Deine Vermutung ist falsch. Popper lesen. Dann Houellebecq.

pigbonds, Mittwoch, 21.09.2016, 22:19 (vor 3449 Tagen) @ Lechbrucknersepp4488 Views

Du hast wohl Popper nicht gelesen. Vielleicht einmal ein Buch lesen, das nicht exklusiv im Kopp oder Arktos Verlag erschienen ist.

Für die ganz Faulen gibt es auch Wiki: https://de.wikipedia.org/wiki/Offene_Gesellschaft

Die Offene Gesellschaft weise eine Schwäche auf, die z.B. Michel Houellebecq in seiner "Unterwerfung" auch aufzugreifen scheint.

[...] Stattdessen würde sie wie keine andere Gesellschaftsform auch ihren Gegnern Raum bieten, an der Zerstörung der offenen Gesellschaft
zu arbeiten
. Gegenüber utopischen Ideologien sei die offene Gesellschaft zudem aufgrund ihrer vermeintlichen „Inhaltsleere“ argumentativ
im Nachteil.[...]

Anhänger der Offenen Gesellschaft können nicht anders, als den revisionistischen Kräften, seien dies Islamisten oder Querfröntler oder wie sie sich auch
immer nennen, Meinungs- und Redefreiheit zu gewähren. Dies wird oft als Schwäche gesehen, manchmal ans Dekadenz gewertet.

Die Dekadenz des Westens zeigt sich aber nicht in Toleranz oder Mitgefühl sondern im vorauseilenden Huldigen autoritärer Herrscher und dem freiwilligen Gang
unter deren Joch, eben jener "Unterwerfung", die Houellebecq schildert. Ob diese Unterwerfung nun gegenüber einem Propheten oder einem Kremlherrscher stattfindet,
ist unbedeutend, beide erachten das demokratische Prinzip als Blasphemie.

Nach Popper also auch gleich Houellebecq lesen, um dann sich als Lechbrucknersepp darin als Identitären wiederzuerkennen. Ein wirklich süffisantes Werk, das
Houellebecq da geschaffen hat.

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