Stratfor-Chef Friedman sagte etwas zu Griechenland

nereus, Mittwoch, 15.07.2015, 08:53 (vor 3841 Tagen)8812 Views
bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 15.07.2015, 12:53

Der Saker hat schon wieder ein sehr wichtigen Artikel Beitrag übersetzt, den man UNBEDINGT zur Kenntnis nehmen sollte.

Zu Herrn Friedman braucht man nicht viel zu sagen, der hat vor einigen Monaten Klartext gesprochen und erklärt, wer die Hosen an hat und warum manche Dinge laufen, wie sie laufen.
Und wenn der Chef eines äußerst wichtigen Strippenziehers etwas sagt, sollte man genau hinhören:

Letzte Woche wurde eine verzweifelte Schlacht ausgefochten. Sie stellte Griechenland und Deutschland gegeneinander. Für jedes Land stand Alles auf dem Spiel. Nach dem Deal, der abgeschlossen wurde, erzwang Deutschland eine griechische Kapitulation.
..
Die Europäische Union beruht auf dem doppelten Prinzip einer unwiderruflichen Gemeinschaft von Nationen, die sich verbunden haben, aber ihre nationale Souveränität bewahrt. Die Griechen zeigten den nationalen Willen, was, so dachte die Regierung, ein neues Schachspiel schaffen würde. Statt dessen entschieden sich die Deutschen, direkt die Aufgabe eines bedeutenden Teils der griechischen Souveränität zu verlangen, indem sie eine Truppe europäischer Bürokraten schufen, die die Umsetzung der Übereinkunft überwachen und die Kontrolle über griechisches Volksvermögen zu übernehmen, das zur Geldbeschaffung verkauft werden soll. Die Details sind weniger wichtig als die Tatsache, dass Griechenland sich auf seine souveränen Rechte berief, und Deutschland das mit der Erzwingung einer Übereinkunft beantwortete, die die Griechen nötigte, diese Rechte preiszugeben.

Das sieht zunächst nach Druck des Gläubigers auf den Schuldner aus.

Ich habe diskutiert, dass die Deutschen vieles fürchten. Deutschland ist eine enorme Exportmacht, die davon abhängt, dass die europäische Freihandelszone einen bedeutenden Teil ihrer Produktion erwirbt. Die Deutschen hatten letzten Monat einen Rekord im Handelsbilanzüberschuss, bei dem sowohl der Handel in der Eurozone als auch mit dem Rest der Europäischen Union einen unverzichtbaren Teil darstellen. Für Deutschland würde ein Zerfall der Europäischen Union unmittelbar seien nationalen Interessen bedrohen. Die griechische Position – insbesondere angesichts der griechischen Abstimmung – hätte, in nicht allzu ferner Zukunft, zu diesem Zerfall führen können.

Damit wird die These von Varoufakis – warum wurde überhaupt die EU erschaffen – eindrucksvoll bestätigt.

Ich habe absichtlich Deutschland und nicht die Europäische Union als den Verhandlungspartner der Griechen benannt. Die Deutschen sind schon lange sichtbar die kontrollierende Kraft der Europäischen Union. Diesmal haben sie keinen Hehl daraus gemacht. Noch haben sie ihre Bösartigkeit verhohlen. Letztlich haben sie das Banner der deutschen Vorherrschaft erhoben, des deutschen nationalen Interesses, und der deutschen Bereitschaft, die Opposition zu zerschmettern. Die Franzosen und die Italiener stellten, unter anderen, die deutsche Position öffentlich in Frage. Am Ende hatte das keine Bedeutung. Die Deutschen berieten sich mit diesen anderen Regierungen, aber Berlin entschied über die Verhandlungsposition, denn letztlich war es Deutschland, das den Folgen der französischen oder italienischen Mäßigung ausgesetzt wäre. Diese Verhandlung fand im Zusammenhang der Europäischen Union statt, aber es war eine deutsche Verhandlung.

Und damit haben die Deutschen etwas getan, was sie nie tun wollten: sie liessen ohne jeden Zweifel die Vorstellung wieder auferstehen, dass Deutschland die souveräne und vorherrschende Nation in Europa ist, und dass es die Macht und die Absicht hat, seinen Willen den anderen Nationen einseitig aufzuzwingen. Natürlich würde man sich an die Nettigkeiten einer Abstimmung durch Finanzminister und Premierminister halten, aber es war Deutschland, das die wirklichen Verhandlungen führte, und das Griechenland seinen Willen aufzwang.

