OT: Nach Abschaffung der deutschen Arbeitsaemter drohte Deutschland die Vollbeschaeftigung ...
Wer koennte daran nun wieder Schuld sein? Doch nicht etwa der Bauer in Aegypten??? Oder gar der o.g. Manager selbst?????
Vielleicht doch ... die mit lauter Sozialdemokraten und Kommunisten durchseuchte EU-Buerokratie????????
Aber da ich mit meinen Einwaenden nicht so ernst genommen werde wie der Herr Pelzig, lassen wir den Herrn Pelzig sprechen:
"Da freut sich natürlich der ghanaischen Tomatensossen-Esser, daß er günstig einkaufen kann; nicht freuen konnte sich der ghanaische Tomatenbauer, weil er nämlich seine Tomaten wegschmeißen und seine Tomatenpflücker heimschicken konnte."
Und ... wenn aus der EU- wie den einzelstaatlichen Buerokratien der Mitgliedsstaaten derselben ein solcher Schwachsinn, mit toedlichen (!) Folgen noch dazu, die das Internationale Militaertribunal nach 1945 wie ein Kaffeekraenzchen aussehen lassen wuerden, wenn man sie untersuchte und aburteilte, wenn von dort ein solcher Schwachsinn abgesondert wird, wieso sollte es bei der Arbeitsverwaltung anders zugehen???
Da ja Arbeitgeber den ganzen Tag faul rumhockt und seinen Tag damit aufzuheitern versucht, fehl-vermittelte Arbeitssuchende zu interviewen und probehalber zu beschaeftigen, die eigentlich was ganz anderes gelernt haben als das, dessetwegen man sie ihm schickt, sind natuerlich alle rundum zufrieden.
Man muss sich schon fragen, wie in einem menschlichen Hirn GLEICHZEITIG zwei Dinge Platz haben koennen, wie:
A) Arbeitgeber stellen bevorzugt fehlvermittelte Niedrigloehner ein, die sie muehsam ueberwachen und stets neu anlernen muessen und
B) Arbeitgeber legen groessten Wert drauf, viele Gewinne zu machen, was nachweislich mit eigenstaendigen qualifizierten und motivierten Arbeitskraeften nunmal am besten geht.
Bei allen sozialen Errungenschaften der DDR: dass sich dort keiner ein Bein ausgerissen hat, wenn er es vermeiden konnte, und die Sachen, die vom Band liefen entweder gleich in der Nacharbeit landeten oder ansonsten beim "Verkauf" in der Reparaturwerkstatt, sollte doch noch nicht ganz vergessen sein.
Statt von billigem Menschenmaterial zu faseln, das fuer Arbeitgeber ein Riesen-Verlustposten ist, sollte man sich lieber anlesen, was das Team Wallraff wieder mal bei dreissig (!) Jobcentern so zutage gefoedert hat (Welt.de):
"Mit Lamas gegen die Langzeitarbeitslosigkeit"
"Enthüllungsjournalist Günter Wallraff und sein Team haben sich in Deutschlands Jobcentern umgesehen. ... Reporter Torsten Misler gelingt es, sich undercover in mehreren Jobcentern einzuschleichen und mit rund 30 Vermittlern zu sprechen. Er erlebt, getarnt als Praktikant, wie hoffnungslos überfordert die Mitarbeiter in den Jobcentern sind ... Zahlen geschönt. Zum Beispiel gilt jeder Arbeitslose, der einen Tag erwerbstätig ist, für den gesamten Monat als vermittelt. Da wird dann ein Hartz-IV-Empfänger schnell bei einem Arbeitgeber untergebracht, der für schlechte Bedingungen bekannt ist – einfach um das Soll zu schaffen, ... ergaben die Recherchen von Team Wallraff, dass bei den Arbeitslosenzahlen im Oktober 2014 rund 1,17 Millionen Menschen nicht in der Statistik erfasst wurden. ... Selbst die Mitarbeiter in den Jobcentern kritisieren, dass das System mehr den Weiterbildungseinrichtungen diene als den Arbeitslosen: 'Das Geld wird rausgeschmissen, bloß um am Jahresende kein Plus in der Kasse zu haben.'" ... Alle paar Wochen sind die Hartz-IV-Empfänger zu einem Ausflug eingeladen. ... um mit einem Lama spazieren zu gehen. Je zwei Arbeitssuchende teilen sich ein Lama. ... Manche würden sogar Anträge im Schredder verschwinden lassen, um den Aktenberg auf ihrem Schreibtisch zu minimieren. ... Andrea Nahles, Bundesministerin für Arbeit und Soziales, war zu einer Stellungnahme nicht bereit ..." (Hervorhebungen CM)
Na klar, die Nahles kann ja vermutlich nicht mal selbst ihre Schuhe binden ...
