Ich bleibe bei goldenen Zeiten
Allerdings fehlt mir einfach die Überzeugung des Untergang-Teiles.
Weil Leben sich bis hierher durchgewurschtelt hat?![]()
Weil das keine Erkenntnis, sondern eine Binsenweisheit ist. Leben heisst: Sterben müssen, eines Tages. Kollektive und Staaten sind Lebewesen und sterben ergo eines Tages. Daran stört sich nur, wer ewiges Leben erwartet, das gibt es aber realiter nicht.
Ich passe zwar auf, dass ich nicht unter einen Bus komme, ich richte aber mein Leben nicht als ewige Vorbereitung auf das Sterben ein. Ergo richte ich mich auch nicht ständig auf den Tod des Großkollektivs ein.
Ich habe auch keine "Schuldenobsession", weil Schulden sind halt
Guthaben
und vice versa. Wir Deutschen neigen vermutlich aus linguistischen
Gründen
zum Kurzschluss Schulden=schlecht.
Schulden sind nicht das Problem.
Kriminelle Schutzgelderpressung - vulgo Steuern/Abgabe/Zinnß ist das
Problem.
Das schlechte Wetter ist auch ein Problem, von mir genausowenig zu beeinflussen. Der Staat lässt sich momentan nicht abschaffen, aber zähmen. Mittlerweile sind - ich schätze jetzt mal aus dem Bauch - bei uns ca 40% der Leute aus dem Abgabezwang entlassen - die sogenannten Transferempfänger. Früher waren das alles Leibeigene, Frondienstleistende. Heute werden sie ausgehalten und jeder hat die Option, sich dazuzugesellen. Der Staat hat kein schreckliches Antlitz mehr. Drum strömen auch die Flüchtlinge so gern ein, lieber in der Turnhalle kampiert als laufend vom Mufti verprügelt.
Sieht man in der Kopfleiste dieses
Forums, es lassen sich auch Stellen in dottore Martins Schriften dafür
finden.Wenn ich den Debitismus erfunden hätte, hätte ich ihn "Donatismus"
genannt.
Jedes Tier kämpft aber dauernd, um MANGEL zu verhindern oder zu
entgehen.
Glaube ich nicht. In der Natur setzt man sich entweder an den gedeckten Tisch, oder man schwindet klaglos hinweg, allenfalls heult man dabei noch etwas herum. MANGEL ist ein soziales Konzept, das aus einer Bilanz resultiert (Soll/Haben). In der Natur gibt es keine Bilanzen, nur jederzeit ausgeglichene Salden. Bilanz ist das Gegenteil davon und ein soziales Konzept.
Ich glaube nicht an die Urschuld, ein Begriff übrigens, auf dem @dottore auch nicht unbedingt bestehen wollte. Er funktioniert auch nur recht holprig, wenn man die Person in zwei Teile teilt, die aneinander zwar Ansprüche stellen sollen, aber nicht vollstrecken können dürfen usw, also ziemlich viele spezielle Randbedingungen für ein angeblich elementares Konzept.
Denn das Bezeichnende am Schulden/Guthaben Dualismus ist die
unbestreitbare Freigebigkeit der Gläubiger.
Es gibt nur einen freigebigen Gläubiger - die Sonne.
Die Sonne ist eben kein Gläubiger, genausowenig wie die Mutter. Den ganzen Schuld- und Gläubigerkult haben die Männer erfunden, um ihrem Drohnendasein einen Sinn zu geben und um an die Leistung der Schwächeren zu kommen, natürlich.
Jeder Dahergelaufene wird doch
mit Krediten überschüttet, wenn er sich nicht wehrt. Das ist doch
erst
mal sehr mitmenschlich, oder nicht?
Du meinst freundlicher Umgang mit Fremden ist ja schon Kredit?
Da ist was dran.
Ich meine damit konkret, dass die Gläubiger bereitwillig Kredite geben, ganz konkret in Geld. Siehe Mittelstandsanleihen, die jetzt reihenweise ausfallen, oder Schiffsfinanzierungen - die Frachtraten sind völlig am Boden, aber die Werften produzieren auf Hochtouren (Südkorea). Irgendwas scheint da nicht zu klappen mit dem Schuldendruck.
