MAOAM!
Hallo,
Als langjähriger Mitleser des Gelben, von dem ich in turbulenten Zeiten
viele nützliche Informationen und Meinungen abseits der Mainstream-Medien
erfahren habe, muss ich eingestehen, dass ich die Entwicklung, die dieses
Medium genommen hat, nicht mehr verstehe.
?
In einer Zeit, in der die Welt zugegebenermaßen einer großen
Belastungsprobe ausgesetzt ist, wird hier von ausgesprochenen intelligenten
Menschen mit großen Worten das Ende des Abendlandes herbeidiskutiert und
herbeigeschrieben.
Nix Ende, Veränderungen, es kommt zu weitreichenden Veränderungen, auf die wir hier aufmerksam machen. Wer immer zu ruft "kommet ihr Flüchtlinge", der muss auch erklären können, was mit den Flüchtlingen passiert, wie es vor allem finanziell und damit für Millionen Bürger weiter geht. Diese uneingeschränkte Liebe zum Fremden, das funktioniert nicht ewig. Einfach mal die Herren vom Gemeinde- und Stadtebund hören, oder bitte direkt die Flüchtlinge über die zunehmend unmenschlichen Zustände, die bereits jetzt herrschen, befragen. Und ab Ende September könnte erstmals der Bondenfrost daherkommen, im Novemeber der Winter. Unmenschlich ist das, was hier in Deutschland aufgrund eines Totalausfalls der Bundespolitik heraufbeschworen wird. Und bis Jahresende könnten es 300-400 Tausend zusätzliche Opfer der Schweigerisierung sein.
Ich frage mich auch, wo die Menschlichkeit bleibt, wenn in einem
Handlungsstrang jedem Euro nachgeweint wird, der für Menschen aufgewendet
wird, die alles verloren haben, und gleich im nächsten darüber spekuliert
wird, wann der richtige Zeitpunkt ist, Gold, Silber und Aktien zu kaufen
oder zu verkaufen.
Menschlichkeit muss finanziert werden. Willkommen in der Realität. Bitte stehen sie auf und fragen ihren Bürgermeister oder Bankberater. Mit Spenden der Bürger lässt sich das vielleicht eine Weile und nur zum Teil auffangen, aber bei finanziellen Problemen, die unseren Kommunen bevorstehen, würde es mich nicht wundern, wenn Hungerstreiks wie in Wetzlar demnächst zur Tagesordnung gehören. Unmenschliche Zustände, von der Unterbringung über die Hygiene bis zum Frass, der Merkels Haustieren vor die Füße geworfen wird. Kochen tun derweil freiwillige Helfer. Einfach mal den Kopf aufmachen und ein wenig regionale Stellungnahmen bzw. die realen Warnrufe des Städte- und Gemeindebund anhören. Wir sind hier doch nicht im Kindergarten!
Wo bleibt der Optimismus?
Optimismus führt zum Wahnsinn. Wer den Flüchtlingen eine Perspektive bieten will, die nicht am Ende zur flächendeckenden Auseinandersetzung und sozialen Unruhen führt, der muss ihnen erklären, dass Deustchland keinen Plan hat, dass es keine finanzielle Zusicherung, keine zwingend menschenwürdigen Unterbringungen und Teilnahmen am sozialen Leben gibt, dass in letzter Konsequenz die bewachte Abschiebung in Sammelllager für die Millionen die noch kommen, drohen wird. Im Beseitigen von Problemen, auch wenn es sich nur um Wegschieben handelt, war Deutschland schon immer Weltmeister! So ehrlich sollte man zu den Flüchtlingen sein, statt ihnen eine Heile Welt zu versprechen, ihnen mit Rosenkränzen und Hula Hoop Reifen zu begegnen.
Wo wird über die Chancen spekuliert, die sich
aus diesen neuen Rahmenbedingungen ergeben? Was wäre aus uns, aus der
Menschheit, geworden, wenn auch die geistige Elite der Steinzeitmenschen
oder die der Aufbaugeneration nach dem 2. Weltkrieg aus solchen
Visionszwergen bestanden hätte?
