Nichts gegen Kontrakte
Kontrakte über Dinge, die noch nicht existieren gehören zum Kern unserer
Wirtschaft.Es werden Autos gekauft, oder ganze Häuser, die noch gar nicht gebaut
sind. Oder wenn Du einen Maler beauftragst, Deine Bude zu tapezieren etc
Das ist völlig in Ordnung, insofern der Inhaber des Kontrakts auch die verbriefte Ware erhält.
Beim Gold ist das allerdings nicht so, alle Kontrakte enthalten sowohl die Modalität der physischen Auslieferung als auch der Abwicklung mittels Auszahlung in US-Dollar. Wenn alle Halter der Gold Futures von ihrem Recht der physischen Ausübung Gebrauch machen, so ist die LBMA gezwungen von 90 Kontrakthaltern 89 mit Geld abzufinden und 1 Kontrakthalter seine Goldbarren auszuhändigen. Das ist ein klassischer Default, denn das Versprochene kann nicht eingehalten bzw. geliefert werden.
Alle Preise deshalb manipuliert?
Nicht manipuliert, aber die Preise bilden eben nicht den physischen Goldpreis ab. Warum? Weil momentan die ganz überwiegende Mehrheit der Future-Kontrakte-Inhaber gar kein physisches Gold will, sondern Geld (sie wählen freiwillig die Abwicklung in US-Dollar). Wann und ob sich das ändert, kann ich natürlich nicht mit Sicherheit sagen. Ich gehe aber davon aus, dass die LBMA in den nächsten 5 Jahren "bust" geht. Vielleicht aber auch nicht, ich kann natürlich auch falsch liegen.
Man könnte bzw muss sagen, dass die Mehrheit aller Kontrakte auf
ZUKÜNFTIGE Fälligkeit hin abgeschlossen wird.
Wie gesagt, solange jeder Kontraktinhaber zum Zeitpunkt des Ablaufs von seinem Recht auf physische Ausübung Gebrauch machen kann und die verbriefte Ware erhält, ist das voll okay.