jedem sein Optimismus

mh-ing, Montag, 28.09.2015, 21:48 (vor 3772 Tagen) @ CrisisMaven7245 Views

Kann man den Betrüger mit fairen Mitteln stellen? Kann man mafiöse, krakenartige Netzwerke und Strukturen durch öffentliche Demonstrationen beseitigen? Kann man den Krieg durch Verweigerung vermeiden?

Wenn man friedfertig ist, nichts mit Gewalt zu tun hat, jemand einen aber angreift, muss man sich verteidigen oder man unterliegt. Damit aber gibt man die vorherige Position auf und wird auch zum Täter und Unfriedfertigen. Wenn man diesen mafiösen Strukturen entgegen treten will, geht das nur, indem man selbst etwas gleichwertiges macht und dann diese so unterwandert. Wer ist aber dann der Gute, wer der Böse?

Es lohnt sich den Film "Allein gegen die Mafia" aus diesem Gesichtspunkt anzusehen. Man merkt schnell, dass letztlich durch Einhaltung von Gesetzen und Regeln man dem Problem nicht beikommt. Wenn man es konsequent durch überdenkt, müsste man sogar Gewalt als Mittel akzeptieren und nimmt dann sogar das Grundgesetz als Rechtfertigung dafür. Dann aber steht irgendwann Gewalt gegen Gewalt, Ansichten gegen Ansichten usw. Wer wird dann obsiegen, wer hat hier dann wirklich das Recht?

Das Wesen der Demokratie ist die Mehrheitsmeinung. Die Mehrheit hier will das System so, will auch nichts dazu lernen oder sich informieren. Jetzt, in den Zeiten der besten Informationsmöglichkeiten, sind die Menschen meist noch viel uninformierter als zu früheren Zeiten. Woher soll also das Potential für eine Umkehr und eine Änderung kommen?

Nein, ich sehe keinen Raum für Optimismus. Jeder, der halbwegs bei Verstand ist, sich seiner Gefährdung als kritisch eingestellter, informierter Person bewusst ist und weiß, dass er sich nicht wegducken kann, der wird gehen müssen oder das durch Repression jeder Art erdulden müssen. Genau aber zu letzterem fehlt mir der Opferwille hier, da es letztlich sinnlos ist.


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