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Rotti, Pampa, Samstag, 19.11.2016, 15:13 (vor 3399 Tagen) @ Morpheus2917 Views

Hallo rotti,

Servus Morpheus!

denn für die meisten Arbeiten reichen 75 PS bei weitem nicht aus.

Prototyp

Das Ding kann man als Hof-Trak nehmen, für die Futtergewinnung und
-verteilung. Aber Bodenbearbeitung mit 75 PS kannst du machen, aber dann
mit einer Arbeitsbreite, die unterhalb der des Schleppers liegt.

Prototyp
Einen Elektromotor kann man fast beliebig groß bauen. Die Frage ist immer die Speicherung und Bereitstellung des Stromes. Hier ist der vielversprechensde Ansatz die Brennstoffzelle. Übrigens ist das Problem momentan die Kühlung.

Das erhöht die Kosten erheblich. Und du brauchst 3 Traktoren statt einem.
Weil die Arbeit kannst du nicht einfach mal so in der dreifachen Zeit
erledigen. Das geht nicht, weil die Zeitfenster für Saat und Ernte eben
schon in der Theorie recht kurz sind. In der Praxis werden sie durch die
Wetter-Einflüsse (fehlender Regen, Regen statt Trockenheit, oder zu viel
Regen) noch weiter eingeschränkt. Wenn dann in so einem knappen
Zeitfenster die selbe Fläche bestellt/abgeerntet werden muss, dann muss
bei einer geringeren Arbeitsbreite die Anzahl der Maschinen erhöht werden.

Ich bin selbst Bauer und kenne die Zusammenhänge. Aber ein Elektromotor mit gleicher Leistung, wie ein Verbrennungsmotor ist leichter. Wie gesagt, handelt es sich um einen Prototypen, den man auch auf 200 PS bauen könnte.

Für eine mittelgroße Direkt-Saat-Maschine mit 4,50 Breite brauchst du
100 PS.

100 PS reichen dafür nicht.

Und man zieht das Teil über den Boden. Die großen Flächen, die
heute zur Ernährung beitragen werden mindestens mit 9m Saat-Maschinen
bearbeitet. Und ab und zu muss auch Arbeit im Boden, mit einer Tiefe von
bis zu 10cm (minimum) gemacht werden. Und ohne Herbizide wie Glyphosat
braucht es dann auch neue Verfahren zu Unkrautvernichtung, sonst ist so
eine Bodenbearbeitung regelmäßig erforderlich. ((OT: Bosch entwickelt
gerade einen Roboter, der so etwas macht, aber ist ein anderes Thema.))

Das ist immer die Argumentation der Glyphosatbefürworter. Normale, wendende Bodenbearbeitung macht Glyphosat überflüssig. Du beschreibst hier amerikanische Verhältnisse. Den Beweis, dass das kostengünstiger ist, der fehlt bis jetzt.


Ein Wasserstoff-Traktor wird auch viel leichter, du musst als mehr
Gewichte mitnehmen, um den Arbeitsgeräten etwas entgegen zu setzen. Sonst
drehen die Räder durch oder der Traktor kippt einfach vorne hoch.

Wo liegt das Problem, wenn ich zielgerichtet aufballastiere? Besser, als unnützes Mitschleppen von Gewicht da, wo ich es nicht brauche.

Das wird mMn ein Nischenprodukt. Wer meint, dass mit solchen Dingern die
Menschheit (in der heutigen Quantität) ernährt werden kann, der träumt.

Die einzige Frage ist doch, kann ich mit dem Brennstoffzellenschlepper einen Tag ohne Nachtanken arbeiten, bei ausreichender Leistung?

Für PKWs wird die Umstellung auf Elektro funktionieren, für LKW
vielleicht. Die Landwirtschaft wird mit Sicherheit der letzte Bereich
werden, der auf dem Boden noch Verbrennungsmotoren einsetzt.

Ich hab gerade meine Glaskugel nicht griffbereit und gebe dazu keine Prognose ab.

Das Haupt-Hindernis: Wie soll zu den aktuellen Preisen, bei denen alle
Landwirte weltweit praktisch aus der Substanz leben, so eine grigantische
Umstellungen finanziert werden. Das kannst man mMn vergessen. Oder man
bräuchte Riesen-Betriebe wie die LPGs in der DDR. So etwas funktioniert
dann aber nicht, auch wenn es kapitalistisch organisiert wird. Denn den
Leuten an der Arbeitsfront ist es letztlich sch...egal, wenn die Saat nicht
aufgeht oder die Früchte auf dem Feld verfaulen. Das passiert immer. Nur
bei solch großen Betrieben sind das dann nicht 5-20% der Fälle sondern
60-90%. Landwirtschaft geht nur in sehr überschaubaren Einheiten mit sehr
straffer und motivierter Führung.

Und genau deshalb ist die Brennstoffzelle ein guter Ansatz. Man treibt einen Schlepper mit Elektromotoren an. Ich erspare mir damit die heute gebräuchlichen aufwendigen und sündhaft teuren Getriebe (stufenlos, Lastschaltung, Motor-Getriebemanagement, Kraftübertragung auf Anbau-und Anhängegeräte.
Sicher sind die Brennstoffzellen teuer (über Elektromotoren müssen wir nicht diskutieren, die sind billig und zuverlässig), dafür aber kann man auf Getriebe und Zapfwellen etc. verzichten.
Über eine Kostendegression bei neuer Technologie, die eingeführt wird, können wir auch nur spekulieren. Wenn man aber in den Bereich der Computertechnologie reinschaut, .................. dann geht da noch was. [[zwinker]]


Grüße
Morpheus

M.f.G.
Rotti

--
Ich esse und trinke, also bin ich.


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