Auswandern in eine völlig andere Mentalität..

modesto, Mittwoch, 23.11.2016, 15:04 (vor 3395 Tagen) @ SevenSamurai5296 Views

Guten Tag Dir und allen,

wir haben hier ja immer mal wieder Gäste, die sich niederlassen.
Einige sind auch vorher schon in anderen Ländern sesshaft gewesen.

Was sie alle eint: Wenn die Lebensweise und Mentalität allzuweit entfernt ist von unserer, wirds schwierig.

Bei uns am Stiefelabsatz sind wir von der "EU" so weit weg, dass wir, bis auf ein paar unsinnige Vorschriften, die wenig bis nicht befolgt werden(1), meinen, wir wären noch im alten Italien.
Die Einheimischen sind respektlos der Regierung gegenüber und wursteln einfach wie früher weiter.
"Siedler" fänden hier nur hartes Brot und keinerlei Willkommenskultur und kommen garnicht erst her.
Man nennt sie nur "marocchini" - also Marokkaner, weil für die Leute hier einfach alle gleich und schwarz sind.
Das Gejammer über die armen Syrer bleibt uns erspart und wir sind alle erzkatholisch - Basta.

Mal abgesehen von hier - man kann auch in einem für "Siedler" völlig uninteressanten Zipfel Europas weitab von dem Wahnsinn leben.
Das ist sicher einfacher, als sich mit einer völlig neuen Lebensweise auseinandersetzen zu müssen und womöglich noch sein Geld zu verdienen.
Da ist man doch schwer im Nachteil den Einheimischen gegenüber.
Das schaffen nur die Stärksten.

Wir zwei alten Knochen haben nun 2 Stützpunkte - 1 in D. und den anderen hier.
Und je nach Weltenlage kann man sich verdrücken.
So haltens auch einige, die sich hier einfach nur eine Fluchtburg eingerichtet haben, ums mal mit WE zu sagen [[freude]]
Falls es in D. knallt, kommen sie eben ne Weile her..

Das kann man ja mit ein wenig Kleingeld auch woanders in Europa durchziehen, hier reicht solchen Vorsorgern ein Stück Land, ein Trinkwasserbrunnen, Sickergrube und ein alter Wohnwagen.
Und da zieh ich den Hut vor, zumindest schlafen sie wieder ruhiger..

Grüsse von
modesto

(1)
Nur mal ein Beispiel für den ungehorsamen Italiener:
Der Klempner kam letztes Jahr, die Regierung würde, unter Bezug auf die EU, einen bestimmten Filter vorschreiben, den wir zwischen Hauswasserwerk und Gastherme im Haus einbauen lassen müssen.
Der würde dann jedes Jahr ausgetauscht werden und das protokolliert der Klempner.
Warum?
Damit wir nur extrem sauberes Wasser durch die Therme laufen lassen.

Unser Trinkwasserbrunnen zapft eine der vielen Wasseradern im Felsen an, 126m tief. Das Wasser ist das Edelste, was man erhalten kann auf seinem Tisch.
Wir trinken das seit Jahren mit Genuss und ohne Filter..

Gut, eingebaut - Herzdame ist zu deutsch, um nein zu sagen.

Wir kommen nach langem Aufenthalt in Deutschland zurück und nach dem 2. Aufdrehen des Hahnes platzt der Filter und mit 3,5 Bar schießt das Wasser herum. Sofort große Überschwemmung, bis wir alles abgedreht haben.
Zum Glück kommt noch Wasser von der PVC-Zisterne auf dem Dach aus dem Hahn - Vorsorge eben..

Meine deutsche Frau zum Klempner: RAUS mit dem Filter und nie wieder einen einbauen!
Wäre das passiert, als hier nur der Aufpasser war, stünde unser Haus wochenlang unter Wasser, denn es ist verschlossen in Abwesenheit und er bewohnt dann einen Wohnwagen im Garten.

Und der Klempner:

Klar, haben schon viele wieder ausbauen lassen, aber das Protokoll schreiben wir dann trotzdem jedes Jahr. Bringst mir mal ein Bier aus Deutschland mit, ok?

Das ist der Süden..


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