Popper und die Irrlehre von der "Offenen Gesellschaft" anzupreisen
zeugt einmal mehr davon, dass das Theoriegebäude des Debitismus in diesem Forum mittlerweile von einigen Schreibern auf leisen Sohlen angegriffen wird -
und wohl schleichend zu Grabe getragen werden soll.
Du hast wohl Popper nicht gelesen. Vielleicht einmal ein Buch lesen, das
nicht exklusiv im Kopp oder Arktos Verlag erschienen ist.
Genau diesen Stil braucht dieses Forum! Bravo!
Für die ganz Faulen gibt es auch Wiki:
https://de.wikipedia.org/wiki/Offene_Gesellschaft
Besteht zwischen Fleiß und Klugheit neuerdings ein kausaler Zusammenhang?
Wie wir hier erkennen können, ganz offensichtlich nicht.
Die Offene Gesellschaft weise eine Schwäche auf, die z.B. Michel
Houellebecq in seiner "Unterwerfung" auch aufzugreifen scheint.
Der Begriff der "Offenen Gesellschaft" stellt sich, aufbauend auf den Erkenntnissen dieses Forums, als ein Oxymoron allererster Güte dar.
Wo Macht und deren Androhung, Anwendung, Anerkennung und Anbetung die grundlegende Bedingung jeglicher sozialer Beziehungen darstellen -
mithin in jeglichen menschlich-zivilisatorischen Gesellschaftsformen -
wo soll da, beispielsweise selbst im weitgefassten, jedoch festen gesellschaftlichen Rahmen eines Landes wie der Schweiz, tatsächliche "Offenheit" vorliegen?
"Offenheit" für was?
Offenheit in der so inniglich gelobpreisten Schweiz heisst ja zuallererst:
offen für Höchstprofitmaximierungs- und Kapitalfluchtinstitutionen jeglicher Art und von jeglicher(!) Seite, offen für höchstkriminelle Subjekte (jedoch nicht unbedingt für deren kleinkarierte Mitläufer und Helfershelfer, also deren nützlichen Idioten), offen für globalistische Ränkeschmiederei, offen für regelmäßige informelle Treffen der höchstkriminellen globalen und globalistischen Eliten - in angenehmster und sicherster Umgebung - Rückzugs- und Altersrefugium für dieselben Kreise u. s. w. in diesem Stile.
Dieses, in ursprünglichem, 'griechisch-demokratischem' Sinne (man muss da natürlich ein bisschen belesen sein
) vollkommen verkommene Land hier gegenüber anders organisierten nationalen Machtstrukturen lobpreisend hervorzuheben, voller Spott und Häme gegenüber seinen Diskussionspartnern, zeugt von einer moralischen Verkommenheit und Überheblichkeit ohnegleichen.
Wer sich so aber, seine eigenen Lebenslügen vor anderen ungefragt rechtfertigend, wohler fühlt, der tut's halt.
(Nur weil man von seinem Schicksal auf einem Fettauge der gegenwärtigen Weltgeschichte abgesetzt wurde, muss man sich dem Blick fürs Ganze ja nicht zwangsweise verwehren - das ist ein subjektiv getroffener Entschluss.)
Die Dekadenz des Westens zeigt sich aber nicht in Toleranz oder Mitgefühl
sondern im vorauseilenden Huldigen autoritärer Herrscher und dem
freiwilligen Gang
unter deren Joch, eben jener "Unterwerfung", die Houellebecq schildert. Ob
diese Unterwerfung nun gegenüber einem Propheten oder einem Kremlherrscher
stattfindet,
ist unbedeutend, beide erachten das demokratische Prinzip als Blasphemie.
Wem in der Schweiz gehuldigt wird, und zwar über alle Maßen, habe ich weiter oben ausführlich aufgezählt.
Man erspare uns zukünftig bitte derart dumme, ja geradezu infantile Vergleiche!
Man lehnt entweder ALLE Kräfte jeglicher zivilisatorischer Machtausübung ab, oder man lasse es, sich als deren Gegner aufzuspielen!
Nach Popper also auch gleich Houellebecq lesen, um dann sich
als Lechbrucknersepp darin als Identitären wiederzuerkennen.
Ein wirklich süffisantes Werk, das
Houellebecq da geschaffen hat.
Für verwirrt Umherirrende mag Deine Empfehlung, geprägt offenbar aus eigener Erfahrung, zwar nicht wirklich weiterführend,
jedoch möglicherweise zumindest beschäftigungsgebend hilfreich sein.
Gruß
MausS