Bis 100 scheinen Sie zaehlen zu koennen ... nur vom Arbeitsmarkt haben Sie keine Ahnung ... ueberhaupt keine ...
Er irrt sich gewaltig.
Bestimmt. Er irrt sich ja staendig ...
Nehmen wir einfach mal an,
Das ist schon der erste Fehler. Ich rede vom konkreten Arbeitsmarkt, Sie vom konstruierten.
es gäbe 100 Erwerbslose und 10 offene Stellen.
Das ist bereits falsch gedacht. Ebenso wie es frustrierte Arbeitslose gibt, die sich gar nicht mehr in der Statistik finden, weil sie es aufgegeben haben, zu suchen, gibt es jede Menge unausgeschrieben Stellen (s.u.), weil die Arbeitgeber nicht mit realistischem Aufwand (!) glauben, geeignete Kandidaten zu finden.
Weil sie z.B. mich nicht in der Arbeitsamts-Datei finden koennen. Oder @Rybezahl. Bisher waren das 100% der hier geposteten Faelle, uebrigens.
10 dieser 100 Erwerbslosen würden also eine Stelle bekommen.
Nein. Nur, wenn sie geeignet waeren!
Nummeriere ich die mal mit 1 bis 100. Nun bekommen 1 bis 10 die Stelle.
Nein, aus dem eben genannten Grunde GARANTIERT nicht!
Jetzt kommt Maven und versorgt die Nummer 91 bis 100 mit den Stellen,
Nein, tut er nicht, er kuemmert sich um die Menschen hinter IHREN Nummern ...
die sonst keine Chance gehabt hätten, ohne "seine Unterstützung".
Die Anfuehrungszeichen sind bei der "Arbeits"agentur angebracht. Bei mir eher nicht.
Da bleiben nun aber die Nr. 1 bis 10 ohne Job.
Nein, garantiert die nicht.
Maven hilft nur bei der Verschärfung des "Rattenrennen". Mehr nicht.
Wenn Sie sich so gut auskennen - dann waere es also besser, alle 100 haetten keine Stelle bekommen? Denn: ich mische mich nur ein, wenn das Arbeitsamt es nicht schafft. Sie sollten besser lesen.
Und damit brüstet er sich,
Was Sie eben nicht koennten.
denn kein Arbeitgeber stellt einfach jemanden ein, wenn er keinen neuen Mitarbeiter benötigt.
Au, jetzt wo Sie es sagen, ja dann ...
90 Leute gehen auf jedem Fall leer aus, egal wer nun den Posten bekommt.
H) Keine Vermittlung von Nicht-EU-Auslaendern trotz Arbeitskraeftemangel
[Fortsetzung der Zaehlung A) bis E) und F) und G)]
Ich will Ihnen mal was sagen: ich habe Ende der siebziger Jahre mehrmals eine tuerkische Ehefrau eines tuerkischen Gastarbeiters, die ueber Familiennachzug nach Deutschland kam, an verschiedene Arbeitgeber im Rhein-Main-Gebiet "vermittelt". Das heisst, diese Arbeitgeber bekamen keine Arbeitskraefte vom Arbeitsamt zugewiesen und suchten haenderingend. Darunter mehrere Gebaeudereinigungsbetriebe.
Damals lief das so, dass bei Nicht-EU-Familien-Nachzug erst die "Arbeitsmarktlage" geprueft werden musste, d.h. ob andere deutsche oder EU-Arbeitskraefte fuer diese Stelle zur Verfuegung stuenden.
Dazu musste der Arbeitgeber also erst einen entspr. Antrag stellen.
Jedesmal wurde der abgelehnt! (D.h. dennoch blieb die Stelle unbesetzt - besondere Faehigkeiten der rechtlichen Subsumtion konnte ich da bei den Arbeitsamts-Mitarbeitern nicht erkennen.)
Schliesslich nahm sie eine Grosskueche, die ebenfalls dringend ungelernte Kraefte suchte, und keine vermittelt bekam. Deren Chef beging den Fehler, sie gleich einzustellen und dann dem Auslaender- und Arbeitsamt die entspr. Antragspapiere zuzuleiten. Er ging davon aus, dass das ja klargehen muesse, da fruehere Vermittlungsversuche des Arbeitsamtes stets fehlgeschlagen waren.
Ergebnis 1: er erhielt ein Bussgeld und musste den Vertrag fristlos kuendigen/rueckabwickeln. Aber: an Stelle "meiner" Kandidatin bekam er immer noch niemanden zugewiesen.
Ergebnis 2: Schliesslich uebernahm ein Anwalt "pro bono" den Fall. Das letzte, was ich hoerte/las war ein Bericht in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ueber ein halbes Dutzend Verfassungsbeschwerden, an deren Namens-Kuerzeln und Fallschilderungen ich u.a. "meine" Klientin zweifelsfrei identifizieren konnte. Man muss also zum Verfassungsgericht marschieren, um eine Stelle als Hilfskraft zu kriegen.
Sie haben weder Ahnung noch ein Herz.
DAS ist Fakt.
Nein, das ist Dummheit.
Noch etwas:
I) Lehrstelle waehrend der Bewerbung neu geschaffen
Ich habe sogar einen "Lehrling" ohne Abitur in eine Lehrstelle gebracht, die nur fuer Abiturienten ausgeschrieben war. Er wurde dennoch genommen.
Einen Tag spaeter stellte ich fest - die Stelle war vor ihm bereits besetzt worden.
Das heisst: Aufgrund meines Coachings hat man noch waehrend des Vorstellungs-Gespraeches eine zweite, nicht vorgesehene Lehrstelle geschaffen.
Sie haben wahrlich null Ahnung vom Arbeitsmarkt und davon, wie Unternehmer denken. Hauptsache, Sie leben von deren Steuern.
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Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
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