Kleine Rohfassung - muss jetzt halt so raus...
Freiheit ist ein Glaubenssatz. Und dabei gilt: Alles, individuell und
gesellschaftlich, spricht gegen die Freiheit.
Und die metaphysische Spielerei ist: Warum habe ich, haben wir trotzdem
diesen unstillbaren Drang nach der Idee der Freiheit? Weshalb will ich,
wollen wir, dass es sie gibt? Ist diese Sehnsucht nach Freiheit nicht
Beweis für ihr Sein? Ist die Idee der Freiheit nicht der Bruder des
Lebenstriebes, so wie die Idee der Determiniertheit der Bruder des
Todestriebes ist?
Hallo Revoluzzer,
ganz kurz und in Rohfassung:
Freiheit ist eine ziemlich junge Idee.
Ein mit Demokratie und Sozialismus vor nicht allzu langer Zeit eingepflanztes Mem.
Wir sind so demokratiegewaschen, dass wir denken, Freiheit wäre ein Urtrieb, ein archetypisches Bedürfnis.
Sie wurde von Niemanden und niemals zur Erklärung der Realität eingeführt, sondern als pathetischer Kampfbegriff zum Umsturz der damals bestehenden aristokratischen Ordnung.
Die Anfänge sind - wie immer bei Demokratie und Sozialismus - im Christentum zu suchen bzw. zu verorten.
Die ersten Missionare (Urchristen) haben ihren Spaltpilz (= Individualismus, Freiheit, Schuld, Erlösung vom Übel bzw. Jammertal) in alle kleinasiatischen und griechischen Gemeinden getragen: Freie individuelle Entscheidung für den Vater vom Jesus zur Erlösung, anstelle der im Kollektiv 'geerbten' und nicht hinterfragten sog. heidnischen Götter.
Freiheit ist keine metaphysische Spielerei, sondern eher Dummheit.
Der unstillbare Drang ist ein durch intensive und manipulierte Sozialisation eingepflanzter Glaubenssatz, damit man jederzeit und immer Protestmaterial (kollektivierte Menschen) ausheben kann, um mit diesen die Kanonen zu füttern, die man gegen eine jeweils von andern etablierte Ordnung (Kirche, Staat, Feinde...) richten kann.
Umgekehrt: Die Idee der Freiheit ist der Todestrieb.
und Du gehst wieder dem ganzen Christentum mit seiner Umwertung aller Werte auf den Leim.
Danke und Gruß
Hinterbänkler
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...und es gibt überhaupt gute Gründe dafür, zu mutmassen, daß in einigen Stücken die Götter insgesamt bei uns Menschen in die Schule gehen könnten. Wir Menschen sind - menschlicher ...
Friedrich Nietzsche 'Jenseits von Gut und Böse'