NPD-Veranstaltung

Nico, Mittwoch, 27.05.2015, 04:24 (vor 3886 Tagen) @ Broesler2875 Views

Vielleicht hast du ja recht, in solchen Angelegenheiten habe ich ungefähr den Spürsinn von einer Dampfwalze. Ich hätte ja vermutet, dass die wirklich „Braunen“ das Lied bestimmt als Majestätsbeleidigung auslegen würden. Dass die Anhänger der NPD mit den „Braunen“ gleichzusetzen sind, entnehme ich nun deiner Anfrage, lieber Broesler. Dass es primitive Nazi-Typen gibt, meine ich schon zu wissen. Selber traue ich mir aber nicht zu, den Anhängern der NPD ein Gesinnungs-Profil zu erstellen. Das Lied habe ich ja auch nur in der naiven Erwartung eingestellt, dass die Leute die das Lied anklicken, es auch genauso lustig finden wie ich. So bin ich halt.

So hoffe ich, dass ich nun halbwegs meinen Vorstellungen entsprechend verstanden werde. Falsch verstanden wäre ich, wenn meine Worte nun vielleicht dahin gehend interpretiert würden, dass ich damit nun etwa in den Chor der „Gutmenschen“ (ich glaube, ich verwende dieses Wort heute zum ersten mal)... , dass ich also in diesen Kindergarten-Chor und dessen Evergreen: „Die ewig Gestrigen“ nun auch mit einstimmen wollte. Solange die Wahl der Partei das einzige Auswahlkriterium ist, solange sind mir die Wähler der NPD eher lieber, als die Wähler der „Etablierten Parteien“. Ich würde mir auch sicher keine Sorgen machen, wenn die NPD mal die 5%-Hürde schafft – im Gegenteil würde mir das eher der Hoffnung Nahrung geben, dass sich endlich mal Widerstand formiert.

Übrigens habe ich ja selbst schon mal die NPD gewählt. Das Wahllokal lag gleich um die Ecke, aber ich habe mit mir selbst gerungen, ob ich es auch aufsuchen sollte, und ich suchte fast schon fieberhaft im Internet um Rat für meinen Entschluss. In der Wahlkabine fand ich auf dem Wahlzettel aber nur für eine meiner beiden Stimmen die Piratenpartei, welche ich zu wählen mir vorgenommen hatte, und so hatte ich nun aus dem Stegreif zu entscheiden, welcher Partei ich die verbleibende Stimme zukommen lassen wollte. Weshalb ich mich nun nicht für die „Linke“ entschieden habe, weiß ich heute nicht mehr, mein Kreuz landete bei der NPD – natürlich waren so auch beide Stimmen verschenkt, wie sich heute jeder denken kann.

Da ich auch schon so schön ins Plaudern geraten bin, möchte ich nun noch den Leser an meiner Erinnerung teilhaben lassen, in welcher ich vor einigen Jahren einem Parteimitglied der NPD kurz kennenlernen durfte. Dieser Herr kannte mich nicht, und als ich mich ihm und seinem Haus näherte, äußerte er mir gegenüber seine Sorge, dass ich ihn vielleicht mit der Absicht aufsuchen würde, irgend eine Form von Anschlag auf ihn zu verüben. Der liebe Mann schilderte mir sogleich die Gründe für sein Misstrauen mir gegenüber anhand von Erlebnissen, welche zu hören mich schon wirklich traurig machten. So eben funktioniert politische Verfolgung – die nötige Drecksarbeit leisten dabei in aller Regel daher-laufende gehirngewaschene Idioten, die wohl gerade nur nichts anderes zu tun haben, und sich mit blöden Parolen bewaffnet moralisch im Recht sehen, fremder Leute Eigentum zu beschädigen. Wirklich erst gesucht, dann noch angestiftet oder gar bezahlt brauchen diese Einfaltspinsel gar nicht erst zu werden; dafür braucht es nur den mit großer Fertigkeit kreierten täglichen Mindcontrol-Cocktail aus der Glotze.

So nahm ich mir gerne die Zeit, mit dem Herrn ein wenig über Politik zu reden, schließlich trifft man im allgemeinen gar nicht so oft Leute, welche überhaupt eine Vorstellung zeigen, was politisch wirklich so los ist. Vielleicht hätte ich diesem feinen Herrn sagen sollen, dass ich es in Betracht ziehe, die Partei zu wählen, für die er sich einsetzt. Seinerzeit erschien es mir aber geboten ihm mitzuteilen, dass ich es kategorisch ausschließe eine Partei zu wählen, welche die Todesstrafe in ihren Wahlprogrammen bejaht. Hoffentlich konnte der Herr diese Begegnung trotzdem als erfreulich in Erinnerung halten. Ich fand ihn auf jeden Fall sympathisch, und habe gerne meinen Respekt ihm gegenüber zum Ausdruck gebracht.

Wie schon gesagt, hatte ich kaum andere Vorstellungen, als dass die Leute das verlinkte Lied bestimmt lustig finden würden. Die bisherigen Reaktionen finde ich interessant, aber im Durchschnitt nicht sehr erfreulich. Ich finde das Lied weiterhin richtig gut. Für mich zeigt es dem verlogenen System die lange Nase. Ein hübscher Einfall – faktisch gibt es nichts, was der Politisch Korrekte an diesem Lied bemängeln könnte. Eher erstaunlich, dass solche Vorwürfe hier in der Diskussion trotzdem versucht werden.

Schöne Grüße

--
... in Wirklichkeit ist ... immer alles ganz anders, als es ... in Wirklichkeit ist ...


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