Gratuliere und Ergänzung zur Religion
Hallo nereus,
gratuliere zu deiner gelungenen Zusammenfassung mit bedenkenswerten neuen Sichtweisen.
Das wirkliche Drama der Jetztzeit ist, daß sich kein „Schwein“ der 1.
Welt mehr mit religiösen Themen auseinandersetzen will.
Christentum ist nur noch Folklore und ein paar freie Tage gibt es auch.
Derartig „pawlowisiert“ kann man selbstverständig die giftige Saat
aussähen und sie wird prächtige Früchte tragen und ausreichend Kämpfer
gegen die „grüne Gefahr“ rekrutieren.
Im Unterschied zu dir glaube ich, das religiöse Themen äußerst beliebt sind. Sie finden nur nicht mehr in Gotteshäusern statt.
Seit den 60er Jahren begann in der Psychologie die Entwicklung der "Humanistischen Psychologie" mit einem "der Mensch ist gut"-Menschenbild und der Idee, alles sei machbar, wenn man nur wirklich wolle. Diese Haltung, die tiefe Wurzeln im Protestantismus und (erstaunlicherweise) sogar Puritanismus hat, hatte und hat enorme Strahlkraft. Sie ist dem Protestantismus sehr nah, weshalb sie in evangelischen Kreisen sehr verbreitet ist. Dennoch ist sie eine Art "säkularer Parallelreligion", die in Selbsterfahrungsseminaren, psychotherapeutischen Praxen, Schulausbildungen, in der Organisationsentwicklung, sogar in Umschulungsmaßnahmen der Arbeitsagentur usw. gelehrt wird.
Sie ist wirkmächtiger als die traditionellen Kirchen und hat den Vorteil, weder als "Religion" identifiziert zu werden noch eine "religiöse Zentralmacht" zu besitzen wie die EKD oder den Vatikan. Damit ist sie deutlich funktionaler für die (ökonomischen Machtinstanzen) als eine priesterschaftlich organisierte Religion.
Damit liegt sie gut auf der Linie deiner Argumentation, dass es auch um die Beseitigung der letzten "strammen Religion" geht.
Edit.: Die Zwischeninstanzen der Machtvermittlung, das mittlere Management, werden aus dem Weg geräumt. Nationalstaaten und institutionalisierte Religion.
Das hoffe ich auch.
Eine echte Lösung besteht nur darin sich endlich mit Rußland zu
verbünden.
Keine Lösung. Dann kämen die Atomraketen nur aus einer anderen Richtung.
Grüße
Mercury
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„Meine Arbeit ist ein Versuch, mit großer Traurigkeit die Tatsache der westlichen Kultur zu akzeptieren." Ivan Illich