So, um diesen Aberglauben, staatliche Behoerden "koennten etwas", mal ein bisschen, fuer ein paar Stunden wenigstens (?) zur Ruhe zu legen, hier ein paar Stories aus meiner Befassung mit dieser taeglich wachsenden Behoerde:
Dass das gar nicht funktionieren kann mit der Arbeitsvermittlung und der Beratung, wenn man dazu Menschen nimmt, die in ihrem Leben sich noch nie um einen Job in der freien (!) Wirtschaft bemuehen mussten, hatte ich schon mehrfach dargetan. Und wenn man dazu auch noch die schlechteste teuerste Fachhochschule der Welt bemueht, erst recht nicht!
A) Akte verschwunden I
Ich begleite eine EU-Auslaenderin aufs Arbeitsamt. Es geht um eigentlich ganz einfache Sachen, die ich bereits vorher durch Studium des Bundesarbeitsblatts bzw. des fuer Arbeitsvermittler etc. einschlaegigen Loseblatt-Werkes laengst vorab recherchiert habe. Die Beamten und Angestellten muessten eigentlich nur noch tun, was ich ihnen sage ... aber selbst dazu sind sie zu bloed ...
Nachdem wir es dann doch nach Wochen soweit haben, ist ... die Akte komplett verschwunden.
Mit aufmunterndem Augenzwinkern sagt mir die Mitarbeiterin "Na ja, da muessen Sie halt Kopien noch mal einreichen. Ich denke, Beglaubigung kann ich Ihnen diesmal erlassen". Na klar. Und 'ne Tuete Staubzucker.
Zum Glueck treffe ich auf dem Gang einen Mitarbeiter, der die Augen verdreht und sagt "Diese Idioten, was hab' ich bloss fuer einen Job" - wie eine Kanonenkugel verschwindet er und kommt ... nach einer Stunde mit der Akte wieder. Ich werde ihm irgendwann mal ein Denkmal setzen, aber noch muss ich aufpassen, er hat wohl noch seinen Job (d.h. ist noch nicht pensioniert) und wenn ich ihn mit Namensnennung verbatim zitierte, was er von den "Kollegen" hielt, gefaehrde ich diesen Job vielleicht.
B) Akte verschwunden II
Ich berate einen Existenzgruender. Nennen wir ihn Egon. Er will als Arbeitssuchender von dem Programm Gebrauch machen, wo man eine Weile sein Arbeitslosengeld als Existenzgruender weiter gezahlt bekommt (das wechselt ja alle paar Jahre. Entweder, weil man Bewaehrtes am besten stets aendert/vernichtet oder ... weil es sich offenbar nicht bewaehrt. Was ja nicht etwa die Vermutung schuert, dort saessen Unfaehige.)
Nachdem wir endlich soweit sind und sie ihm nun auch sogar noch die Meisterschule finanzieren wollen (nicht, dass das ja ein Rechtsanspruch waere, gelle ...) ... ist die Akte verschwunden ...
Er kommt (da der deutschen Sprache maechtig, muss ich ihn ja nicht jedesmal begleiten) vom Arbeitsamt zurueck und sagt "Jetzt muss ich das alles nochmal ..." "Nee, Egon," sage ich, spanne einen Bogen in die Maschine und schicke Egon kurz drauf mit einem Einschreiben mit Rueckschein "Eigenhaendig" zur Post. Der Brief beginnt mit "Sehr geehrter Herr Franke, ..." und enthaelt eine Aufsichtsbeschwerde an die Bundesanstalt "fuer" Arbeit in Nuernberg mit Durchschlag ans Bundessozialministerium, die Beschwerde richtet sich gegen ebenjenes oertliche Arbeitsamt.
Eine Woche spaeter findet sich die Akte wieder ein, der Mann kann Meister seines Fachs werden und liegt seitdem dem Staate nicht mehr auf der Tasche. Aber: er fnanziert seither diesen Schwachsinn mit, diesen Wasserkopf arbeitsunfaehiger Bloedmaenner und -frauen.
Ich habe mehr Maenner und Frauen in auskoemmliche Berufe und Positionen vermittelt, in meiner Freizeit, als je ein Arbeitsberater in vierzig Jahren Dienstzeit!
