Einer der wenigen Helden bei Kafka, der nicht verzweifelt ist.
Lieber Fidel,
hast du Franz Kafkas "Ein Bericht an eine Akademie" im Theater gesehen?
Leider nein, aber gelesen.
Wenn die Inszenierung klug ist, erkennt der Zuschauer unsere
(zwangsweise) zivilisierte Art.
Ich bin ja auch zivilisiert, aber eben nicht zu 100 %.
Diese Möglichkeit hat ja der @Hinterbänkler auch eingeräumt.
Jeder hat seinen eigenen Wald und kann mitentscheiden, wie oft er sich lieber dort aufhält. Wir sind grau und nicht schwarz-weiß.
Wenn ich geduldig und offen mit kleinen Kindern spiele oder mich unvoreingenommen mit Jugendlichen beschäftige oder mit Leuten, die sich lieber am Rande der Gesellschaft bewegen, erlebe ich viel weniger "zivilisiertes" Verhalten als unter Kollegen und Bekannten.
Jeder kann mitentscheiden, mit wem er lieber mehr Zeit verbringen möchte, wie sehr er sich einbinden will in zivilisierten Umgang.
Kafka ist an der Zivilisation verzweifelt - den Schlüsselsatz habe ich
hier verlinkt:
https://www.youtube.com/watch?v=NnmGJIgldDc&feature=youtu.be&t=7m26s
Zweifeln ist, gut, Verzweifeln ist schade.
Nachdem der Affe einmal gefangen genommen war und ihm bewußt wurde, dass
er seine Freiheit für immer verloren haben würde,
begann er nach der Suche um einen Ausweg.....
...wobei er nicht deutlich macht, was denn nun der Ausweg wäre, den er dauern suchen muss.
Glücklich, wem es gelingt sich zu befreien.
"Freedom's just another word for nothin' left to loose..."
Nun von den Bändern der Liebe und der Verantwortung für meine Familie und für viele andere interessante Menschen möchte ich mich eher nicht befreien
.
Auch zivilisierte und wildfremde Menschen können sehr achtsam und geradezu menschlich miteinander umgehen, wenn ich menschlich mit ihnen umgehe (sieht man auch hier in den produktiven Phasen im Forum).
Liebe Grüße
Silke