Der Blick auf das Ganze

Ostfriese, Donnerstag, 29.10.2015, 10:33 (vor 3747 Tagen) @ Dieter5102 Views

Hallo Dieter,

ich will nur kurz von dem Altbekannten ausgehen, das ja e‘ allen klar ist.

Die Raumdehnungen aller potamischen, thalassischen und ozeanischen Reiche waren dem Zwang zur Aufschuldung wegen der Problematik geschuldet, die Machtsysteme zu finanzieren. Damit konnten die Abgaben von der jeweiligen authochtonen Bevölkerung auf die neu beherrschten Untertanen externalisiert werden, die jetzt Tribut zahlen mussten. Hinzu kamen die Zölle, die zu entrichten waren. Beides wurde natürlich von der Bevölkerung im Zentrum bejubelt. In

http://www.dasgelbeforum.net/ewf2000/forum_entry.php?id=259309

zeigt dottore, „ …, dass ein Machtsystem sich nur halten kann, solange es seine Kosten externalisieren kann, ... was aber über kurz oder lang zur Internalisierung führt (aus Tribut wird Steuer) und was dann unausweichlich im Bankrott endet.“ Die Schrumpfung der Großräume, die danach unvermeidbar eintrat, geht logischerweise von der Peripherie (Portugal mit seiner „Nelkenrevolution“ ist nur scheinbar ein Gegenbeispiel, da das Seefahrtreich schon vorher weg war) aus, wobei am Ende ein Kernland zurückbleibt. Beim Römischen Reich sehen wir später Italien. Russland stand am Ende des Sowjetimperiums. Diese Ergebnisse erschließen sich uns wegen dem Debitismus mit seiner Machttheorie, weil wir nach dem abgeschlossenen geschichtlichen Geschehen das Nachdenken praktizieren.

Ich frage mich, wie die Entwicklung weitergeht. Gib es so etwas wie Vordenken, dass wir wegen der debitistischen Logik in der Projektion schon sehen, was uns erwartet.

Die gegenwärtige Völkerwanderung nach Europa, die ja eine Folge der asymmetrischen Kriege am Rande des europäischen Kontinents ist, zielt genau auf sein Zentrum – auf seine Mitte, wenn ich so will auf sein „Herz“. Wir haben hier zum ersten Mal in der Geschichte der Zivilisationen, die im Forum auch der berechtigten Analyse und der Kritik unterliegen, die einmalige Situation, dass ein politisches System noch vor seiner Vollendung von innen kollabieren wird. Der europäische Versuch der Schaffung eines politischen Blocks als ernst zu nehmender Partner ist schon vor seiner Vollendung gescheitert. Das war von Beginn an wegen der Unfähigkeit, diejenigen Ströme zu beherrschen, die ein zeitgenössisches Imperium ausmachen und prägen, auch schon klar. Die geographische Schrumpfung von außen (Ukraine) und die politische Implosion von innen verlaufen gleichzeitig. Die Diskussion über eine Zentralmachtordnung mit den Machtinstanzen hier jetzt außen vor.

Damit kollabieren mit den deutschen Zentralmachtinstanzen in der Mitte und ihren handelnden Personen, die sowieso egal sind, auch die europäischen in Brüssel.

Europa hat am Rande der eurasischen Landmasse, des afrikanischen Kontinents und des Ostufer des Nordatlantiks, der ein Binnenmeer des amerikanischen Imperiums ist, nicht den Hauch einer Chance! Es wird zwischen ihnen – wie ein Parmesankäse – zerrieben.

Guten Appetit und Gruß

Johann


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