C) Wie haben keine Ahnung, davon aber viel
Mit einer bereits (von mir selbst ...) erfolgreich vermittelten EU-Auslaenderin im Arbeitsamt. Sie will
a) die deutsche Arbeitsstelle kuendigen
b) in ihr Heimatland zurueckkehren und sich dort arbeitslos melden
c) dort ihr in Deutschland erwirtschaftetes Arbeitslosengeld beziehen
etc. Der Grund: ein Pflegefall in der Familie, ein persoenlicher Haertefall also. Eigene Kuendigung zieht ja normalerweise eine Sperrzeit nach sich, aber nicht bei eigener Kuendigung "aus wichtigem Grunde".
Alle Dokumente (Dokumentation des Pflegfalles, der Familien-Verhaeltnisse/Kindschaftsverhaeltnis etc.) sind in beglaubigter deutscher Uebersetzung vorhanden.
Wir muessen noch etwas warten, vor uns sind zwei andere Antragsteller im selben Zimmer. Ich schaue mir daraufhin die Schildchen am Aktenschrank an, Formulare "E101" und "E103" etc.
Kommt eine resolute Mitarbeiterin wie eine Furie auf mich zu und reisst den "Rolladen" am Schrank vor meiner gerade noch in Sicherheit gebrachten Nase herunter. Murmelt giftig was von "Geschaeftsgeheimnis". Ich konfrontiere sie und sage "Aeh, sagen Sie mal, diese ganzen Formblaetter sind doch im Bundesarbeitsblatt und im Bundesgesetzblatt veroeffentlicht?!"
Na egal, aber das beste kommt noch: Nachdem wir drankommen und ich ihr erklaere (wie immer geduldig, man darf ja seinen eigenen IQ nicht ueberall voraussetzen, schon gar nicht bei Behoerden ...), was gebraucht wird, erklaert sie mir, dass das aber nicht ginge, Sperrzeit und so.
Ich daraufhin: "Ja, falls Sie das so entscheiden, bitte ich um baldigen rechtsbehelfsfaehigen Bescheid, damit wir das anfechten koennen."
Sie verschwindet zu ihrem Sachgebietsleiter und kommt zurueck mit strahlendem Gesicht: "Sowas gibt's doch". Wie sich Beamte immer freuen, wenn sie von fremdem Geld Geschenke machen.
Dann: "E101"? "E103" - Deutsches Arbeitslosengeld im Ausland? Uebertragung der Krankenversicherungs-Ansprueche? Europaeisches Sozialversicherungsabkommen? Gibt's alles nicht ... Na ja, obwohl sie nicht so alt aussieht, aber vielleicht war sie ja anlaesslich der Jubelfeiern zum Westfaelischen Frieden anwesend ...
Ich erklaere es ihr und kann mich eines malizioesen Laechelns nicht enthalten, als ich ihr zeige, wo in ihrem Schrank sie diese Formulare findet, die sie nun braucht. Kostenlos helfe ich auch beim Ausfuellen ...
Ja, wie in Kindertagesstaetten, wo Elternmitarbeit viele Engpaesse mildern hilft, koennte man mal ueberlegen, ob gestandene Praktiker aus der freien Wirtschaft nicht einfach mal in Behoerden aushelfen sollten. Dass die Beamten dabei sich ueberfluessig vorkommen oder gar bloed, das koennte man durch rechtzeitige Verabreichung entsprechender Psychopharmaka unterdruecken ... Hochdosiert am besten. Offensichtliches ist am schwersten zu verdraengen ...
D) Rueckkehr nach Deutschland ...
Unsere Willkommenskultur ist ja sprichwoertlich, nicht wahr? Da kriegen sogar Leute was, die noch keine Ansprueche erworben haben.
Ob aber auch Leute was kriegen, die Ansprueche erworben haben?
Mal seh'n ...
Da der in C) genannte Pflegefall sich aufgrund gluecklicher Umstaende bald klaert (gutes Pflegeheim, weitere Verwandtschaft etc.), kommt die in C) genannte Person kurz nach Ablauf von sechs Monaten wieder nach Deutschland. Aufgrund ihrer vorherigen Arbeit und Beitragszahlungsdauer in Deutschland hat sie Anspruch auf ein ganzes Jahr Arbeitslosengeld. Da sie in ihrem Heimatland relativ schnell einen Anschluss-Job gefunden hatte, der sich mit den Pflegeaufgaben vereinbaren liess, fiel sie auch bisher der deutschen Arbeitslosenversicherung trotz der in Punkt C) ins Ausland uebertragenen Ansprueche nicht sonderlich zur Last.
Aber ... wer laenger als sechs Monate sich im Ausland aufhaelt, der verliert seine Aufenthaltserlaubnis (ja, gilt auch fuer EU-Buerger ...).
Und wer seine Aufenthaltserlaubnis verloren hat, verliert noch evtl. vorhandene ... Arbeitslosengeld-Ansprueche!
