Das war nicht einmal der Vorwurf der politischen Gegner damals - Antideutsch ist heutig, damals quer durch alle Lager absurd

azur, Dienstag, 01.09.2015, 21:47 (vor 3797 Tagen) @ FESTAN6255 Views
bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 01.09.2015, 21:54

Hallo Festan,

da kann man ruhig noch das hier dazu lesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Erich_M%C3%BChsam

Mühsam sah sich als Anarchist (vielen gilt er als einer Überväter des Anarchismus) und Internationalist.

Aber nirgends kennt man aus dieser Szene Ideen, mit denen sich Grüne hervorgetan haben, die das deutsche Volks ausdünnen wollten.

Dieser Vorwurf ist den Anarchisten (und anderen Linksradikalen) nicht mal von der ihren politischen Gegnern auf Seiten der extremen Rechten usw. gemacht worden. Und Du kannst mir glauben: Das hätten die genüßlich aufgegriffen und ausgeschlachtet.

Die KPD hatte zu der Zeit sogar eine eher nationalistische Linie: Die Schlageterlinie: "Kurz darauf sorgte eine Rede für Aufsehen, die Karl Radek am 20. Juni 1923 auf dem 3. Plenum des Exekutivkomitees der Kommunistischen Internationale (EKKI) hielt. Darin nannte er Schlageter einen „Märtyrer des deutschen Nationalismus“ und sprach − bezugnehmend auf den Titel eines Romans Friedrich Freksas[71] − von Schlageter als einem „Wanderer ins Nichts“, wenn die „nationalistischen kleinbürgerlichen Massen“ nicht gemeinsam mit den kommunistischen Arbeitern gegen das Kapital kämpfen wollten. Damit vertrat Radek eine neue Linie der KPD, die 1923 unter starkem Bezug auf patriotische Themen, „die sich proletarisierende Mittelschicht“ für sich zu gewinnen suchte. Diese neue Politik wird ob der Rede auch als „Schlageter-Linie“ bezeichnet.[72] Dem französischen Historiker Louis Dupeux zufolge entwickelten Radek und die Führung der KPD mit der „Schlageter-Linie“ eine großangelegte Strategie, um über die Einheitsfront hinaus die Mittelschicht und damit endlich eine breite Mehrheit für die Revolution zu gewinnen. Die neue Politik der KPD führte zu einer Diskussion mit Nationalisten (wie Ernst Graf zu Reventlow und Arthur Moeller van den Bruck) in der Presse, öffentlichen Konfrontationen und Aufrufen, aber nur ganz selten zu echter Zusammenarbeit und wurde im September 1923 wieder aufgegeben.[73]"
https://de.wikipedia.org/wiki/Albert_Leo_Schlageter *

Es gab hinsichtlich des nationalen Rahmens, aber auch der politischen Themen, eine Reihe von Überlappungen von rechten und linken, wozu sogar Goebels gehörte:

https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Strasser#Leben

>> https://de.wikipedia.org/wiki/Schwarze_Front

https://de.wikipedia.org/wiki/Nationalbolschewismus

https://de.wikipedia.org/wiki/Kampfverlag

Siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Bodo_Uhse#Engagement_auf_der_.C3.A4u.C3.9Ferst_Rechten_un...

Alles nicht so einfach, aber es waren auch wilde Zeiten.

Antideutsches kennt man eher von einem Teil der modernen Linken, speziell der amerikanischen U-Boote bei den Grünen.

Das wäre für alle damals, ob rechts, links, Zentrum, ein absurder Gedanken gewesen.

Viele freundliche Grüße

azur

* Radeks oben erwähnte Rede: https://www.marxists.org/deutsch/archiv/radek/1923/06/schlageter.html "(Allgemeiner Beifall der Erweiterten Exekutive.)"

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