Nichts bietet ohne finanzielle Rahmenbedingungen Chancen. Und diese die Flüchtlinge wegschiebende bzw. einfrierende Bundespolitik setzt keine finanziellen Rahmenbedingungen für Chancen, sondern bietet Aussitzen und Kürzungen sozialer Leistungen für sozialen Sprengstoff. Nicht deutschsprachige Flüchtlinge, darauf ist der Arbeitsmarkt nicht vorbereitet.
Es gibt zudem keine Verwaltungen um das Potential der Flüchtlinge zu prüfen. Mit den derzeitigen Methoden werden sie eine neue Unterschicht begründen, die dem Sozialsystem ganz neue Probleme bringen wird. Davon wollen die Keinohrhasen im Lande nichts wissen, vernebeln die fehlenden Strukturen durch ihren hyperrealen Kampf gegen Fremdenhass.
Heidenau ist nicht Deutschland, wird es auch nicht sein! Die Probleme sind größer, als dass es Optimisten bedarf, die Lösungswege ohne finanzielle Fundamente anbieten. Die Spannungen, die sich bundesweit aufbauen sind den meisten noch gar nicht bewusst, werden erst bewusst, wenn den Flüchtlingen aufgrund fehlender Finanzmittel (sie werden keinen Zugang zum Arbeitsmarkt finden, nicht über die Hilfe des Staates und zugewiesener Unterkünfte hinaus kommen, kein Bedarf!) die Perspektiven entrissen werden. Das sind Menschen, keine Tiere, die man aufnimmt, in Kartons oder Käfigen gefangen hält. Wollen wir ein Potential entfalten, dann muss dieses vorfinanziert werden.
Ich bin zwar „nur“ aus Österreich, aber auch bis uns, haben wir
überfüllte Flüchtlingslager, gibt es hunderte Menschen, die täglich aus
Kriegsgebieten hier ankommen. Wir haben leider ein Medium (Kronen-Zeitung),
das mit einer Auflage von fast einer Million Stück (bei acht Millionen
Einwohnern) tagtäglich ihr Gift unter das Volk bringt. Wir haben auch eine
rechtspopulistische Partei, für die man sich schämen muss, die in der
Zwischenzeit in Meinungsumfragen bereits an erster Stelle liegt, weil sie
ungeniert die Ängste der Menschen mit diesem Thema bedient. Wir haben aber
auch viele, die sich gegen die Angstmache auflehnen, die spenden, die
mithelfen, die sich für Flüchtlinge einsetzen und zum Teil persönliche
Nachteile für sich in Kauf nehmen.
Was wir alle derzeit "haben" ist bekannt. Gute Laune haben wir, freuen uns was gutes zu tun und multikulturell zu sein. Bin ich auch. Ich habe ne deutsche Ehefrau. Wie geht es weiter, wenn keine finanziellen und organisatorischen Rahmenbedingungen auf höherer politischen Ebene geschaffen werden. Wollt ihr Maoam?
Derartige Standpunkte vermisse ich im Gelben vollkommen, vielleicht aus
deswegen, weil ich mich nicht mehr durch diese seitenlangen
Miesmacher-Handelsstränge arbeiten möchte. Das Forum hat momentan 796
registrierte Benutzer, die jederzeit ihre Meinung äußern können. Ist
das, was da momentan im Forum abgeht, die Meinung aller dieser fast 800
User oder gibt es am Ende vielleicht doch im Gelben so etwas wie eine
Schweigespirale? Ist das, was man in diesem Forum lesen kann, wirklich
alles was 800 intelligenten Köpfen zu diesem Thema einfällt? Wenn ja,
dann ist das Abendland wahrscheinlich wirklich zum Untergehen verdammt.
Ich freue mich über soviel Intelligenz und Mut im Forum, dass trotz des zur Ablenkung notwendigen und albernen Portraitierens rechtsradikaler Bierbäuche vor diesem kollektiven und vor Gutmenschlichkeit triefenden Optimismus kein Respekt gezeigt wird.
Gruß,
Ashitaka
--
Der Ursprung aller Macht ist das Wort. Das gesprochene Wort als
Quell jeglicher Ordnung. Wer das Wort neu ordnet, der versteht wie
die Welt im Innersten funktioniert.