Du willst es offenbar so sehen, wie Du es sehen willst - Leserzuschrift: Schwarze Schmach sogar im Gedicht-Text

azur, Mittwoch, 02.09.2015, 16:15 (vor 3797 Tagen) @ Piter4988 Views

Hallo Piter,

Du willst ihn unbedingt überführen, oder? Unabhängig aller genannten Hintergründe. Da kann man sich wahrscheinlich den Mund fusselig reden, ohne dass das zu irgend etwas führt.

Nun schrieb mich eben noch mal ein Leser (vielen Dank) dazu an und weist darauf hin, dass ja in dem Text erwähnt ist, womit er sich auseinandersetzt:

"sei willkommen, schwarze Schmach!"

Genau das, was ich gleich zu Beginn dieser Debatte ja schrieb (lieber Leser, auch Du hast es offenbar nicht zur Kenntnis genommen): http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=367600

Es ist ziemlich sicher, dass er die Befürchtungen und die Debatte um den Umstand des Einsatzes von dunkelhäutigen französichen Soldaten in Rheinland für bizzar überzogen hielt. Und so überzieht er im Spott, um den Aufgeregten und anderen eine Spiegel unter die Nase zu halten. Auch das ist eben üblich in Kunst und Satire, und das machen auch die Leute von der Anstalt und der heutschow.

Genaueres über den Umstand, mit dem sich Mühsam auseinandersetzt, kann man hier lesen: http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/artikel/artikel_44947

Und ist wegen der "schwarzen Schmach" bzw. dem Einsatz dieser Truppen Deutschland oder dem Abendland ein gewaltiger Schaden entstanden, so wie es aus mancher Klage darüber fast unausweichlich erschien? Etliche Befürchtungen die zu dieser Zeit dazu kamen, wurden von anderen mit Distanz betrachtet. Die sahen gewaltiger Probleme wohl eher woanders und taten das kund, wie man das dort macht, wo freie Meinungsäußerung normal ist.

Was Mühsam über sein Liebesleben in seinem Tagebuch schreibt soll also herhalten, um... ja was eigentlich?

Denkst Du, so etwas letztlich Menschliches (auch wenn Du und ich soetwas nicht schreiben würden - wir sind ja nicht der alleinige Massstab!) haben nicht auch andere gesagt oder geschrieben?

Habe den Verdacht, dass Du von Deinem Verdacht nicht abrücken willst, was immer man auch dazu anbringt.

Dann aber hat die Debatte keinen Sinn. Eigentlich ist ja nun auch wirklich alles gesagt, oder?

Erinnere am Ende noch einmal daran, dass jemand wie Ernst Jünger, der bekanntlich eher den Rechten zugeordenet wird, ganz anders über Mühsam urteilte, als Du.

Und, dass es nur ein Gedicht aus dem breiten Schaffen dieses anerkannten Dichters und Kriegsgegners ist.

Es hat einfach keinen Sinn das auf diese Weise zu benutzen, um E. Mühsam auf etwas zu reduzieren zu wollen, dass offenbar Deinem Bild, dass Du offenbar von ihm haben willst, entsprechen soll.

Nichts für ungut - aber es ist ja nun wirklich vieles gesagt, und müsste eigentlich reichen.

Viele freundliche Grüße

azur

--
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