Ich halte das alles fuer gefaehrlichen Fatalismus ... (ich bringe ja auch 100% in Arbeit) ...
Wie kommst Du nur auf die kuriose Idee, die Aufgabe der Arbeitsagentur sei es Arbeit zu vermitteln?
Na, ja, weil das halt so im Gesetz steht.
Drittes Buch Sozialgesetzbuch - Arbeitsförderung -
und
Sozialgesetzbuch (SGB) Neuntes Buch (IX) - § 104 Aufgaben der Bundesagentur für Arbeit
Da bin ich echt konservativ. Wenn auf einer Packung "Butter" steht, dann gehe ich erstmal davon aus, dass da keine Margarine drin ist. Das ist die Ausgangsposition. Wenn dann keine Butter drin ist, frage ich hoeflich nach. Wenn dann freche Antworten vom Verkaeufer kommen, gibt's auf die Ohren.
Und da hier in letzter Zeit immer mehr marktfundamentalistische Neoklassiker meinen, sie wuessten besser (als z.B. ich), wie man einen Staat organisiert, dann erlaube ich mir irgendwann, drauf hinzuweisen:
Und solche Beamte, die sich der Faszination dieses Traumjobs irgendwann entzogen haben, wie @Langmut, sagen ja dann sogar noch:
Es ist durchaus schlimmer, als CM und die anderen hier oben schildern.
Aber erstmal muss man ja kalibrieren. Je hoeher gesteckt staatliche Ziele, je klarer formuliert, desto eher merkt auch der Doefste, dass es eben nicht, und zwar gar nirgends irgendwo, funktioniert.
Nun zur konkreten Umsetzung und was man aendern koennte (ausser rotzloeffelig rumargumentieren ohne das Grundproblem ueberhaupt verstanden zu haben, noch gar sich die Muehe zu machen, dann halt (umsetzbare!!!) Verbesserungsvorschlaege anzubieten):
Nach meiner Erfahrung
Hm - welche Erfahrung? Oekonometrie und so? Viele solche Familien zuhause besucht und tiefenexplorierende Gespraeche gefuehrt? Deren Akten studiert? Ihnen voruebergehend Geld geliehen, wenn das Amt mal wieder aufgrund Softwarefehlers oder Ueberlastung durch Urlaubszeit (Faulheit lasse ich mal bewusst weg) keine Anweisungen an die Banken taetigen konnte? Mit denen zum Widerspruchsausschuss getigert und Dich mit Schnepfen aus dem Paritaetischen Wohlfahrtsverband rumgeaergert, die eigentlich auf Seiten der von Dir vertretenen Sozialfaelle haetten stehen sollen, aber ungeduldig in die Mittagspause wollten - weil die ja noch nie hungern mussten am Monatsende?
Sorry, ich will Dir nicht zu nahe treten, aber das mit der Erfahrung sagt sich leichter, als es mir faellt, zu glauben, der ich mit diesen Leuten, zu denen wir gleich kommen, mehr als eine Traene gemeinsam vergossen habe ...
teilen sich die Arbeitslose grob in folgende 3 Kategorien auf: 1/3 wollen arbeiten und können arbeiten;
Ja, die wuerden auch Jobs bekommen - nur, um zu verhindern, dass ein Arbeitgeber jemanden einstellt, muss man nur dafuer sorgen, dass er/sie mit einer Vermittlungs-"Empfehlung" vom Arbeitsamt kommt.
Dieses erste Drittel hat also wegen des Arbeitsamtes keine Arbeit! (Wird dieses Drittel von mir beraten, hat es sofort am naechsten Tag Arbeit - dafuer aber ich keine.)
Dieses Drittel haben wir also erklaert.
1/3 können arbeiten, wollen aber nicht;
Im Ernst: jemand, der wirklich arbeiten koennte, will nicht? Weil es ihm bei Hartzt IV-Satz mit Hundefutter und Gewuerz besser schmeckt, wenn er die Kinder mal in den Vergnuegungspark einladen will? Oder jeden Tag Nudeln mit Zimt und Zucker, abgewechselt von Nudeln in Maggi-Bruehe, abgewechselt von Nudeln in Margarine mit Salz, abgewechselt ...
So 'ne Faelle, wo ich immer "zufaellig" 'ne Dose dabei habe (ne grosse, rein zufaellig) und sage "Komm' das hau'n wir jetzt in den Topf da, waehrend ich mir Deinen Bescheid durchlese, ist eh' zu viel fuer mich auf einmal". Meist Du "so 'ne"?
Meiner Ansicht nach gibt es da hoechstens die Fraktion, die nebenher schwarz zuverdient - ja, das koennte gehen. Die pflegen dann einen Kranken oder Gebrechlichen, der es sich zum offiziellen Satz nicht leisten koennte. Sowas gehoert eigentlich streng verboten. Da muesste man mal wieder die Zollfahndung vorbeischicken, an der Grenze ist ja nix los ...
Also um dieses Drittel mache ich mir jedenfalls keine Sorgen. Biete denen ein anstaendigen Job und die arbeiten wie die Bekloppten. So sieht Arbeits-Hunger aus!
1/3 wollen arbeiten, können aber nicht.
Ja, wenn man die ersten zwei Drittel einfach gewaehren liesse, dann haette man alle Zeit der Welt, sich um das letzte Drittel (die genaue Aufteilung lasse ich mal dahingestellt) zu kuemmern.
Das passiert aber nicht. Die braucht man ja gar nicht erst irgendwo hinzuschicken.
So denkt man sich das, wenn man in Nuernberg auf einem fetten Ar... hockt und nicht bis drei zaehlen kann.
Ich sage dagegen: es liegt an der Motivation. Ich habe Auslaenderkinder in Lehrstellen gebracht, da haben sie schon bei Deutschen abgewunken. Wie das geht? Weil ein Unternehmer, wenn ... ein Unternehmer (und nicht ein Arbeits"berater", der selber noch nie eine Stelle in einem Betrieb versehen hat!), wenn ein Unternehmer einem andern Unternehmer sagt: "Den kannste nehmen" und der andere sagt: "Wenn das nicht klappt, tret' ich Dir in' Hintern" - wenn das auf Handschlag-Basis funktioniert, dann funktioniert das.
Und: der Auslaender-Jung, aus einer Ethnie, wo der Familie Schande machen halb gestorben ist, der weiss, dass er dem CrisisMaven um Himmels willen keine Schande machen darf. Das ist mir sogar peinlich, das mit anzusehen. Um so jemanden muss ich mich nie wieder kuemmern. Der braucht nur den Anschub!
Die Arbeitsagentur hat bloß die Aufgabe die Arbeitslosen zu verwalten.
Ja. Aber nicht jeder ist seiner Aufgabe auch gewachsen.
Und ich finde, da macht sie einen hervorragenden Job.
Nein.
Ohne ihre Tätigkeit gäbe es in Deutschland noch viel weniger Facharbeiter, die willens wären sich in die Hände eines fürsorgenden Personalvermittlers zu begeben.
Ja, mittlerweile ist es so, dass das Vermittlungsmonopol aufgehoben ist.
Man muss sich das mal vorstellen: ich habe mich vor gar nicht so langer Zeit strafbar gemacht, wenn ich einem, den diese Bloedmaenner nicht vermitteln konnte, zu einem Job verholfen habe!!!
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Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
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