Sicher kann der einen Teil der wirtschaftlichen Aktivitäten erklären, aber ein auch großer Teil fußt auf Emotion und Irrationalität. Siehe Auf und Ab der Börsen, siehe Moden usw. Mir war in den Achtzigerjahren schon aufgefallen, dass bei niedrigen Zinsen anfangs des Jahrzehnts niemand investieren oder bauen wollte, plötzlich, als die Zinsen höher waren wollten alle bauen und am Ende gab es zwischen 10 und 15 Prozent den absoluten Boom, bloß weil die Mauer gefallen war (Emotion). Ein paar Jahre später erwies sich vieles davon als irre und "unwirtschaftlich" - soviel zum rationalen Schuldendruck als Haupttreiber.
Sicher wäre es besser, wenn man dem Staat nichts gäbe - aber dann
würde
er mehr beschlagnahmen. Durch Staatsanleihen wird er sozusagen
gezähmt,
ist das nicht wunderbar?
Nein.
Also mir ist ein Staat, der um Kauf seiner Anleihen bittet lieber, als einer, der beschlagnahmt.
Ich vermisse auch die Einschätzungen zum aktuellen Überschusshaushalt
-
sowohl Saldenmechanikern als auch Debitisten ziehen es da zZt.
anscheinend
vor, gar nichts dazu zu sagen, wohl weil nur sperrig in die Theorie
integrierbar.
Überschuss? Wo?
Ich meinte die gegenwärtigen Etats des Bundes. Ausgeglichenen Staatshaushalt und wachsendes Bürgervermögen dürfte es lt. Saldenmechanik gar nicht geben - gibt es aber.
Bei den Horten gibt es einen Überschuß an Schuldscheinen.
Es gibt kein Horten von Schuldscheinen. Guthaben kann man nicht horten, es ist die Kehrseite des Kredits. Es gibt ein (in Zahlen: eins) Gut, das sich in Guthaben und Schuld spiegelt, also nur scheinbar doppelt ist. Das ist ganz einfach, versteht aber kaum einer. Beispiel: es gibt ein Haus, Du stehst als Eigentümer im Grundbuch. Du hast den Bau/Kauf aber finanziert, das steht beim Gläubiger als Guthaben. In den Büchern steht daher zwei mal der Wert des Hauses, es existiert aber nur einmal. Diese Urteilung ist das ganze Geheimnis der Schuld/Guthaben Welt.
Goldenes Zeitalter halt (siehe Carlota Perez)
" /> - man wird es erst
so
richtig würdigen, wenn es eines Tages vorbei sein wird.
Oh je, nicht auch das nocht.
Ich finde das jetzige Zeitalter schon schlimm genug
Ich finde das jetzige Zeitalter nicht schlimmer als andere. Wirtschaftlich ernten wir jetzt die Früchte des Internets, also der Vernetzung. Das führt zu einer Art Digitaler Depression. Die Finanzwelt wird zurechtgestutzt, weil jetzt viel weniger Material gebraucht wird. Statt Videokassetten/DVDs Inhalte per Leitung oder Funk. Statt Vermittler und Kleinanzeigen Ebay. Statt Verbrauchermärkten und Einkaufszentren Amazon und Paketdienst. Statt geheimem Fachwissen kostenlose Beratung über Internet-Foren (Wenn ich was reparieren will, schmeiße ich Google an und kriege es Schritt für Schritt erklärt). Statt Zwischenhandel bei PKW, Wohnungen, Aktien, Internet, Internet, Online Broker. Statt Kleinanzeigen, Stellenanzeigen Internet. Usw usw.
Das bringt natürlich Verwerfungen und das Ende vieler angestammter Geschäfte, ein ganz großer Umbruch, aber keinen Zusammenbruch. Für den Bürger wird vieles einfacher und billiger, goldene Zeiten eben.
Liebe Grüße
Silke
Selbstverständlich Grüße zurück
" /> - man wird es erst