Wenn Theorie und Praxis aufeinanderprallen
Unser Chef-Kriminalist mag sich mit den einfältigen Gedankengängen der Normalverbraucher nicht zufrieden geben und erteilt diesen immer wieder gerne eine Lektion.
Polizeiarbeit sei ein mühsames Geschäft und die Dinge brauchen halt so ihre Zeit.
Bei dieser aufwendigen Recherche werden wir durch einen erfahrenen „Reiseführer“ sicher durch die kriminellen Unbilden unserer Zeit geführt.
Dazu lesen wir: Hat man aber einen konkreten Verdacht -und offensichtlicher hätte dieser in Berlin am Breitscheidtplatz nicht sein können!- aber keinen Täter und zudem Verdacht auf mögliche Hintermänner, rein vom Ablauf und Umfang des Geschehens, das eine vorherige Planungsphase haben mußte, so sieht die Sache um 180 Grad andersherum aus:
Der Spannungsbogen beginnt sich zu spannen.
Hierbei uns wird erklärt, warum die Polizei-Profis doch nicht so wild (wie z.B. der Zoll) durch den Beweismittel-Dschungel trampeln, wie im Beispiel zuvor geschildert.
Selbstverständlich werden, wie meistens, eigene Erfahrungen dazwischen gestreut, um die Glaubwürdigkeit zu erhöhen.
Das ist der alte Trick der Immobilienverkäufer, die dem interessierten Nachfrager zuflüstern, daß sie ebenfalls schon eine Wohnung im Objekt erworben haben.
Na, wenn der auch ..
Also nochmal: das Tatfahrzeug mit Finger, Schuh- und DNA-Abdrücken, mit Faserspuren (Pullover, Hose, Jacke), Zigarettenkippen, 'Papierchen', Abfall (Umhüllung eines Schokoriegels, Trinkflasche mit DNA-Spuren am Ausguß, Fingerabdrücken am Korpus usw.), wird nicht, wie bei einem verdachtslosen Grenzübertritt 'einfach so' und 'auf die Schnelle' auseinandergenommen.
Wäre nicht der evtl. noch reanimierbare Pole in der Fahrerkabine gesessen, hätte man es erst mal u.U. gar nicht eröffnet, sondern die Zugmaschine geschlossen abgeschleppt!
Dies klingt alles durchaus plausibe, allerdings müssen diese Darlegungen dann auch ihren Praxistest bestehen.
Ja, warum geschah das nicht 'gleich'???
Weil die Umgebung zum Tatort zählte - Opfer, mögliche Täterspuren auf der Flucht, evtl. s.o., Mittäter/Beihelfer, die am Anschlagsort gewartet hatten und erst dann untertauchten, Gegenstände, die evtl. durch die komplett zerstörte Windschutzscheibe oder beim Aussteigen aus dem Führerhaus fielen (großes Puzzle: 'gehört dieser Kugelschreiber da dem Fahrer, dem Besitzer des Glühweinstandes, einem Opfer, einem Kunden, einem Sanitäter, einem Feuerwehrmann, einem Polizisten lag da schon, Scheix-Stadtreinigung, vor Eröffnung des Weihnachtsmarktes???')
Man sieht auf den vielen Bildern im Internet, auch bei der Lügenpresse, sehr gut, wie in der unmittelbaren Umgebung nicht nur die direkten Spuren-Ermittler (in Ganzkörperanzügen), sondern auch vor der Zugmaschine stehende Polizisten Plastiktüten um ihre Schuhe gewickelt haben.
Ja ja, und man könnte noch über Stunden über die Für und Wider und die Risiken der Kriminaler berichten, was freilich nicht TV-tauglich wäre aber dem aufgeklärten und intellektuellen Verbraucher seine, ein wenig in Unordnung geratene, Welt wieder an den rechten Platz rücken helfen würde.
Es gibt halt nur ein Problem dabei.
Eine schillernde Figur, mit Namen Lutz Bachmann, twitterte gaaaaanz zufällig und nach NUR EINER STUNDE!!! die tunesische Identität einer verdächtigen Person in die virtuelle Welt.
Also muß jemand ziemlich flott die Türen des Lasters aufgerissen und die Geldbörse inkl. Duldungsbescheinigung gefunden haben, gell?
Was machen wir denn nun mit dieser Info?
Dieses Gerücht, welches sich später BEINHART bestätigte, zerstört wie eine Seifenblase die uns geschilderte intensive und zeitraubende Polizeiarbeit.
