Die besten Arbeitsvermittler/Berufsberater sind die arbeitslosen 26-jaehrigen Kulturanthropologen ...
Passt wie die Faust auf's Auge:
Machen wir mal eine kleine Textanalyse ...
Spiegel: "Er studierte Marx und fand keinen Job":
"Nach meinem Studium der Kulturanthropologie war ich nämlich auch etliche Monate arbeitslos. ..."
1) Also: erstens ein Studium (vom Staat bezahlt), das, warum auch immer, dazu fuehrt, dass der gute Mann sich nicht mal selbst vermitteln kann!
"Im Jobcenter bekam ich damals einen ambitionierten Bearbeiter, der mich jede Woche einbestellte. Ich sollte ständig nachweisen, dass ich mich um Arbeit bemühe und Bewerbungen schreibe. Nach einem halben Jahr fragte mich mein pAp, ob ich nicht auch auf der anderen Seite des Tisches Platz nehmen wolle. ..."
2) Dann kann ihn ein dafuer extra ausgebildeter Berufsberater/Arbeitsvermittler immer noch nicht erfolgreich vvermitteln und ... nun stellt man ihn "aus Verzweiflung" beim Arbeitsamt selbst ein. (D.h. unter Umgehung des gesetzlichen Auftrages.)
"... ich bin 26 Jahre alt und eigentlich nicht ins Jobcenter gekommen, um lange zu bleiben. ..."
3) Was aber nicht als Karriere-Sprungbrett aufgefasst wird - entsprechend (gering) ist, wie jeder aus der Wirtschaft weiss, langfristige Motivation, Fortbildungsbereitschaft und Identifikation mit der uebertragenen Arbeit.
"... weil ich sie oft in schlecht bezahlte Fließband- oder andere stupide Jobs drängen muss. ..."
4) Und es geht nicht um "optimale Faktorallokation", d.h. beste Passgenauigkeit fuer einen Beruf, sondern um das wahllose "Vermitteln" in Jobs, bei denen die meisten ungeeignet sind und sich die Arbeitgeber, die auf diese Vermittlungsangebote reagieren muessen (!), sich die Haare raufen. Denn das kostet Zeit und Zeit ist Geld.
"Die Vermittlungsquote muss stimmen. Es geht zu sehr um Statistiken - und nicht um die Menschen. ..."
5) Weswegen nicht vermittelt wird, sondern wahllos irgendwelche 100 Leute auf irgendwelche zehn Stellen "verteilt" werden. Weshalb natuerlich auch nichts herauskommt, als Arbeit fuer die Jobsuchenden und die armen Arbeitgeber, die sie abweisen muessen. Allein das geht jaehrlich in die Milliarden!!!
"... ich befürchte, dass ich einfach zu sensibel für den Job als pAp bin ... "
6) Sowas sollte mal eine Kindergaertnerin vor den versammelten Eltern oder eine Krankenschwester vor Angehoerigen eines Patienten zu sagen wagen!
So, und bevor jetzt wieder rotzfreche Gegenbehauptungen kommen: es sind im o.g. Artikel auch positive Vermittlungsberichte ... zwei Stueck. Dies erkenne ich durchaus an. Aber: die stammen von einem Quereinsteiger, der nicht an der Bundesagentur-Fachhochschule in Mannheim studiert hat. Echte, ausgebildete Arbeitsberater haben in ihren vierzig Jahren Dienstzeit in der Regel keine Vermittlungsergebnisse vorzuweisen - weil ein Arbeitgeber bei jedem, der "vom Amt" kommt, sich automatisch die Frage stellt, was diesen Kandidaten wohl daran hindern mag, sich direkt auf einen - und zwar einen passenden - Job zu bewerben?
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Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
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