Interessante Ansicht

helmut-1, Siebenbürgen, Dienstag, 26.05.2015, 18:08 (vor 3886 Tagen) @ Bernadette_Lauert3131 Views

Imponiert mir irgendwie, Deine Beurteilung der Sache. Über die Verwendung von Schärf bin ich nicht besonders glücklich, allerdings spielt da auch etwas Lokalpatriotismus mit.

Das Thema "Führergeburtstag" auf die Schippe zu nehmen, - das finde ich generell gut. Allerdings könnte man das auch mit etwas mehr Geist machen. Auch ich stelle derlei "Pfui-Themen" ad absurdum, indem wir bei uns zuhause öfters mal an diesem Termin die Blasmusik zu Gast haben, - mit schönem Gegrilltem und gekühlter Flüssigkeit. In der Regel ist das das erste Aufflammen im Freien nach kürzerem oder längerem Winter.

Fragt man mich (in Siebenbürgen fragt ohnehin niemand), nach dem Datum und der Bedeutung des Feierns, - dann antworte ich immer, dass das unser Frühlingsfest wäre. Wenn mir dann jemand sagt, dass der Frühlingsanfang schon einen Monat zurückliegt, dann reagiere ich derart, dass ich grade feststelle, mich im Monat geirrt zu haben...

Ums klar zu sagen: Ich geile mich nicht an einem Datum eines Geburtstages auf, der bei manchen verpönt ist, sondern ich veräpple diejenigen, die sogar soweit gehen, die Autobahn von Salzburg nach München nicht zu benützen, weil die damals unter Adolf erbaut wurde.

Dein Vergleich mit Charlie Hebdo ist ok. Man darf nicht mit zweierlei Maß messen. Es gibt gewisse Schranken des Anstands, insbesonders gegenüber andern Religionen, die man respektieren sollte. Ich würde in Indien auch nicht auf eine Kuh öffentlich pinkeln.

Kunst- und Satirefreiheit, - das ist ein gemischter Begriff. Satirefreiheit, - ja. Kunstfreiheit, - das kann man verschieden sehen. Kunst kommt vom Begriff "können". Ich habe da - auch bei diesem Song - eine etwas höherwertige Auffassung von "Kunst". Aber da kann man eben verschiedener Meinung sein, was ich auch respektiere.

Was mich nachdenklich macht, ist Dein Verhältnis zu einer bestimmten Partei. Ich hab dazu eine etwas andere Einstellung. Mit jedem kann ich reden, egal von welcher Partei. Dabei oder danach mache ich mir ein Bild von demjenigen, und dann entscheide ich, ob es für mich einen Sinn hat, mit dem Betreffenden weiter zu reden oder nicht. Aus dieser Sicht habe ich mich mit Leuten der einstigen DKP genauso unterhalten wie mit denen der DVU oder sonst jemanden.

Damals, in meinen Sturm- und Drangjahren, habe ich mich auch mit den Leuten der damaligen APO unterhalten. Altgediente Soldaten der Waffen-SS waren genauso meine Gesprächspartner wie erlebte KZ-Insassen. Ich habe eigentlich niemanden ausgeklammert. Doch, - mit den Sympathisanten der RAF hatte ich keinen Kontakt, - da war ich voreingenommen. Heute bereue ich das, - denn es wäre eine Erfahrung mehr in meinem Leben.

Was ich damit sagen will, ist folgendes: Das Recht der freien Meinungsäußerung ist für mich heilig. Im Sinne von Voltaire und seinem bekannten Spruch:

"Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür geben, daß du es sagen darfst."

Wenn dann aber Unqualifiziertes aus dem Zeitgenossen heraussprudelt, dessen Verifizierung auf erhebliche geistige Schwierigkeiten stößt, dann werde ich wohl kaum auf eine Weiterführung der Diskussion drängen. Aber geistige Vollpfosten gibt es sowohl im rechten Spektrum sowie im linken, genauso aber auch in der Mitte.

Reden kann ich aber mit jedem. Vorurteile kenne ich nicht. Das heißt aber noch lange nicht, dass ich dann die Ziele und Vorstellungen eines Parteimitgliedes, mit dem ich mich unterhalte, auch annehme oder unterschreibe.

Du sagst: "...mit der NPD will ich dann doch nichts gemein haben."

Ich z.B. habe mit der NPD was gemein: Die Satzung.
Auch wir in unserem Kulturverein haben eine Satzung, die NPD natürlich auch. Dass unsere Satzung ganz anders aussieht als die der NPD, dürfte klar sein. Aber ich hab doch was gemein mit dieser Partei: Beide haben wir eine Satzung.

Übrigens: Auch Adolf (egal welcher) trug Unterhosen. Ich übrigens auch.


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