Doch das ficht unseren Sachkenner nicht an, denn es darf nicht sein, was eben nicht sein darf.
Der grobe Ablauf:
Zuerst wurde den Rettungskräften für den evtl. noch lebenden polnischen Fahrer der Vorrang gegeben - Menschenleben schützen und retten geht stets vor Ermittlungsarbeit und Spurensicherung. Dann wurde das Führerhaus verschlossen und bewacht - von wegen Durchsuchung - nix da.
Wie lange kann das gedauert haben?
Eine halbe, eine Stunde?
Dann kam ein Spürhund ("Mantrailer"), NUR DER wurde in die Kabine gelassen, um Witterung aufzunehmen. Hätte man nun vorher schon durch andere Menschen/Ermittler die Kabine durch weitere Gerüche belastet, wäre der Spürhund völlig nutzlos geblieben - wen hätte er denn jetzt suchen sollen bei einem Dutzend frischen menschlichen Duftspuren? Daher wußte man nach relativ kurzer (relativ kurzer!) Zeit auch, der angeblich 'geflohene' Pakistani konnte unmöglich an der Tat direkt beteiligt sein, er kam höchstens als Zeuge oder einer der Beihelfer ganz am Rande des Geschehens infrage. Ohne einen konkreten Verdacht war er freizulassen! Oder man nimmt gleich alle in der Nähe stehenden tausend Berliner und Touristen in Vorbeugegewahrsam, denn - noch verdächtiger macht sich der gewiefte Täter dadurch, daß er nicht wegrennt. Und alle lebenden "Opfer" ab ins Haftkrankenhaus - wie oft kommen bei Taten auch Mittäter zu Schaden!
Klar, so wird es gewesen sein.
Deshalb gab es auch keine Gegenüberstellung zwischen Verfolger und zivilem Jäger, welche gemeinsam durch den Berliner Abend hetzten.
Der Hund machte eben einen ganzen Job. Prima Hasso! ![[[zwinker]]](images/smilies/zwinker.gif)
Wie lange dauerte dies – mit allem drum und dran?
Zehn Minuten, 15 oder eine halbe Stunde?
Dann wurde die Umgebung der Zugmaschine spurentechnisch untersucht, die Zugmaschine wurde bewacht, auch der Polizeipräsident wäre da nicht 'reingekommen.
Alleine dieser Satz spricht für sich und die Absicht des Verfassers. ![[[sauer]]](images/smilies/sauer.gif)
Außer einer groben Sicht-Inspektion, z.B. nach Bergung des polnischen Opfers oder beim Heranführen des Spürhundes war da der Innenraum der Kabine ebenso wie die Außenhaut noch i.W. völlig unberührt, um keine neuen Spuren zu legen und keine alten Spuren zu verändern/zu zerstören.
Und weiter ruckelt der Zeiger der Zeit - Minute für Minute ..
Erst, als die Umgebung der Zugmaschine, insbes. der Bereich, bei dem beim Abschleppen sämtliche Spuren zerstört werden, also im Fahrweg des Abschleppers, spurentechnisch aufwendigst erfaßt war (da wird jedes Krümelchen umgedreht, nachdem es zuerst mit einem numerierten 'Hütchen' versehen und photographisch/zeichnerisch/ geometrisch dokumentiert wurde, bevor es angefaßt, kriminaltechnisch untersucht und hinterher asserviert wurde!), wurde die Zugmaschine unverändert behutsam zum kriminaltechnischen Labor geschleppt zur endgültigen kriminaltechnischen Untersuchung
Das braucht alles seine Zeit, nicht wahr!
Wir laufen nun aber schon seit geraumer Weile GEGEN die Bachmannsche Timeline!
Aber der Spannungsbogen wird weiter gedehnt und gedehnt und der gelbe Mitleser beginnt zu staunen, wie akkurat doch die Berliner Polizei den „unschönen Dingen des Lebens“ auf die Pelle rücken kann/möchte/will.
Dort erst, also möglicherweise über einen Tag später, wird dann der Innenraum nach einer geometrisch genau vorgegebenen Choreographie, von außen nach innen, von außen zur Mitte oder von der Mittellinie nach außen, je nachdem, was den geringsten Spurenverderb verspricht, untersucht.
Ja ja, die schöne Choreographie!
