Problem des Beweises

Falkenauge, Mittwoch, 02.11.2016, 22:26 (vor 3414 Tagen) @ Revoluzzer1276 Views

Hallo Revoluzzer,

man kann die Möglichkeit der Freiheit beweisen, und man kann das Gegenteil beweisen. Das hat schon Kant festgestellt, dass auf der Verstandesebene theoretisch jede Sache bewiesen und auch das Gegenteil bewiesen werden kann. Das führt ja nicht weiter. Da bleiben beide Seiten stehen, wo sie sind und treten auf der Stelle. Die Deterministen nageln sich selber auf ewig da fest, die anderen sehnen sich beweisend nach Freiheit und kommen auch nicht hin.

Es kommt darauf an, praktisch die Bedingungen zu erfüllen, sich in der Beobachtung Stück für Stück aus den Unfreiheiten herauszuwinden und zu sehen, wohin das führt. Es ist eine Frage der Selbsterkenntnis und Selbsterziehung. Die Freiheit muss jeweils konkret herzustellen versucht, also die Erfahrung der Freiheit aktiv gemacht werden. Dann kann man die freie oder noch unfreie Situation nachträglich beschreiben.

Auch dass es die Möglichkeit der Erkenntnis gibt, kann nur dadurch real bewiesen werden, indem man sie vollzieht und gedanklich beobachtet.

Erkenntnis ist nur insofern vorhanden, als sie vollzogen wird. Freiheit auch.
Da scheiden sich eben die Geister. Wer in der Unfreiheit des Schwarmes seine Befriedigung findet, bitte schön. Wer aber damit unzufrieden ist und tief in sich die Sehnsucht nach einem höheren Menschsein empfindet, strebe danach, die Freiheit zu erobern. Mal sehen, wie es ausgeht.

Herzlichen Gruß
Falkenauge


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