Wer den Leser kennt ...
Die Offene Gesellschaft weise eine Schwäche auf, die z.B. Michel
Houellebecq in seiner "Unterwerfung" auch aufzugreifen
scheint.
Der Begriff der "Offenen Gesellschaft" stellt sich, aufbauend auf den
Erkenntnissen dieses Forums, als ein Oxymoron allererster Güte dar.
Es gibt offenere und geschlossenere Gesellschaften. Das weiss praktisch jeder.
Wo Macht und deren Androhung, Anwendung, Anerkennung und Anbetung die
grundlegende Bedingung jeglicher sozialer Beziehungen darstellen -
mithin in jeglichen menschlich-zivilisatorischen Gesellschaftsformen -
wo soll da, beispielsweise selbst im weitgefassten, jedoch festen
gesellschaftlichen Rahmen eines Landes wie der Schweiz, tatsächliche
"Offenheit" vorliegen?
Deinesgleichen täte ein Zwangsaufenthalt in einer geschlosseneren Gesellschaft wie Nordkorea oder Saudi-Arabien vielleicht ganz gut, um zu bemerken, dass es offenere und geschlossenere Gesellschaften gibt.
"Offenheit" für was?
Offenheit in der so inniglich gelobpreisten Schweiz heisst ja
zuallererst:
Offen für Volksabstimmungen. Das von den Völkischen hier angeblich so heiss geliebte Volk kann Abstimmungen jeglicher Art von der Peripherie her erzwingen ...
offen für Höchstprofitmaximierungs- und Kapitalfluchtinstitutionen
jeglicher Art und von jeglicher(!) Seite,
... und zwar völlig unabhängig davon, ob dieses Schwarmverhalten nach Deinem Gusto ist oder nicht. Nennt sich direkte Demokratie. Andere Schwärme wiederum bevorzugen eine indirekte Demokratie, sind hierarchischer gestrickt und bevorzugen Entscheidungen via Delegierte und Führerfiguren.
Dieses, in ursrünglichem, 'griechisch-demokratischem' Sinne (man muss da
natürlich ein bisschen belesen sein) vollkommen verkommene
Land hier gegenüber anders organisierten nationalen Machtstrukturen
lobpreisend hervorzuheben, voller Spott und Häme gegenüber seinen
Diskussionspartnern, zeugt von einer moralischen Verkommenheit und
Überheblichkeit ohnegleichen.
Mit Deinem Vokabular hast Du Dein moralinsaures Gejammer noch stets höchst selbst ad absurdum geführt.
Die Dekadenz des Westens zeigt sich aber nicht in Toleranz oder
Mitgefühl
sondern im vorauseilenden Huldigen autoritärer Herrscher und
dem
freiwilligen Gang
unter deren Joch, eben jener "Unterwerfung", die Houellebecq schildert.
Ob
diese Unterwerfung nun gegenüber einem Propheten oder einem
Kremlherrscher
stattfindet,
ist unbedeutend, beide erachten das demokratische Prinzip als
Blasphemie.
Wem in der Schweiz gehuldigt wird, und zwar über alle Maßen, habe ich
weiter oben ausführlich aufgezählt.Man erspare uns zukünftig bitte derart dumme, ja geradezu infantile
Vergleiche!
Er redet mal wieder für 'uns', der Kollektivist.
Man lehnt entweder ALLE Kräfte jeglicher zivilisatorischer Machtausübung
ab, oder man lasse es, sich als deren Gegner aufzuspielen!
Das kann jeder selber entscheiden und benötigt dazu zuallerletzt Deine Imperative. Ausserdem hat pigbonds sich noch nie als Gegner aller Kräfte zivilisatorischer Machtausübung aufgespielt, Du 'Leser'.
) vollkommen verkommene