Ich bin gespannt, Durchlauf muss nicht fertig sein

pigbonds, Donnerstag, 11.02.2016, 17:51 (vor 3649 Tagen) @ Silke4734 Views

"Debitistischer Durchlauf (in Kurzform)
Aufbauen von Schulden des nicht leistenden Schuldner Staat - Inflation -
Sachwerthausse - Umschlag der Inflation in die Disinflation, sobald die
Kosten der Fortsetzung der Inflation ihre Erträge übersteigen -
Sachwert-Crash - sinkende Zinssätze und ergo automatisch sich ergebende
Finanztitel-Hausse - Exzess dieser Hausse in der bekannten Manie -
Finanztitel-Crash - deflationäre Depression."
http://www.dasgelbeforum.net/ewf2000/forum_entry.php?id=17856
(und folgende in dem Faden).

Schaffen von praktisch ungedecktem staatlichem Falschgeld durch Ankauf
wertloser Anleihen o.ä. und der Trick mit den Minuszinsen ändert nichts
an diesem Ablauf vom ersten debitistischen Aufblühen zum letzten
ultimativen gemeinschaftlichen und nun weltweiten Bankrott ohne Gewinner.

Das beschreibt das Bekannte.

Die Karten werden sicherlich gemischt, ist aber noch nicht klar, wie.

Die neuen Bankregeln, mit Bail-Ins, deuten darauf hin, dass die Guthaben-Millionäre
bald Bankaktionäre werden. Das sollte den "kleinen Mann" eigentlich freuen, denn
3-4 Bankkonten bis 100k sind doch keine administrative Herausforderung für Private.

Es ist doch klar, dass es die Millionen schweren Bargeld-Horter sind, die Panik wegen
Bargeld-Einschränkungen verbreiten, Leute, die zwar schwer reich sind, aber so
risikoavers, dass ihnen sogar Gold zu riskant scheint.

Der Horror aus diesem Szenario ist doch, dass dies zu einem dramatischen Abverkauf
aller Assetklassen führen würde.


Eine andere Möglichkeit, die die Assetklassen teuer halten würde, wäre, auch dieser
Trend ist durch die Initiative in der Schweiz angeritzt und auch in anderen Staaten
diskutiert, das Verschieben der Einkommensgrenze von Null auf eine höhere Zahl, genannt
"Grundeinkommen", "negative Kopfsteuer" oder "Abwerfen von Geld aus dem Helikopter".


Eine weitere Möglichkeit wäre das Hochfahren der Staatsausgaben, am effektivsten über
die Rüstungsausgaben, das würde dann so laufen:
https://www.contra-magazin.com/2016/02/russische-aggression-als-begruendung-fuer-erhoeh...

Für mich ist die "negative Kopfsteuer" der beste Weg. Er passt am besten zum westlichen, demokratischen
Kapitalismus:
- Primat der Politik als Rahmenfestsetzerin
- demokratisches Prinzip "ein Kopf eine Stimme" (jeder kriegt gleich viel Grundeinkommen "to start with")
- marktwirtschaftliches Prinzip (jeder kauft, was er will und nicht was eine Lobby im Parlament durchbringt)

Dass es gerade selbsterklärte Marktwirtschaftler sind, die gegen das Grundeinkommen sind, erstaunt,
glauben die denn wirklich, mit einem Grundeinkommen würde eine Vielzahl der Damen aufhören, sich
gegenseitig mit exklusiveren Schuhen, Handtaschen und Schmuck zu überbieten oder die kompetitiven Herren davon
abhalten, noch prestigeträchtigere Autos oder Uhren zu wollen?

Das System böte die Chance, die kleinen Schwächen der Individuen als Stärke für alle zu nutzen.

Hier unterscheiden sich auch die Eigentumökonomen von den Debitisten: die einen glauben, ein Grundeinkommen
funktioniere nicht, weil dafür erst Eigentum geschaffen werden müsste, die anderen wissen, dass der Staat
sein Abgabengut ex-ante verteilen kann, wie er will, solange er danach in der Lage ist, dieses wieder einzutreiben.

Prinzip schon in der Bibel erkannt: "Gib des Kaisers was des Kaisers!"


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