Warum der Song letztendlich trotz Kunst- und Satirefreiheit meinen "inneren Lackmustest" nicht besteht
Hallo,
ich finde den Song deswegen erst einmal lustig, weil er auf intelligente Weise mit einem Tabu spielt "Hitlers Geburtstag feiern", indem er sich ein historisches Phänomen zu Nutze macht, nämlich Parallelen in der Biografie zwischen Adolf Nazi und Adolf Schärf, dem ehemaligen österreichischen Bundespräsidenten.
In unserer Gesellschaft wird Kunst- und Satirefreiheit so hochgehalten, dass Charlie Hebdo beklatscht wird, wenn sie auf einen wunden Punkt einer anderen Religion eindreschen, nämlich das Verbot ein Bild des Propheten Mohammed zu machen. Das finde ich genauso Banane. Aber insgesamt bin ich eine Freundin der Kunst- und Satirefreiheit. Hab da schon gaaaaanz andere Sachen kursieren sehen.
Wenn ich krasses Zeug aus dem Netz stets moralisch bewerten müsste (was ich weder muss noch mache), dann wäre bei dem Song ein Lackmustest für mich, ob Glatzen auf einer Verfassungsschutz- (...) äääh... NPD-Veranstaltung den gut finden würden... Falls dem so sein sollte, will ich nicht begeistert mitklatschen.
Nachdem sich die Dichterseele doch eigentlich klar vom Führerkult mit den Worten distanziert: "Welchen Geburtstag sollte man denn sonst am 20. April feiern?", dachte ich Glatzen würden da wohl eher nicht klatschen. Keine Ahnung...
Wikipeter hat mir aber verraten, dass der Klampfenspieler im NPD-Umfeld zuhause ist. Auch wenn ich herzlich gelacht habe und das Spiel mit Parallelen auf Schärf lustig finde...
...mit der NPD will ich dann doch nichts gemein haben.
Auf Wikipedia hab ich auch gelesen, dass für Schärf angeblich eine Flüsterparole kursierte: "Wer einmal schon für Adolf war, wählt Adolf auch in diesem Jahr", um die ehemaligen NSDAP-Mitglieder im Lande anzusprechen.
Fazit: Insgesamt bin ich froh, dass ich nicht alles moralisch abschließend bewerten muss, was mir im Netz so unterkommt, sondern Sachen auch mal nur "schmunzelnd zur Kenntnis nehmen kann". Ich dachte, der Typ spielt einen Anti-Adolf-Song. Er ist aber von der NPD. Deswegen klatsche ich aus Prinzip nicht mehr mit, auch wenn der Schmunzelfaktor groß und die Kunst und Satirefreiheit noch größer ist. Ich bin froh darüber gelacht zu haben und bereue nichts.
Gruß, Bernadette