Die Feste feiern wie sie fallen... mit oder ohne Vampire
Ich dachte Siebenbürgen ist da, wo die Vampire herkommen:
Transsilvanien...Wenn Du das mit meinem Lokalpatriotismus nicht auf die Reihe kriegst, dann
kann das vielleicht daran liegen, dass man auch als Österreicher in
Siebenbürgen leben kann.
Klingt logisch.
Aber zum Thema Transsilvanien und Vampire:
Die Vampire haben mit Transsilvanien so viel zu tun wie meine Oma mit
Bernie Ecclestone von der Formel I, - nämlich gar nichts. Nur über "von
hinten durch die Brust ins Aug" kann man da einen Zusammenhang herstellen,
der sich so darstellt:
In der früheren Walachei existierte im 15. Jhdt. ein Fürst, der durch
seine grausamen Methoden berüchtigt war. Die genaue Erklärung will ich
mir sparen, - es kommt ziemlich nahe an das, was in Wiki steht:
http://de.wikipedia.org/wiki/Vlad_III._Dr%C4%83culea
Angeblich hätte der auch eine Zeit lang in Siebenbürgen gelebt, nachdem
er in Ungnade gefallen war. Manche sagen auch, er wurde in der Nähe von
Schäßburg geboren, was aber umstritten ist. Da sich nach dem
Schriftsteller Stoker vieles Mystische um den Namen "Dracula" gerankt hat,
hat man in Rumänien schnell kapiert, dass sich damit gute Kohle machen
läßt.
Nachdem dieser Dracula dafür herhalten muss, dass er über seine
Eckzähne das Blut seiner Opfer aussaugt, dann muss er dafür auch
herhalten, dass die lieben Touristen aus dem Ausland über allerhand
Märchen "ausgesaugt" werden, - was aber "nur" den Geldbeutel betrifft.
Der hierzulande Ansässige lacht da nur drüber. Hier gilt jedenfalls der
Wahlspruch des Tages: "Stimmung, Humor, Umsatz". Siebenbürgen ist sehr
schön, hat viele Sehenswürdigkeiten, - wenn aber jemand meint, da auf
Draculasuche gehen zu müssen, dann soll er halt. Manche gehen ja auch auf
den Fußballplatz, weil sie meinen, dass dort noch ein ehrliches Spiel
abläuft.
Es gibt also gar keine Vampire?!?
Klingt nach einer schönen Gegend. Ich würde nach Einbruch der Dunkelheit trotzdem ein Holzkreuz bei mir tragen. Schaden kann es schließlich auch nicht.
Das Zweite:
Weiß nicht, ob ich das richtig verstanden haben: Du organisierst also
Adi-Geburtstagspartys, lädst dazu Leute ein und lässt sie insgeheim "den
Ehrentag vom Führer" feiern, offiziell wird aber Frühling gefeiert...(?)
Eine Sache, die viele nur dann verstehen, wenn sie mich näher kennen. Das
genannte Zitat von Voltaire ist für mich wie ein Evangelium. Das
Funktionieren dieser voltairischen Spielregel ist aber für mich auch ein
Gradmesser, wie weit es mit unserer Auffassung von Demokratie und
Meinungsfreiheit aktuell bestellt ist.
Solange ich das in die Tat umsetzen kann, was ich da am 20. April
beschrieben habe, ohne irgendwie blöd angemacht zu werden, solange bin ich
sicher, dass ich noch das laut sagen kann, was und vor allem wie ich denke.
Wie konträr das zu den Erlebnissen meiner Familie steht (mein Großvater
ist im Widerstand umgekommen) und dass es von der Logik her nicht
nachzuvollziehen ist, steht auf einem anderen Blatt.
Aber es ist ein Teil der Art von Freiheit, die ich für mich in Anspruch
nehme. Wenn das einmal nicht mehr möglich ist, - dann beginnt der
Countdown,- der Anfang vom Ende. In Deutschland hat er schon begonnen, -
ich weiß noch, dass wir im Lokal "Ritterhalle" in Heidelberg noch vor
Jahrzehnten diesen Tag mit Freibier gefeiert haben, - was dann verboten
wurde, - bis heute.
Von den regierungshörigen Medien wird vorgegeben, an die gute ukrainische
Revolution und den bösen Putin zu glauben. Noch kann man z.B. im Internet
als Privatperson eine andere Meinung vertreten, die der Wahrheit wesentlich
näher kommt. Die Tendenz geht aber eindeutig in die Richtung, dass es
irgendwann gefährlich werden kann, hier eine andere als die von der
Regierung vorgegebene Meinung öffentlich zu äußern.
Aber das freie Wort muss heilig bleiben, auch das freie Handeln an einem
20. April, egal, wie man da drüber denkt. In Siebenbürgen sowie in ganz
Rumänien wird in dieser Richtung nichts verboten, - da kann man sich noch
äußern, wie man denkt. Im Gegenteil: Die Nachbarn kommen dann am
nächsten Tag und schwärmen davon, wie schön das geklungen hätte und wie
schade es wäre, dass man sowas nur mehr selten hört.
Ich werde mich jetzt sicherlich nicht künstlich darüber aufregen, dass Du am 20. April feierst.
O.k. ,- ich gebe zu, das ist nicht leicht zu verstehen. Aber nenn mir mal
ein anderes Parameter, wo ich meinen persönlichen Radius zur
Meinungsfreiheit ausloten kann, - und ich werde es verwenden. Aber ich hab
noch kein effektiveres gefunden als dieses.
Ich muss nicht alles verstehen.
Ein anderer Parameter zur Auslebung der Meinungsfreiheit wäre vielleicht
Dich so zu verkleiden:
![[image]](http://asset-8.soup.io/asset/2126/1864_85ec.jpeg)
...und schauen, ob Du damit ganz normal im Supermarkt einkaufen gehen kannst.
Nix für ungut und feier schön ganz im Sinne von Voltaire, der übrigens auch sagte: "Das Überflüssige ist eine sehr notwendige Sache."
In diesem Sinne,
Bernadette