Bitte um Rat: Mutter verstößt Sohn - Erbrecht Pflichtteil und Wohnrecht

Leserzuschrift, Samstag, 09.01.2016, 15:06 (vor 3681 Tagen)5970 Views

Werte gelbe Forumsleser,

ich lese seit Jahren hier mit und habe nun das erste Mal die Bitte eines Rates.

Es gibt viele Fälle, in denen die Mutter ihren Sohn verstößt. Diese Fälle, dass sich Familien gegenseitig verraten und betrügen, werden immer häufiger und im "Amanita Newsletter" wurde das zum Jahreswechsel auch als Trend festgestellt.

In meinem Falle ist es auch sehr schmerzhaft.

Als ich erst 15 Jahre alt war, überredete mich mein Vater zum gemeinsamen Hausbau eines Zweifamilienhauses mit zwei Wohnungen a 120 Quadratmetern.

Für die Hilfeleistung, die bei Weitem über das Maß der "Haushaltshilfe" hinausging und jeden Tag mehrere Stunden schwere Bauarbeit beinhaltete und dies über rund 3 Jahre, bis zum 19. Lebensjahr, einschließlich des Rohbaus und späteren Ausbaus aller Wohnungen sowie einer Fertigstellung des Nachbarhauses (vom Vater im Rohbau übernommen und dann verkauft).

Diese Hilfe wurde unentgeltlich erbracht. In der festen Überzeugung, dass ein versprochenes Wohnrecht später einlösbar wäre.

Leider verstarb mein Vater dann 2003 überraschend. Es gab keinen Anlass, am Vertrauen der Eltern zu zweifeln, die sich gem. Berliner Testament als Alleinerben einsetzten.

Damals noch sehr naiv, ging ich davon aus, dass mir mein Wohnrecht schon gehören würde und meine Mutter das Vertrauen nicht bricht.

Einige Jahre lebten wir glücklich und zufrieden im Haus.

Als sie dann aber 2009 ihren neuen Lebensgefährten kennenlernte, unternahm sie alles, um mich aus dem Haus zu drängen. Zunächst, indem sie sich mit meiner Frau stritt, so lange, bis ein Leben unter einem Dach unmöglich wurde.

Jeglicher Versuch, mit ihr damals über das Haus und mein mündlich versprochenes Wohnrecht zu diskutieren, wurde ignoriert und mein Wunsch einer rechtlich sauberen Lösung wurde einfach übergangen.

Als ich auszog, stellte sie den Kontakt dann sogar gänzlich ein und verkaufte schließlich 2013 das Haus. Dass sie den Verkauf durchführte, habe ich erst jetzt über Umwege erfahren.

Niemals habe ich, bis heute, meinen Pflichtteil geltend gemacht, da ich den Familienfrieden wahren wollte und naiv ganz sicher davon ausging, dass der mündliche Wille meines Vaters, das Haus zu halten, mich darin wohnen zu lassen und später auch zu beerben, eingehalten würde.

Leider kann man sich heutzutage auf "leere Worte" nicht verlassen und der Nachweis des Wohnrechtes dürfte sehr schwer beweisbar sein.

Meines Wissens war der Pflichtteil mittlerweile auch, nach 3-Jahren, also schon 2006, verjährt.

Dennoch waren es erhebliche Opfer, die ich für den Bau des Hauses erbracht habe und es tut mir weh, wie meine Mutter alle Fragen nach Ausgleich, abschmettert.

Ist in so einem Falle rechtlich überhaupt noch eine realistische Handhabe gegeben?

Mein ehrlicher Rat an alle Forenleser, vertraut niemandem, auch nicht euren eigenen Eltern. Lasst euch alles schriftlich geben und verlasst euch keinesfalls auf "Versprechungen".

Leider musste ich diese Erfahrung selbst machen.

Falls es hier eine Empfehlung für einen Anwalt gibt, der in diesem Falle eine Möglichkeit sieht, so wäre ich für einen Kontakt dankbar.

Grüße
Ein dankbarer Leser


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