Was hatte ich gestern sinngemäß geschrieben?
Wir schaufeln kräftig unser eigenes Grab und merken es noch nicht einmal.
Die Hitler-Bilder in Athen waren kein schlechter Witz, sie waren die Zeichen an der Wand. [[kotz]]

Die Lage in Griechenland ist wegen des Zustands des Bankensystems so verzweifelt. Das war der Knackpunkt, über den die Deutschen die griechische Kapitulation erzwangen. Aber jetzt steht Griechenland nicht nur vor Austerität, sondern vor Fremdherrschaft. Die deutsche Haltung ist, dass sie den Griechen nicht vertrauen. Sie meinen damit jetzt nicht die Regierung, sondern die griechische Wählerschaft. Daher wollen sie Überwachung und Kontrollen. Aus deutscher Sicht ist das vernünftig, aber aus griechischer ist das Sprengstoff.
..
Die Art, wie diese Vereinbarung geschlossen wurde, und wie sie von den Deutschen erweitert wurde, um für auswärtige Kontrolle zu sorgen, wird historische Erinnerungen an die deutsche Besatzung wiederbeleben. Das hat bereits begonnen. Die aggressive Unbeugsamkeit der Deutschen kann als Haltung verstanden werden, die durch die deutschen Ängste ausgelöst wird, aber Deutschland war immer ein verängstigtes Land, das darauf mit Draufgängertum und Selbstvertrauen antwortete.

Dieser Punkt des Problems wird nicht verschwinden, und nicht nur, weil die griechische Erwiderung unvorhersehbar ist; Armut oder Souveränität, das ist eine Frage, die zu Kopf steigt, insbesondere, wenn die Griechen sowohl arm bleiben als auch einiges an Souveränität verlieren. Die Deutschen haben an Zypern und jetzt an Griechenland ein Exempel statuiert. Die Führungsmacht Europas wird keinen Bankrott der Schuldner akzeptieren. Sie wird für die gegebene Hilfe politische Unterwerfung verlangen. Diese Botschaft wird in Europa nicht übersehen werden, gleich, wie anti-griechisch die Stimmung jetzt ist.

Das ist alles nur noch Wahnsinn.
Die Amis haben die EU inszeniert, um den globalen Minotaurus (das hochverschuldete USrael) am Leben zu erhalten.
Die Deutschen haben willig mitgemacht – hatten sie überhaupt eine Wahl?
Der Lebensstandard zog rasant an und die Unternehmen hatten beste Märkte um sich herum. Alles super – nicht wahr?

Doch die Vitaminspritzen (Marshall-Plan u.a.) erweisen sich jetzt als langwirkende Giftpille.

Das ist so weit weg von dem, was Deutschland wollte, wie man sich nur denken kann.
Aber Griechenland konnte mit den deutschen Forderungen nicht leben, und Deutschland nicht mit den griechischen.
Am Ende gab die Bankenkrise Deutschland ein unwiderstehliches Werkzeug.

Ein Werkzeug das wohlfeil in den Hinterzimmern erdacht und in die Welt gebracht wurde, Du elendiger Gauner!

Was hätte Deutschland sonst tun können? Was hätte Griechenland sonst tun können? Die Tragödie der geopolitischen Wirklichkeit ist, dass das, was geschieht, wenig mit dem zu tun hat, was die Staatsmänner zu Anbeginn wollten.

Quelle: http://vineyardsaker.de/analyse/ein-imperium-schlaegt-zurueck-deutschland-und-die-griec...

Eigentlich müßte man unablässig kotzen, aber die Genialität solcher Pläne ist schon atemberaubend und für die „ängstlichen Deutschen“ könnte bald wieder großer Zoff angesagt sein. Ein möglicher Krieg - aber keine 100 Millionen Tote (wie nett) - wurde uns schon angekündigt.

In den Geschichtsbüchern wird dann irgendwann zu lesen sein:
Sie wurden dreimal von den Strippenziehern vorgeführt und sie haben es dreimal nicht mitbekommen.
Nach dem dritten Mal hatte die Restwelt kein Verständnis mehr für solche Blödheit und teilte das Gebiet der „Dummbatzen“ unter sich auf.
So leben die Deutschen heute als Minderheiten in ihren zahlreichen neuen Staatsgebieten.

Man sollte sich ernsthaft mit dem Gedanken an Auswanderung beschäftigen. [[sauer]]

mfG
nereus


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