Albern
Das ist ganz sicher kein purer Hass, wie von Ihnen unterstellt; man kriegt nur das Gefühl, dass einem das eigene zu Hause immer fremder wird. Und wenn etwas so schnell geht, wie in den vergangenen 15 Jahren und man gleichzeitig auch seine fünf Sinne beisammen hat und Dinge wahrnimmt, dann schürt das auch Ängste, wenn man Vergleiche anstellt und dann aus dem Jetzt den Vektor noch weiter fortschreibt. Eines kann man ganz gewiss konstatieren:
Viele Menschen, die ihre Wurzeln in anderen Ländern und Kulturen haben und in Deutschland leben, haben bei ihren eigenen Kulturen wenig Abstriche gemacht und sich sehr wenig assimiliert. Das gilt natürlich nicht für alle. Ich spreche täglich mit Menschen, die sich ausreichend assimiliert haben; ich sehe aber auch die andere Seite. Und da fange ich jetzt mit der Häufung der Straftaten von Tätern ausländischer Herkunft erst gar nicht an!
Festmachen kann man das dann halt mit seinen fünf Sinnen. Man sieht, man hört...
Umgekehrt würden die meisten von uns, die sich entscheiden, in einem anderen Kulturkreis leben zu wollen, sich den Gegebenheiten dort weitgehend anpassen. Man würde in Ägypten oder dem Oman ganz sicher niemals auf die Idee kommen, im Meer nackt baden zu gehen, mit Rücksicht auf die dort vorherrschende Kultur. Man würde sich in Ostasien zu Tisch nicht die Nase putzen und sich höchstens einmal den Fauxpas erlauben, Jemandem nur unter Zuhilfenahme einer einzigen Hand aus einer Karaffe ein Getränk nachzuschenken.
Man würde probieren, in der Sprache Fuß zu fassen und so gut wie möglich und so oft wie möglich diese "neue" Sprache nutzen. Man würde für gewisse Situationen ein Feingefühl entwickeln und vermutlich nicht gerade in einem Stadtteil Kairos "deutsche Geschäfte" aneinanderreihen, dass Ägypter das Gefühl bekämen, der Stadtteil gehöre nicht mehr zu ihrem Land...
Solche Feinheiten fehlen mir umgekehrt in meiner Wahrnehmung hier bei uns ganz massiv. Nicht überall, aber man findet sie, ohne akribisch suchen zu müssen.