Nein, ich werde nicht anfagen zu malen und auch keine Rosen züchten ...
Hallo Positiv,
(erstaunlich, dass Du Dich so nennst, in diesem Kontext)
Wir leben in einer interessanten Zeit. Der Wahnsinn lacht einen an, egal,
wohin man schaut.
Es hilft, auf dem Lande zu leben; zumindest in der ausgeprägten Peripherie. Dort ist es weniger »interessant«, es gibt mehr Gemeinschaftlichkeit (das Wichtigste von Allem und mein persönliches »ein-Wort-Programm«, wenn ich solches Formulieren müsste.
[Langes, zutreffendes Lamento gelöscht.]
Ich interpretieren Deinen Zustand als ein Deja Vue meines, auch hier beklagten Zustandes im letztem Herbst.
Eventuell, recht sicher sogar, ist die Ursache eine Andere, aber in den Folgen durchaus vergleichbar.
Ich bin fuer alle diesbezueglichen Gedanken und Anregungen dankbar.
Beschaeftigen Euch diese Fragen auch? Wie geht ihr damit um?Es fragt und gruesst ein momentan bedrueckend ratloser
Positiv.
Gerne teile ich meine »Rat« mit Dir und der hiesigen Gemeinde.
1. Betäube Dich nicht!
Egal was Du machst oder lässt, bleibe bei Bewusstsein. Es tut wahrscheinlich weh, macht Ratlos, aber Du bleibst Mensch, bleibst »in der Verantwortung«, zumindest für Dich und Deine Lieben.
2. Definiere für Dich sinnvolle Projekte und gehe diese an.
Es ist egal, welche Erfolgsaussichten diese momentan haben mögen. Sie geben Deinem Leben Halt, Struktur, Sinn und Dir (auch gegenüber Dritten) Bedeutung im Sinne von Relevanz.
Wir haben hier im Ort eine nicht mehr junge Frau, die sich immer auffällig kleidet. Ich habe sie danach gefragt und sie meinte dazu: 'Ich will eine Lächeln, ein Stirnrunzeln beim Gegenüber erzeugen. Nur nicht diese Gleichgültigen Gesichter sehen.' Dafür zieht dann schon mal mit unterschiedlich gefärbten Gummistiefeln zur Arbeit. Ich freue mich auf die nächste Überraschung, wenn ich ihr begegne.
3. Sei und bleibe authentisch
Verbiege Dich nicht aktiv, und weiche dem Druck möglichst elegant aus.
Das hört sich viel einfacher an, als es ist und bedarf eines Lebens der Übungen. Aber es ist die Mühe Wert.
4. Habe und bewahre Freunde, sei für sie da, mache etwas mit Ihnen
Das ist da Wichtigste! Familie sucht man sich nicht aus, ist immer auch eine Art Notgemeinschaft, während eine Freundschaft auch eine Schicksalsgemeinschaft sein wird, eine echte Freundschaft jedenfalls.
Ich kann Dir nicht mehr raten, kenne keinen Gott, nur eine Alternative zum System, die ich befürworte; Ich lebe mit einer Frau zusammen, die ich aufrichtig und zutiefst liebe; Kinder, deren aktuelle Entwicklung ich nicht verstehe und die mich sehr stressen und die ich dennoch liebe. Meine Familie ist über die westliche Hemisphäre verteilt, wir sehen uns selten bis gar nicht.
Ich habe ein paar Freunde, wertvoll für mich, die mir helfen, mein Leben zusammen zu halten.
Ich sende Dir meine Kontaktangaben, falls Du Lust haben solltest, Dich zu unterhalten. Ich würde mich freuen.
Alles Gute für Dich, ich kann Dich sooooo gut verstehen.
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"Journalism is printing what someone else does not want printed. Everything else is public relations." - George Orwell
Arvid