historische Perspektive
in 2012 hatte ich mal folgende Ansicht zum Gold-Dow-Ratio erstellt, in der
ich eine Umkehr für 2015 vorsah.
Hi Dieter,
Deine Grafik bzw. der eingezeichnete Trendkanal hat ein Problem: Er lässt die historische Dimension des Goldverbots von 1932 außer Acht.
Die Dow Gold Ratio fiel während der Great Depression auf etwas unter 2,5. Der Grund dafür war, dass die amerikanische Bevölkerung massenweise Papierdollars gegen Golddollars eingetauscht hat. Der Dollar war damals zum Fixpreis von 20 USD / Unze in jeder Bank konvertierbar - es gab damals Goldmünzen mit den passenden Werten (z.B. American Eagle, Buffalo usw. usf.).
Dies geschah so massiv, dass dem U.S. Treasury das Gold ausging und die Realwirtschaft durch die massive Goldhortung der Menschen stranguliert wurde (die Deflation wurde verstärkt). Daraufhin wurde der private Goldbesitz unter Strafe gestellt (10 Jahre Haft & 10.000 USD Strafe) und die Menschen mussten ihr Gold abliefern.
Dieses Gesetz hat natürlich die Dow / Gold Ratio stark verfälscht, da nicht nur kein Gold mehr ausgegeben wurde, sondern das Gold zudem unter Zwang eingezogen wurde. Dein Trendkanal ist somit falsch bzw. die Untergrenze davon. Vielmehr gehen Historiker davon aus, dass die Dow / Gold Ratio aufgrund der vorangegangenen Übertreibung von 1929 sogar unter 1 gefallen wäre (z.B. 0,5), also man für eine Unze Gold sogar 2x den Dow bekommen hätte.
Außerdem betrug die Dow to Gold Ratio im Jahr 1896 1 sowie im Jahr 1980 ebenfalls, ich gehe daher davon aus, dass der Zyklus nach einer vorangegangen Übertreibung immer Richtung 1 läuft (Stichwort Mean Reversion) und unsere Übertreibung mit 44 Unzen / Dow im Jahr 2000 so groß war, dass jetzt eine Dow to Gold Ratio von 0,25 ansteht. D.h. bei 1000 Punkten beim Dow 4000 US-Dollar für eine Unze Gold.
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edit: Du hast Dein Posting editiert, während ich geschrieben habe. Dein Szenario mit den inflationsbereinigten Charts teile ich - meiner Meinung ist das auch die entscheidende Betrachtungsweise: Man möchte ja wissen, ob man für sein Aktienportfolio mehr oder weniger Güter kaufen kann. Es nutzt ja nichts, wenn der S&P 500 auf 10.000 Punkten steht und eine Flasche Cola 100 Euro kostet.
Lediglich als Addendum hier noch der S&P 500 nominal, inflationsbereinigt und mit Shiller P/E sowie secular market cycles. MMn ist der Fall klar: Es herrscht aktuell Bärenmarkt und das muss man (irgendwie) korrektiv zählen:
![[image]](http://i.imgur.com/K7mLwvi.jpg)