Rechtsrealität vs Rechtsrealität
Hi,
ich schon wieder.
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Also das Osmanische Reich ging jedoch den Bach runter, weil es sich nicht
reformierte.Genauso auch die heutigen Zustaende. Die heutige Welt besteht aus Reichen
und Armen. Das Ziel der Reichen ist es, den Armen arm zu halten.
[...]In Wirklichkeit kaempfen diese Dschihadisten um mehr Freiheit und die
einzige Waffe sind ihre Kinder und ihr Leben.
Im globalen Kontext sind auch die Armen bei uns noch reich. Kapitalisierte man
die möglichen Sozialbezüge, wäre jedermann hier Millionär.
Deshalb beziehe ich reich vs arm auf die islamischen youth bulge Gebiete: die
Leute kennen gerade 2 "Rechtsrealitäten": jene Realität, nach welcher die reichen
Herrscher leben und jene, die sie aus dem Koran kennen.
Gehen wir davon aus, dass die meisten Menschen in geordneten Bahnen nach transparenten
Regeln miteinander leben wollen und dass man sich dafür auf ein Gesetzeswerk einigen
muss.
Dann wird's einfach: die Reichen geben vor, ebenfalls nach dem Koran zu leben, in
der Realität tun sie es aber nicht. Es gibt daher nur den Koran als mögliche Option,
um das miteinander vernünftig zu regeln.
Die Dschihadisten kämpfen nicht um mehr Freiheit, sondern sind, wie jede ideologische
Avangarde zuvor auch, eine geschickte Räuberbande, die vorgibt, für die Einhaltung der
Regeln zu kämpfen. Dass die Regeln eingehalten werden sollen, leuchtet vielen ein und
so haben die Dschihadisten einen zwar nicht umfassenden, dafür aber einen doch breiten
Support in grossen Teilen der islamischen Gesellschaft.
Damit sieht die Alternative in den Augen viele so aus: köpfendes Königshaus vs köpfende
Dschihadisten.
Nicht umsonst sind die groessten Geldgeber des Gemetzels in Syrien auf der
Seite der Dschichadisten Qatar und Saudi-Arabien. Ihr Plan ist es, dass der
Ueberschussmann mit Kalaschnikows ausgeruestet, soviele Arme wie es geht,
abschiessen wird.
So ungefähr. Wenn es nach Iyad el-Baghdadi (The Arab Spring Manifesto) geht:
https://www.youtube.com/watch?v=l-MIZZ7NBlE
dann sei es für die arabischen Despotien einfacher, gegen relativ leicht bewaffnete
Dschihadisten vorzugehen, als gegen unbewaffnete Revolutionäre (westliche Sanktionen
lassen grüssen).
Das führt zu einem einfachen Fazit:
Daher sollen die Dschihadisten erst die Revolutionäre umbringen, die die Despoten selber
deshalb nicht umbringen können, weil sie sonst die westlichen schweren Waffen, mit
denen sie die Dschihadisten in Schach halten, nicht geliefert erhielten.
Im Westen wiederum ist man bereit, schwere Waffen gegen Dschihadisten zu liefern, die die
ideologisch verwandten Revolutionäre so brutal umbringen. Und Waffenverkäufe bringen Geld
und Jobs.
Und seit klar wurde, dass es die riesige Aufrüstung gegen Hitler war, die die Depression
beendete, weiss man, dass man in Deflationszeiten riesige Summen vom "Staat" an die "Privaten"
tranferieren muss. Man kann entweder das Geld den Konsumenten schenken, die es nach
Angebot- und Nachfrageprinzip an die Industrie weiterreichen oder man kann es direkt der
Industrie geben, die, das Angebot- und Nachfrageprinzip umgehend, direkt Waffen liefert, die
dann in die Wüste feuern. (7000 frz. Schüsse in die Wüste ex-ante Paris-Nov-2015)
Die Reichen sehen das Schauspiel in dem sich die Armen gegenseitig
umbringen.
Sehen sie vielleicht auch nicht gerne, aber dann sehen sie sich um und sehen,
was sie verlieren könnten, falls die Revolutionäre sich durchsetzten.
Nur die Armen sind es, die den Kapitalismus befeuern. Ein Reicher wird
sich den Arsch nicht aufreissen. Deswegen ist diese Nato-Politik der
Bekaempfung des Youth-Bulge kurzsichtig.
Die NATO scheint ja Heinsohn für Vorlesungen zu bezahlen und der lehrt, dass
man sich passiv verhalten soll - ja nicht reingehen!
Reingehen hiesse Regime-Change und dann Nation-Building. Bush's Versuch hat
ja Billionen/ engl. trillions gekostet und es wurde doch nix erreicht.
Passiv oder aktiv ist die Frage. Wenn nicht passiv, willst Du dort rein?
Um den Kapitalismus voranzubringen muesste die Nato die Reichen gnadenlos
abschiessen. Das waere im Sinne des Kapitalismus. Tut sie jedoch nicht.
Nein, der Kapitalismus kommt voran, wenn die Deflation überwunden wird und sie
wird es durch deficit spending. Geh einmal davon aus, dass die NATO lieber
Spielzeug kriegt, mit dem sie Aliens jagen kann, als dass sie sich z.B. für ein
bedingungsloses Grundeinkommen einsetzte.
Also wird die Nato und der ganze Westen untergehen, genauso wie es das
Osmanische Reich tat.
Der Westen nicht, aber die westlichen Staaten. Auf der anderen Seite besteht
gerade jetzt die Chance auf einen gewaltigen Aufschwung.
Die Venezuelanerin Calota Perez ist hier im Gelben noch nicht so bekannt, für
die führenden Venture Capitalist im Silicon Valley wie z.B. für Marc Andreessen
ist sie mit ihrer "Installation vs Deployment" Theorie Kult:
https://www.youtube.com/watch?v=ZcxtRE_-QCU