Staat und Volk

Falkenauge, Samstag, 11.06.2016, 09:27 (vor 3539 Tagen) @ Hinterbänkler3374 Views

Aus Zeitgründen möchte ich nur kurz auf die von Nietzsche gemachte strikte Unterscheidung von Staat und Volk eingehen.

Nietzsche sieht den Staat als das große Lügenmonster, das sich mit dem Volk identifiziert und vorgibt, seine Interessen zu vetreten. Er erhebt sich zum Götzen, der sich über die Menschen stellt und sie für seine mörderischen Ziele verführt und einspannt. Wie wahr.

Aber man muss es noch konkreter fassen. Der Staat als heute noch immer hierarchische Organisationsform - von der gerne suggeriert wird, der Staat sind wir doch alle - wird in seinen entscheidenen Schaltstellen von einer "Elite", einer Parteienclique beherrscht, die hinter der Fassade einer formalen Demokratie eine Oligarchie betreibt. Sie übt Macht über das Volk aus, und Macht ist das, was den Staat zum Monster macht, das sich nur mit Lügen halten kann.

Wahre Demokratie ist mit Macht nicht vereinbar. Die Entwicklung des Staates ist eine Entwicklung der Herrschaft einer überlegenen Minderheit, die ihre Macht von Göttern übertragen empfand, zu einem Zustand, in dem alle sich als Gleiche empfinden, also von einer vertikalen Herrschaft zu einer Form horizontaler Koordination. Diese Entwicklung wird hier etwas nachgezeichnet.


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