75 PS, das ist lächerlich
Hallo rotti,
denn für die meisten Arbeiten reichen 75 PS bei weitem nicht aus.
Das Ding kann man als Hof-Trak nehmen, für die Futtergewinnung und -verteilung. Aber Bodenbearbeitung mit 75 PS kannst du machen, aber dann mit einer Arbeitsbreite, die unterhalb der des Schleppers liegt.
Das erhöht die Kosten erheblich. Und du brauchst 3 Traktoren statt einem. Weil die Arbeit kannst du nicht einfach mal so in der dreifachen Zeit erledigen. Das geht nicht, weil die Zeitfenster für Saat und Ernte eben schon in der Theorie recht kurz sind. In der Praxis werden sie durch die Wetter-Einflüsse (fehlender Regen, Regen statt Trockenheit, oder zu viel Regen) noch weiter eingeschränkt. Wenn dann in so einem knappen Zeitfenster die selbe Fläche bestellt/abgeerntet werden muss, dann muss bei einer geringeren Arbeitsbreite die Anzahl der Maschinen erhöht werden.
Für eine mittelgroße Direkt-Saat-Maschine mit 4,50 Breite brauchst du 100 PS. Und man zieht das Teil über den Boden. Die großen Flächen, die heute zur Ernährung beitragen werden mindestens mit 9m Saat-Maschinen bearbeitet. Und ab und zu muss auch Arbeit im Boden, mit einer Tiefe von bis zu 10cm (minimum) gemacht werden. Und ohne Herbizide wie Glyphosat braucht es dann auch neue Verfahren zu Unkrautvernichtung, sonst ist so eine Bodenbearbeitung regelmäßig erforderlich. ((OT: Bosch entwickelt gerade einen Roboter, der so etwas macht, aber ist ein anderes Thema.))
Ein Wasserstoff-Traktor wird auch viel leichter, du musst als mehr Gewichte mitnehmen, um den Arbeitsgeräten etwas entgegen zu setzen. Sonst drehen die Räder durch oder der Traktor kippt einfach vorne hoch.
Das wird mMn ein Nischenprodukt. Wer meint, dass mit solchen Dingern die Menschheit (in der heutigen Quantität) ernährt werden kann, der träumt.
Für PKWs wird die Umstellung auf Elektro funktionieren, für LKW vielleicht. Die Landwirtschaft wird mit Sicherheit der letzte Bereich werden, der auf dem Boden noch Verbrennungsmotoren einsetzt.
Das Haupt-Hindernis: Wie soll zu den aktuellen Preisen, bei denen alle Landwirte weltweit praktisch aus der Substanz leben, so eine grigantische Umstellungen finanziert werden. Das kannst man mMn vergessen. Oder man bräuchte Riesen-Betriebe wie die LPGs in der DDR. So etwas funktioniert dann aber nicht, auch wenn es kapitalistisch organisiert wird. Denn den Leuten an der Arbeitsfront ist es letztlich sch...egal, wenn die Saat nicht aufgeht oder die Früchte auf dem Feld verfaulen. Das passiert immer. Nur bei solch großen Betrieben sind das dann nicht 5-20% der Fälle sondern 60-90%. Landwirtschaft geht nur in sehr überschaubaren Einheiten mit sehr straffer und motivierter Führung.
Grüße
Morpheus
--
-------------------------------------------
Wir - für die unbeschränkbare Freiheit.