Staat = Organ'isationsform einer Gesellschaft/Volkes ..

Beo2, NRW Witten, Samstag, 11.06.2016, 14:37 (vor 3539 Tagen) @ Falkenauge2823 Views

Nietzsche sieht den Staat als das große Lügenmonster, das sich mit dem Volk identifiziert und vorgibt, seine Interessen zu vetreten. Er erhebt sich zum Götzen, der sich über die Menschen stellt und sie für seine mörderischen Ziele verführt und einspannt. Wie wahr.

WER soll das denn sein, der Staat bei Nietzsche, wenn nicht das irgendwie organisierte Volk selbst? Gab es da sonst noch Jemanden .. vielleicht Außerirdische?

Aber man muss es noch konkreter fassen. Der Staat als heute noch immer hierarchische Organisationsform - von der gerne suggeriert wird, der Staat sind wir doch alle - wird in seinen entscheidenden Schaltstellen von einer "Elite", einer Parteienclique beherrscht,

Aha, da kommen wir der Sache schon näher: Das Volk wird also beherrscht von einer kleinen Minderheit, einer selbsternannten Elite, einer Parteienclique (.. vielleicht der neudeutschen SED?), von den Reichsten 5% und ihren politischen Zuträgern (den Schleppern und Bauernfängern), die die Macht im Staat gebündelt und an sich gerissen haben = Machtkonzentration in immer weniger Händen (vgl. parallel dazu Vermögens- und Kapitalkonzentration).

die hinter der Fassade einer formalen Demokratie eine Oligarchie betreibt.

"Formale Demokratie" .. was soll das denn sein? Du meinst wohl: die Fassade einer Scheindemokratie.

Übrigens, das Wort Demokratie bedeutet wörtlich: Bürger- oder Volksherrschaft. Der Prototyp davon, ja sogar von Direkter Demokratie, gab es (abgesehen von den ursprünglichen Stammesgesellschaften) im antiken Griechenland (Region Athen/Attika) in ca. 570-320 v.Chr., mit Unterbrechungen (durch Tyrannei) fast 200 Jahre lang netto! Und, es hat ziemlich gut funktioniert.
Es war die Zeit des Sokrates, des Platon, des Aristoteles, des Xenophon u.a., damals Athener Bürger. DEMOS waren die freien Männer in Athen/Attika, welche Wahlrecht besaßen.

Sie übt Macht über das Volk aus, und Macht ist das, was den Staat zum Monster macht, das sich nur mit Lügen halten kann. Wahre Demokratie ist mit Macht nicht vereinbar.

Ein Machtvakuum kann es im ganzen Universum gar nicht geben; wo denn? Jemand muss doch unvermeidlich mehr oder weniger Macht besitzen; erst recht in einem Staat. Auch in der wilden Natur herrschen verbindliche Gesetze und Macht des Stärkeren .. bei Missachtung droht die Todesstrafe!

Also: Wie wäre es mit einer Dezentralisierung der Macht im Staat durch eine ausgefeilte Direkte Demokratie?

Die Entwicklung des Staates ist eine Entwicklung der Herrschaft einer überlegenen Minderheit, die ihre Macht von Göttern übertragen empfand ....

Ja, das ist zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Geschichte der Menschheit "in Mode gekommen" und dauert bis heute an. Es war eine gewalttätige Machtergreifung innerhalb der ursprünglich direkt-demokratischen Stammesgesellschaften .. eine Machtergreifung derjenigen "hinter der Burgmauer" gegen diejenigen "vor der Burgmauer" (und Entstehung der ersten Klassengesellschaften).

Mit Gruß, Beo2


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