Die Sache ist komplizierter.
Hallo Orlando,
wir haben ja schon ausgiebig über das Thema gesprochen.
Was ich an dem Manipulationsvrrdacht hinsichtlich einer dauerhaften
Preisbeeinflussung in eine Richtung nicht verstehe, ist, wie diese wirken
soll. Denn jeder Kontrakt hat zwei Kontrahenten, der eine erwartet
steigende, der andere fallende Preise. Nur long oder short Kontrakte gibt
es nicht, sondern nur Kontrakte mit jeweils beiden Seiten.
Das ist richtig, allerdings deine Schlussfolgerung daraus nicht, meiner Meinung nach.
Was du bei deinen Überlegungen außer acht lässt, ist der Faktor Nachfrage und Volatilität.
Dazu ein Interview mit George Soros aus dem Jahre 2008 anlässlich der damals stark ansteigenden Nahrungsmittelpreise:
http://www.stern.de/wirtschaft/geld/george-soros--tiefste-krise-seit-den-30er-jahren--3...
Daraus:
Frage: Also sind Spekulanten in Wahrheit unschuldig?
Anwort von George Soros:
Nein, natürlich nicht. Spekulanten bilden die Blase, die über allem liegt. Mit ihren Erwartungen, ihren Wetten auf die Zukunft treiben sie die Preise, und ihre Geschäfte verzerren die Preise, vor allem im Rohstoffbereich. Und das ist so, als ob man in einer Hungerkrise heimlich Lebensmittel hortete, um mit den steigenden Preisen Profite zu machen. Das dürfte so nicht möglich sein. Daher fordere ich, dass etwa den großen amerikanischen Pensionsfonds der Handel mit Rohstoffen verboten wird. Auch Hedgefonds sollten höhere Mindesteinsätze zahlen, wenn sie in Rohstoffmärkte investieren wollen. Der momentane Run auf Rohstoffe erinnert mich an eine ähnlich fixe Idee vor gut 20 Jahren. Damals waren alle verrückt nach sogenannten Portfolio-Versicherungen. Auch damals brachten Investoren den Markt aus dem Gleichgewicht. Es kam zum Exzess. Und endete im Aktiencrash von 1987.
LG
siggi