + alternativer Logistikkosten. Je besser der Standortvorteil einer Raffinerie ist, um so größer ist der spezifische Kostenvorteil.
Gibt es ein Überangebot an ÖL bei einer Inlandsversorgung ( das ist derzeit in den USA der Fall) ist man bestrebt, Importe zurückzuhalten. Damit die eigene Ölförderkapazitäten möglichst nicht tangiert werden und aufrecht erhalten werden können, gewährt man vs. dem Weltmarktpreis (Brent) ein incentive in Form eines Preisabschlags. Die Ölmengen, die aufgrund der Überversorgung in den USA nicht mehr in die "bereits volle US Lagerlogistik reinpassen", drücken dann, wenn die OPEC fleißig weiter produziert, auf den Weltmarkt.
Nachdem die USA aufgrund von Fracking ihren Status von einem Ölimporteur zu einem Exporteur gewechselt hat, tritt sie automatisch als zusätzlicher Wettbewerber vs. der OPEC auf. Ein höheres Ölangebot drückt bei gleichbleibender oder nur langsam steigender Nachfrage zwangsläufig auf den Weltmarkt und damit auf den Ölpreis ; denn auch in anderen Regionen dieser Welt "sind die Läger voll".