Ach neeee ...

LePenseur ⌂, Dienstag, 26.07.2016, 16:22 (vor 3501 Tagen) @ Mephistopheles2790 Views
bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 26.07.2016, 16:37

Cher Mephisto,

einen treffenden Nickname haben Sie sich zugelegt. Nur leider: Alles, was Sie über das NT schreiben, leidet ein bisserl unter Themenverfehlung.

Denn es ist ein Unterschied, ob ein Religionsstifter schreibt: "Ermordet die Ungläubigen, wo ihr sie findet" und seine Anhänger das dann auch tun (die Geschichte des Islam ist eine einzige Blutspur, von Mitteleuropa bis nach Indien, wo die eindringenden Muselmanenhorden bspw. die verbliebenen Reste des Buddhismus dortselbt ratzfatz beinahe zu 100 % ausrotteten) - oder ob ein Religionsstifter seinen Widersachern eine jenseitige Rache in Aussicht stellt.

Mich ließe ein Islam, der sich darauf beschränkt, mir als "Ungläubigen" Höllenqualen in Aussicht zu stellen, einigermaßen kalt. Etwa so kalt wie die Ansichten der Zeugen Jehovas über das trübe Schicksal aller, die bei der Wiederkunft Jesu Christi nicht der "theokratischen Organisation" angehören. Na, wenn sie meinen, sollen sie ruhig ...

Wenn hingegen ich als Nicht-Musel mich irgendwelchen Steinzeitregeln der Scharia zu beugen habe, z.B. auch als Nicht-Musel im Ramadan wegen Essens in der Öffentlichkeit in dortigen Ländern bestraft werde, meine Zeugenaussage weniger gilt, ich erhöhte Steuerlasten zu tragen habe, meine weiblichen Angehörigen ohne Kopfschleier angepöbelt und - wenn's grad lustig ist - vergewaltigt werden etc. etc.: dann habe ich sehr wohl was dagegen!

Noch mehr habe ich was dagegen, wenn durchgeknallte Muselmanenhorden auf Pogrom unterwegs sind und Christen, Juden und Atheisten die Kehle durchschneiden.

Und jetzt, cher Mephisto, liefern Sie mir doch ein Beispiel, daß dies von uns in Europa gegenüber Muselmanen theoretisch erörtert oder gar praktiziert wird: ich wage die Prognose, daß Sie nicht leicht fündig werden dürften ...

Konkret zu Ihren "Funden":

(Mt 10,34-35): "Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, Frieden zu
bringen auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern
das Schwert. Denn ich bin gekommen, den Menschen zu entzweien mit seinem
Vater und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer
Schwiegermutter."

So what? Entzweiung von Familien kommt vor, von Schwiegerleuten schon überhaupt geradezu sprichwörtlich. Und Sie unterschlagen, weshalb die Entzweiung entsteht, und wie sie sich auswirken soll. Das kann von harmlos bis tödlich gehen - haben Sie einen Beleg für Letzeres?

(Mt 11,23): "Und du, Kapernaum, wirst du bis zum Himmel
erhoben werden? Du wirst bis in die Hölle hinuntergestoßen werden."

Und? Ist Jesus ausgezogen und hat Kapernaum in Schutt und Asche gelegt? So, wie sein Propheten-Nachfolger Mohammed ganze Stämme überfallen und ausgerottet hat? Wäre mir doch neu ...

Jesus, das sanfte Lamm Gottes, sprach zu seinen Jüngern (Mt 13,41-42):
"Der Menschensohn wird seine Engel senden, und sie werden sammeln aus
seinem Reich alles, was zum Abfall verführt, und die da Unrecht (früher
hieß es an dieser Stelle: "das Gesetz Gottes nicht") tun, und werden sie
in den Feuerofen werfen; da wird Heulen und Zähneklappern sein."

Wenn ich prognostiziere, daß die Konkurrenzfirma X in Konkurs gehen wird - bin ich dann einfach der ruchlose Böse, wenn sie's tatsächlich tut? Sorry, das ist doch kindisch-magische Geschichtsbetrachtung!

Als eine Frau Jesus um Hilfe bat, wies er sie barsch ab (Mt 15,24): "Ich
bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel." Fremden zu
helfen, war also nicht sein Sinn. Erst als die Frau ihn ein zweites Mal
unterwürfig ("hündisch") anbettelt, erfüllt er ihre Bitte.

