Dann sage dem Herrn Winkler, er soll sich mal in das Pentateuch vertiefen

LePenseur ⌂, Dienstag, 26.07.2016, 12:29 (vor 3501 Tagen) @ nereus3276 Views

... und dort nach den beschriebenen und erhofften Menschentötungen suchen.

Cher "nereus",

so sehr ich viele Ihrer Beiträge schätze - zu diesem Punkt muß ich leider sagen: nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich!

1. Der Pentateuch berichtet (!) von (teils höchst grausamen) Tötungen. Nur ist das nicht identisch mit dem Aufruf, solche Tötungen selbst zu begehen.

2. im Alten Testament (z.B. den Psalmen, aber auch an vielen anderen Stellen) wird oft die Rache Gottes höchst plastisch ausgemalt, und dabei spielen sehr grausame Todesarten eine Hauptrolle. Aber auch hier ist ein fundamentaler Unterschied zwischen dem (sicher nicht ethisch wertvollen!) Wunsch, Gott möge z.B. die Häupter seiner (und des Psalmisten) Feinde zermalmen, und der Aufforderung, Ungläubige umzubringen, wo man sie antrifft.

3. Im Neuen Testament werden Sie derlei überhaupt vergeblich suchen. Und für Christen sind nun mal auch die grausamsten Tötungsphantasien des AT im Lichte (und aus der erkenntnis) des Neuen Testaments zu verstehen und zu berücksichtigen.

4. Sie wissen vermutlich, daß die katholische Kirche schon aus anlaß der Liturgiereform (also vor ca. 1/2 Jahrhundert) die sogen. "Fluchpsalmen" aus dem für Kleriker verpflichtenden täglichen Gebet ausgenommen hat (in dem sie vorher aus Vollständigkeitsgründen im wöchentlichen Psalter drinnen waren). auch aus anderen Psalmen (z.B. Ps. 2 "Quare fremuerunt" oder Ps. 109 "Dixit Dominus") wurden einzelne Verse entfernt, die für christliche Ohren einfach zu "hart" klingen. Das wurde teilweise (und wird auch von mir) als zu weitgehend kritisiert - aber die prinzipielle Entscheidung, daß Teile des AT sich nicht als allgemeine Gebetsgrundlage eignen, ist wohl richtig, und wurde übrigens auch schon vorher (wenigstens in der RKK) beachtet: das AT kam nur in (früher sehr bescheidener, jetzt etwas größerer, aber immer noch bloßer) Auswahl zur Lesung.

Wenn Sie daher die expliziten Anweisungen des medinensischen Koran zur Unterwerfung und ggf. Tötung von Gläubigen mit irgendwelchen Scheußlichkeiten des AT vergleichen, dann vergleichen Sie die sprichwörtlichen Äpfel mit Birnen!

Mir ist jedenfalls kein einziger katholischer Pfarrer bekannt, der nach dem Beispiel des Buches Josuah seine Schäfchen aufgefordert hätte, die Ungläubigen aus dem Gebiet seiner Pfarre auszurotten.

Vorkommnisse, wie sie hingegen in muselmanischen Ländern mit "Ungläubigen" (d.h. den dort verbliebenen Christen, aber nicht bloß mit diesen) leider gang und gäbe sind!

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LePenseur


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