Die anmutige Ballerina zog ihre Pirouetten und Schrittkombinationen über das Eis und hätte noch über Stunden weitere kunstvolle „Spannungsbögen“ auf die SPIEGEL-glatte Fläche gezwirbelt, wenn da nicht ein ungehobelter Zuschauer auf’s Eis gestürmt wäre, um einen ziemlich großen Haufen auf die blitz-blank polierte Fläche zu scheissen in dem kurz darauf die graziöse Ballerina zu Fall kam.
Ihr weißes Spitzenkleid hatte nun sehr unschön anzuschauende braune Flecken.
Die grandios begonnene Kür endete im Desaster.
Der Lutz hat blöderweise NACH NUR 1 STUNDE die Identität des VERMEINTLICHEN Terroristen in die Welt gezwitschert.
Da war der Hund noch am Hecheln und die Hütchen noch nicht wieder eingesammelt.
Niemand wußte schließlich, welch brisantes Dokument im Führerhaus vor sich hin schlummerte.
Und daher brechen wir diese „Leerstunde“ auch vorzeitig ab, so interessant sie auch immer weiter entwickelt wird.
Wie schon in Timeline nur kurz erläutert, ist dabei auf unterschiedliche mögliche und vermutlich sicher vorhandene Spuren Bedacht zu nehmen. D.h., wenn es darum geht, anhand Faserspuren von einer Hose oder Jacke festzustellen, wann wer der Insassen wo gesessen hat, dann kann nicht schon vorher ein 80-kg-Mann sich auf der Sitzbank bis zur Mitte 'robben', um einen Blick in den Spalt zwischen zwei Sitzen zu werfen, ob da zufällig ein Mobiltelefon liegt und das dann 'herausfischen' ..
Nein, das kann und das darf er nicht.
Ich hoffe daher, daß im Lichte obiger Erläuterung es etwas verständlicher wird, daß dieser Ablauf tatsächlich nicht etwa lächerlich, sondern sogar sehr wahrscheinlich ist.
Schöne Geschichte, gar keine Frage, fast wie aus dem Lehrbuch.
Sie hat nur leider nix mit der Realität zu tun, Herr Polizei-Professor, jedenfalls nicht mit der an einem Montagabend kürzlich in Berlin.
Danke Herr Bachmann und danke an die Lecks in der Berliner Polizei!
Ihr habe uns einen großen Dienst erwiesen.
Das ganze lügenhafte Geschwurbel der Offiziellen und Inoffiziellen habt Ihr in Schutt und Asche gelegt, auch wenn Bachmann im Nachhinein und aus verständlichen Gründen seine Quellen schützt.
Da helfen auch die spannenden Geschichten nicht, die in Foren verbreitet werden und die das Geschehen anderweitig vermitteln sollen.
Die Berliner Polizei hat ausgeschlossen, dass Pegida-Mitbegründer Lutz Bachmann schon kurz nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz polizeiinterne Informationen über den Tatverdächtigen und seine Nationalität hatte. "Das ist schlichtweg unmöglich", sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Bachmann hatte am Montagabend zwei Stunden nach dem Anschlag auf dem Kurzbotschaftendienst Twitter mitgeteilt, dass der Täter ein "tunesischer Moslem" sei.
Quelle: https://www.merkur.de/politik/anschlag-in-berlin-tweet-von-lutz-bachmann-mit-angebliche...
Da bleibt mir nur noch das legendäre „nit möööglich“ des Clowns Grock auszurufen.
Das Eine ist die Theorie und das andere die Realität.
Da halte ich mich doch besser an die vielen Fragen eines Martin Lejeune und anderer kritischer Zeitgenossen.
Wer sich wirklich die Dimensionen des Falles erschließen will, sollte sich den NUOVISO-Beitrag „LKW-Anschlag in Berlin – ein Ausweis als Ablenkungsmanöver“ anschauen.
Und für alle Interessierten sei nur Folgendes noch erwähnt.
So wie es eben Polizei-Lecks gibt, welche die hochverräterische Politik der Kanzlerin und ihres Umfeldes nicht mehr ertragen können, so gibt es natürlich auch Trojaner in der Polizei, die ernsthafte Ermittlungsarbeit boykottieren und auch gerne FALSCHE Spuren legen.
Aber solche komplexen Hintergründe interessieren den "Experten" nicht und nicht unbeabsichtigt wird bei seinen Fake-News ständig auf olle Kamellen verwiesen, um die eigene, oder besser, regierungsamtliche Agenda subtil durchzuboxen.
mfG
nereus
p.s. Noch nachträglich frohe Weihnachten an allen Gelben!