Die Fabel von der intelligiblen Freiheit

Zarathustra, Mittwoch, 02.11.2016, 17:30 (vor 3461 Tagen) @ Watson1596 Views

Servus,

Servus Watson

vorweg angemerkt bin ich sehr froh, dass sich auch der Determinismus
niemals wird beweisen lassen, was uns vielleicht den ultimativen Gottestaat
vom Leibe hält.

Meiner Meinung nach ist er logisch bewiesen.

Bitte hier lang:

http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=419156

Der von Kurt verlinkte Text ist das Mass aller bisher gesehenen Dinge.
Wer nach gründlichem Studium dieser Lektüre noch Einwände hat, der kann sie gerne bringen.

Nun aber einige Gedanken zum Thema:

Und jedes Wort, jeder Gedanke, jede Theorie muss eine Ursache haben.


Die Menschheit kennt derzeit einen Prozess ohne Ursache:
Quanten-Fluktuationen.

Nein. In Kurts verlinktem Text ist auch dieser Irrtum beschrieben.

Dabei entstehen kleinste Teilchen völlig zufällig
(nach aktueller Auffassung) aus dem Nichts.

Teilchen entstehen aus dem Nichts? Wer genau postuliert dies?
Offenbar nicht mal die Vertreter der Kopenhagener Interpretation.

Natürlich löst dies den
gordischen Knoten dieser Diskussion nicht. Aber solange kein Determinist
diese Vorgänge voraussagen kann, habe ich Hoffnung, dass Freiheit - die
ich im übrigen lieber freier Wille nennen würde – besteht.

Ein beliebter Fehlschluss. Willensakte aus dem Nichts wären - wie in Kurts verlinktem Text beschrieben - noch unfreier als die determinierten.

Wie kann aber die Freiheit einem Zwang unterliegen? Freiheit bedeutet

logisch auch, dass sie die Freiheit

hat, nicht zu existieren, noch präziser: nie existiert zu haben!


Das erscheint mir nicht logisch. Freier Wille setzt echte Zufälle voraus.
Gibt es diese, gibt es auch Freiheit/freien Willen.

Wir können so begründet an der Idee der Freiheit festhalten: Als
Ergebnis eines freien Aktes, den wir als solchen selbst nie werden
beobachten oder beschreiben können und von dem wir daher nie wissen
werden, ob es ihn tatsächlich gab oder nicht gab.
Freiheit ist ein Glaubenssatz. Und dabei gilt: Alles, individuell und
gesellschaftlich, spricht gegen die Freiheit.


Wikipedia weiß Rat:

"Immanuel Kant schlägt dafür in der Kritik der reinen Vernunft folgenden
Ausweg vor: Der Widerspruch zwischen Determinismus und Unbestimmtheit des
Willens entsteht nur, wo Erscheinungen (der Erfahrungswelt) mit dem „Ding
an sich“ gleichgesetzt werden. „Denn, sind Erscheinungen Dinge an sich
selbst, so ist Freiheit nicht zu retten. […] Wenn dagegen Erscheinungen
für nichts mehr gelten, als sie in der Tat sind, nämlich nicht für Dinge
an sich, sondern bloße Vorstellungen, die nach empirischen Gesetzen
zusammenhängen, so müssen sie selbst noch Gründe haben, die nicht
Erscheinungen sind.“ Willensfreiheit bedeutet danach „das Vermögen,
einen Zustand von selbst anzufangen“

Das ist die Fabel von der intelligiblen Freiheit.

http://www.zeno.org/Philosophie/M/Nietzsche,+Friedrich/Menschliches,+Allzumenschliches/...


Grüsse, Zara


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