Vor den Enkeln weinen? Du kommst doch nicht mal an die Kinder ran!
Und doch fuerchte ich mich davor, eines Tages von meinen eventuellen
Enkeln gefragt zu werden, warum ich/wir damals nicht mehr dagegen/dafuer
getan haben. Warum wir nicht den Anfaengen der globalen Diktatur des
Wahnsinns wehrten, als es noch die Chance dazu gab. Als noch Menschen
lebten, denen bewusst war, was wir alles auf- und abgegeben haben.Wie und was kann ich meinen Enkeln eines Tages antworten, ohne, dass mir
die Traenen in die Augen steigen und ich beschaemt und schweigend zu Boden
sehen muss?
Hallo Positiv,
das hast Du alles sehr treffend beschrieben.
Richtige Antworten habe ich auch nicht... außer dem "Segen der frühen Geburt" (freie Abwandlung eines klugen Kohl-Zitats).
Aber zu Deiner Larmoyanz bezüglich der Enkelchen muss ich als erprobter, mehrfacher Vater und Opa was schreiben.
Was willst Du den Enkelchen denn vorweinen?
Das ist für Dich sicher noch sehr lange hin... dann wäre ja alles mal wieder mal "joot jejange" und es gäbe nichts zu entschuldigen.
Aber nun mal zur täglichen Praxis.
Du kommst doch nicht mal an die Kinder um die 30 ran mit Deinen (guten) Gedanken!
Das weiß ich nicht nur von mir, sondern auch von anderen Eltern Ü50/Ü60.
Die Kinder stecken bis zum Hals im Hamsterrad, der Kinderaufzucht, der täglichen Nachschuldnersuche und dem Hüttenbau... dass sie sich nach einem "Gelben Gespräch" nur umdrehen und sagen "Der/die Alte hat mir mit seinen Untergangsparolen mal wieder die Ohren vollgebrummt. Immer die gleiche Leier...
"
Ähnlich war es mit meinen Vorfahren/Schwiegervater/-Opa.
Die erzählen mir auch immer wieder die gleichen Geschichten vom Russland-Feldzug und der anschließenden Gefangenschaft... oder der abenteuerlichen Flucht über die Ostsee. Das haben meine Eltern clever in letzter Sekunde gemeistert... aber weit nach der Gustloff!
Das hatte was… lasse ich mir auch heute immer wieder gerne von meiner Mutter (89) erzählen.
Nervte vor 35 Jahren irgendwie... aber es gab immer reichlich kostenlose geistige Getränke beim Gespräch, also hielt ich tapfer durch, manchmal bis zum Kotzen wg. der verschiedenen Getränke.
Am nächsten Tag brummte mir der Kopf dann sogar doppelt
Da kommst Du an der realen "Aufklärungsfront" kaum weiter... die Kinder nicken nett und sind sofort wieder bei ihren eigenen Problemen.
Halbwegs zielführend reden kann ich im realen Leben nur mit einer Handvoll Menschen... alle 55-70.
Mit den "Jüngeren" rede ich kaum noch über Dein Thema... bringt mir nur Verdruss.
Wie sind Deine Erfahrungen beim Gespräch mit Deinen volljährigen Kindern?
Beste Grüße
Hasso