Na immerhin! Aber auch wenn Sie darin einen Beleg sehen, daß Jesus nicht vollkommen und edel war: Hier, im Bereich der verruchten Christenheit, dürfen Sie das seit der Mitte des 18. Jahrhunderts (also: einem schlappen Vierteljahrtausend!) ungefährdet aussprechen. Ich würde Ihnen eine Kritik an der Person Mohammeds in Ländern des Nahen Ostens allerdings nicht ganz so unbedenklich empfehlen ...

Wer gegen ihn war, dem wünschte er, (Mt 18,6): "daß ein Mühlstein an
seinen Hals gehängt und er ersäuft würde im Meer, wo es am tiefsten
ist." Wo spricht hier Jesus' angebliche Feindes- und Nächstenliebe?

Idem.

Jesus beschimpft die Schriftgelehrten als (Mt. 23,33) "Schlangen,
Narrengezücht", obwohl er immer wieder mahnte: (Lk 6,37) "Verdammt nicht!"
und (Mt 7,1) "Richtet nicht!"

Idem.

Den Juden wünschte Jesus Tod und Verderben (Mt 23,35): "... damit über
euch komme all das gerechte Blut."

Nochmals: So what? Wenn ich dem Herrn Mayer, der mir Übles getan hat, von ganzem Herzen wünsche, an einem schmerzhaft metastasierenden Darmkrebs zu krepieren, dann ist das nicht humanistisch-edel gedacht. Aber nochmals: der Wunsch ist nicht ident mit dem Vollzug. Wie wir ihn z.B. heute beim Abschneiden des Kopfes eine katholischen Priesters durch zwei Musel-Terroristen erleben durften.

Mit harten Worten verkünden die Evangelisten, wie Jesus die Ungläubigen
bestrafen, verbrennen, vernichten, in Stücke hauen oder in den Feuerofen
werfen wird (Mt 25,41): "Geht weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige
Feuer, das bereitet ist dem Teufel."

Schon wieder dieselbe Leier: auch wenn ich Sie, cher Mephisto, zum Teufel wünsche, sind die Konsequenzen im Vergleich zu einem Loch im Kopf aus meiner Kalaschnikow oder einer zusätzlichen Atemöffnung in der aufgeschlitzen Kehle marginal.

Auch Tieren gegenüber kannte Jesus keine Rücksicht. In einer Geschichte
ließ er Dämonen in eine (Mk 5,11) "Herde Säue" fahren, die sich
daraufhin ersäufte.

Die armen Schweine ...

Jesus empfahl auch (Mk 9,43): "Wenn dich deine Hand zum Abfall (Vom
Glauben abfallen) verführt, so haue sie ab! Es ist besser für dich, daß
du verkrüppelt zum Leben eingehst (stirbst), als daß du zwei Hände hast
und fährst in die Hölle."

Es steht Ihnen aber frei, mit beiden Händen in die Hölle zu fahren, und es steht Ihnen sogar frei, daran nicht zu glauben. Wenn ihnen eine Hand schariakonform abgehackt würde, stünde Ihnen das freilich nicht mehr frei.

(Mk 16,16): "Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden; wer
aber nicht glaubt, der wird verdammt werden." Warum nur diese Angst vor den
Ungläubigen, ist man doch im Besitz der selig machenden Wahrheit?

etc. etc. - es wird einfach mühsam, das alles zu beantworten ...

Cher Mephisto: wenn Sie nicht mehr an Munition finden, werden Sie diese Schlacht nicht gewinnen.

----

P.S.: Jetzt kommt natürlich das Totschlagargument: Aber im Mittelalter die Inquisition, die war doch genauso, wie jetzt die Museln ...

Nochmals: So what!? Im Mittelalter war im Mittelalter. Heute ist heute. Im Mittelalter kann ich heute nicht von einer Nagelbombe zersiebt werden. sondern eben nur heute.

Was im Mittelalter war, ist erstens schon sehr lange her, zweitens nicht meine Schuld gewesen, und drittens (und entscheidendest!) inzwischen bei uns längst überholt.

In den islamischen Ländern hingegen ist es heute noch immer gelebte Realität. Mit Todesurteilen wegen "Hexerei" in Saudi-Arabien. Mit "Ehrenmorden" an vergewaltigten Frauen. Mit Stockhieben für die Publikation einer "atheistischen" Ansicht.

Wenn Sie diesen Unterschied nicht erkennen können, tun Sie mir einfach leid.

--
LePenseur


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