So einfach geht das nicht

pigbonds, Montag, 23.11.2015, 11:53 (vor 3725 Tagen) @ aprilzi5736 Views

Hi,


Dies alles nur, wenn Du Futter aus den "Think Tanks" willst. Heinsohn
schlägt im Prinzip eine passive Haltung
vor, die höchstens einige Nadelstiche gegen Kriegsverbrecher vorsieht

und

fliehende Eliten produktiv verwerten
soll.


Das wird unheimlich spannend, wenn das Herrscherproblem bis jetzt der
Youth-Bulge gewesen sei soll. Also wenn die ganzen Kriege und Verwerfungen
das Resultat der falschen Familienplanung sein soll, so folgt daraus, dass
der Nationalismus ein Mittel ist, um sich vom Ueberschuss an Maennern zu
entledigen.

Ob es "das" Problem ist, weiss ich nicht, es ist aber ein Problem, das fast alle
politischen Richtungen erkennen, dann aber ihre eigenen jeweiligen Interpretationen
ableiten.

Genauso ist die rechtliche Unterdrueckung der Maenner und die Bevorteilung
der Frauen darauf aus, den Mann als Ernaehrungsfritzen zu degradieren.

Das kannst Du so nicht sagen. Für den kapitalistischen Karrierewettbewerb wurde
die Frau von der Natur benachteiligt.

Heinsohn hat dies in einer Diskussion mit di Lorenzo im Philosophischen Quartett
sehr verständlich erklärt. Ich finde die Sendung leider nicht mehr.

Der Staat hat demnach dem Manne den Krieg erklaert.[[sauer]]

Nein, der Staat hat den Kapitalismus geschaffen und dieser prügelt die Bürger
zum Wettbewerb, egal, ob Mann oder Frau.

Männer sind speziell dann "benachteiligt", sobald sie Väter werden und sich die
Ehefrau in die Matte legt, Frauen dann, wenn beide auf Karriere setzen und der
frischgebackene Vater all die guten Vorsätze bezüglich Kinderbetreuung vergessen
hat und dann alles an der Mutter hängenbleibt.

Der Maennerueberschuss ging bisher in die Staedte (oder in
Kriegen-Heinsohn). Nun hat man (der Staat) auch den Staedten den Krieg
erklaert. Terror spielt sich in der Stadt ab.

Glaube ich nicht. Der Terror findet dort statt, wo viele Leute sind, also z.B. in
Städten, aber auch in Flugzeugen, etc.
Städte sind gute Absorber für den Youth Bulge, denn auf dem Lande wird es dann schwierig,
wenn ein Bauerngut zwischen 4 Söhnen aufgeteilt werden sollte: jeder der 4 wird dann
existentiell gefährdet sein.

Die Zukunft wird also ein kontrolliertes Abschlachten der Staedter sein.

In Städten wird es dann gefährlich, wenn es zu viele ohne Positionen gibt. Die Gentrifizierung
sorgt allerdings dafür, dass diese Leute eher in die Agglomerationen verdrängt werden und
sich dort "bekriegen". Ab und zu kommt es dann vielleicht zu einem Streifzug in eine Stadt,
solche Saubannerzüge hat es immer gegeben und Städte müssen dafür ihre eigenen Strategien
entwickelen - früher waren es Stadtmauern.
https://de.wikipedia.org/wiki/Saubannerzug

Wer also in der Stadt weiter leben will, ist vom Terror bedroht. Deswegen
hat man die ganzen Industrien in die dritte Welt verfrachtet, um die
wirtschaftliche Grunglage der westlichen Staedten zu entziehen.

Das geschah mit jenen Industrien, die im globalen Wettbewerb stehen. In Städten ist der
Bedarf an Dienstleistungen fast unendlich gross und da Städte aus Gebäuden bestehen und
die aggregierten Bankbilanzen erkennen lassen, dass das meiste Guthaben aus Hypotheken
entstanden ist (in der CH rund 70% soviel ich weiss), ist auch immer "genügend Geld" vorhanden,
um Städte am Leben zu erhalten.
Substistenzler vom Lande sind fast immer bereit, ihre Erträge in der Stadt zu verkaufen, ich
sah dies immer im Donbass, wo an den Strassenrändern und vor den Häusern den ganzen Tag Babuschkas
auf einem Stühlchen sitzen und versuchen 3-4 Tomaten, Wassermelonen, Beeren oder Peperoni zu verkaufen.

Also ich würde nicht gegen die Stadt als Konzept per se wetten, nur weil die alten Industriestädte Probleme
haben, weil die Industrie abwandert. Aus individueller Sicht kann dies natürlich anders aussehen - nicht
jede Stadt wird sich transformieren.

Bezüglich des verschärften globalen Wettbewerbs hat Peter Thiel, Unternehmer und Startup-Investor, eine
interessante These aufgestellt, "Competition is for losers" - Vorlesung an der Stanford Uni:
https://www.youtube.com/watch?v=DLWyP83iU5M
Es geht darum, dass im Wettbewerb stehende Unternehmen an Margenschwäche leiden, was zwar gut für die
Konsumenten ist, dafür schlecht für Investoren aber auch Mitarbeiter.

Das faellt mir bisher dazu ein.

Das einfach zu steuern, ist nicht möglich, weil auch unter den sogenannten Eliten Konkurrenz herrscht.
Nirgendwo ist die Konkurrenz schärfer als wenn es um Macht geht. Das Risiko, gar von eigenen Familienmitgliedern
getötet zu werden, ist wohl für niemanden höher, als für Könige, dem Sinnbild für Macht.
Kein Wunder sind deshalb gerade die Araber besonders paranoid.

Da ist doch eine Vielzahl von Intrigen und Verschwörungen im Spiel:
http://derstandard.at/1371170520495/Emir-von-Katar-will-seinem-Sohn-den-Weg-ebnen
Tamim, soeben 33 geworden, ist der zweitälteste Sohn Hamads aus dessen Ehe mit seiner spektakulären
zweiten Frau, Sheikha Moza. Simon Henderson schreibt in Foreign Policy' dass ihm auf die Frage,
warum die beiden Söhne aus erster Ehe übergangen wurden, geantwortet wurde: "Der eine feiert zu viel,
der andere betet zu viel."

Hamad selbst hat seinen Vater 1995 abgesetzt, als dieser zur Kur in der Schweiz weilte. Einzelne Zweige des
riesigen Clans sind einander nicht grün, manche Familienteile fühlen sich um die Macht geprellt.

Nur um ein Beispiel zu nennen. Aber das geht ja auch in der CDU nicht viel anders. Merkel hat sich von Kohl "emanzipiert",
nun warten viele andere, bis Merkel selber Platz macht.

Da fällt mir ein, dass es natürlich auch in Russland Konkurrenz um die Macht gibt und da die sichtbare Opposition
unbedeutend ist, ist sonnenklar, dass die wirklichen Konkurrenten innerhalb des Kreml selbst sitzen. Daher der
Hang zu Verschwörungstheorien in Systemen ohne sichtbare Konkurrenz. Dass es VT gibt, wissen diese Leute, weil sie
selber immer wieder an ebensolchen beteiligt gewesen sind.
Wer Russen kennt, weiss, dass Russen keine Fehler machen, d.h. Putin hat aus seinem riesen Nachrichtenapparat völlig
verzerrte Informationen und weil er das weiss, traut er nur den Informationen aus seinem engsten Kreis, d.h. es ist
absolute Loyalität notwendig.

Bei den Saudis muss dies noch viel extremer sein.

Deshalb war "Wikileaks" viel bedeutender, als wir uns vorstellen können.


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