Ich das mit dem Leiter der staedtischen Auslaenderbehoerde besprochen (der mich von einem andern Fall, Asyl aus dem Ostblock, schon kannte). Der war selbst richtig geschockt. Ich "Wenn das jetzt AGB waeren, waere das nicht nur eine Ueberraschungsklausel, das waere sogar Betrug". Er deutet ein deprimiertes Kopfnicken an.
Nun, wieder, aufgrund meiner Vermittlungskuenste, hat diese Person binnen drei Tagen eine neue Arbeitsstelle und das Problem verfluechtigt sich. Aber gerecht ist dennoch was anderes. In diesem Falle ist die Rechtslage tatsaechlich so (zumindest damals gewesen), da haette ich von Widerspruch und Klage abgeraten ...
E) CrisisMaven sucht sich selbst
Nein, hier geht es nicht um Selbstfindung. Aber das Beste wie immer zum Schluss:
Ich war mal gerade so lange unselbstaendig taetig, dass ich sechs Monate Anspruch auf Arbeitslosengeld hatte. Ich also nix wie hin, um die Segnungen der deutschen Arbeitsverwaltung zu geniessen.
Mit mehreren Berufsabschluessen sollte das ja kein Problem sein, vermittelt zu werden, oder?
Oder doch besser ganz ohne Hauptschulabschluss? You decide ...
Die Mitarbeiterin nimmt sich meine "Karriere-Mappe" vor, kriegt Schluckauf, als sie nach meinem "hoechsten bisherigen Stundensatz" fragt ("300 Mark" - unmittelbar vor der Meldung bei ihr hatte ich aber fuer ... 18 Mark die Stunde gearbeitet, unter'm heutigen Mindestlohn - das war eine Art Wallraffsche Umschau in der Realwirtschaft, davon vielleicht ein andermal ...).
Dann beginnt sie hektisch Daten einzutippen. So richtig will sich mir ihre Hektik mit meinen Antworten sowie dem Inhalt meiner Mappe nicht vereinbaren lassen. Ich sage auch einmal unvorsichtig: "Meinen Sie nicht, ich waere ein Fall fuer die Fachvermittlung?". Klar, kann ich putzen. Chemiker kriegen Sachen sauber, die wuerden andere wegwerfen. Aber, so rein volkswirtschaftlich gesehen ... optimale Allokation von Produktionsfaktoren, und so ... Na ja. Was interessiert Optimierung einen Beamten, der sein Geld auch so kriegt. Unvergessliche Erlebnisse auf dem Arbeitsamt.
Irgendwann sage ich: "Darf ich das alles auch mal sehen?" Schliesslich muesste ich ja wissen, als wer ich da einem potentiellen Arbeitgeber verkauft werde ... "Das ist nicht ueblich" werde ich kaltschnaeuzig beschieden. Ich: "Kennen Sie die Paragraphen vierunddreissig und fuenfundreissig des Bundesdatenschutzgesetzes?"
Was sie auch verneint. Was natuerlich nicht stimmen kann, denn vor Arbeitsaufnahmen muss sie eine datenschutzrechtliche Erklaerung unterzeichnen, in der das alles haarklein erklaert ist - fuer IHRE Daten ... Na ja, Alzheimer halt.
Nun ja, ich wieder Antrag und Aufsichtsbeschwerde an die Bundesanstalt - der Praesident hiess inzwischen Jagoda (frueher ham se Leute mit solchen Namen als Kriegsverbrecher verurteilt ...).
Nach einer Woche kommen meine Daten-Auszuege. Ein unverstaendliches Konvolut von Ausdrucken aus offenbar verschiedenen Computer-Anwendungen.
Ich denke mir: das hilft nix - ich muss mich selber suchen. Also ins Portal fuer Arbeitgeber und ... ich mich selbst gesucht.
D.h. ich verbringe Stunden damit, einen Bewerber zu suchen, der nur ich selbst sein kann ("es kann nur einen geben"
). Ich suche auf jede erdenkliche Art nach jemandem mit meinen Qualifikationen. Ich lasse ein paar Faehigkeiten oder Berufe weg, stelle die Reihenfolge um, und und und und und ...
Erschoepft gebe ich nach zwei Tagen auf. Ich bin und bin nicht zu finden.
Seitdem weiss ich eines: die Bundesanstalt fuer Arbeit koennte nicht mal ihrem eigenen Praesidenten mehr als einen 1-Euro-Job "erfolgreich" vermitteln.
Schafft diese Behoerde ersatzlos ab ... und Ihr erlebt ein Jobwunder! Ein wirkliches. Nix Ein-Euro-Jobs. "Jeder nach seinen Faehigkeiten" - Und so ...
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Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
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