Dein Fluchtversuch in die rein aktivische Systemanalyse
Hallo Zarathustra,
weder ergänzt du Paul C. Martins Machttheorie, noch präzisierst bzw optimierst du sie im Einklang mit den Erkenntnissen der Physik und Naturwissenschaft. Die Köpfe, die du nennst, greifst du nicht aus argumentativen Gründen auf, sondern lediglich durch scheinbare Argumentationsketten von Paul C. Martins Machttheorie abzulenken.
Deine Annahme, dass das System, in welchem wir leben, durch eine lediglich die Handlungen (aktiven Potenzen) und Kommunikationen der Funktionseinheiten analysierende Systemtheorie beschrieben werden kann (mehr schafft die autopoietische Systemanalyse nicht), lässt in Wahrheit eine konsequente Ablehnung der von Paul C. Martin erklärten Machttheorie erkennen.
Sätze wie „Ihr wollt doch alle nur den absolut unhaltbaren heutigen Zustand verlängern. Das ekelt mich an.“ erklären im Gegensatz zu deinem Missbrauch des Satzes eben nicht, dass Paul C. Martin das Zentralmachtsystem in seiner institutionalisierten Existenz verneint, sondern dieses durch ihn beschriebene System im tiefsten Inneren, kraft des gesunden Menschenverstandes, abzulehnen versuchst. Du mein lieber Zarathustra gaukelst dem Leser jedoch vor, dass er gar keine Funktionseinheit einer Zentralmachtordnung ist.
Du bist eben kein Fürsprecher von Paul C. Martin, sondern greifst ihn nur insoweit auf, wie er deiner Simulation einer Dezentralmachttheorie dienlich ist. Du hast weder seine Erkenntnisse über die Passivität des Geldes verstanden, noch folgst du seiner im späteren Verlauf der Forenhistorie im Detail erklärten Theorie der in Zentralmachtbereichen zur Abgabe gezwungenen Funktionseinheiten.
Wie lautete das Gegenargument noch? Lass mich überlegen. Ach ja, "Die Schweizer zahlen freiwillig und gerne Steuern!" Diese schwachen Dogmen sind der fehlenden Erkenntnis geschuldet, dass der Wille der Masse von Anfang an durch eine im Rückenmark des unterworfenen Individuums sitzenden Angst (basierend auf gewaltsamer Basis der Gesellschaft, Unterwerfung / Krieg / Kriegsgefahr) und der Simulationen eines hoffnungsvollen Morgen (Einkommen, Vermögen, Sicherheit) "geleitet" wurde und noch heute geleitet wird.
Indem du behauptest, dass die Rechtsräume und Organe in den Zentren genauso existent sind, wie die Organe im Zentrum meines Organismus, wird deutlich, dass dir die intellektuelle Weitsicht auf das Zentralmachtsystem fehlt. Es geht bei Dottores Machttheorie eben nicht um die Beschreibung der Wechselwirkungen (aktiven Potenzen) von biologischen Einheiten, sondern um die Beschreibung institutionalisierter Potenzialbeschränkung (Entmächtigungen) der Individuen, um die auf Zentralmacht basierende Schaffung der Funktionseinheiten (Abgabepflichtigen).
Die Potenzialherkunft erklärt nicht, wer das Potenzial gegenwärtig hat, wer es realisieren kann. Nach der Zerschlagung der Gemeinschaften wird der Zentralmacht das Potential durch die fortan ohnmächtigen Individuen verliehen, werden Forderungen der Diener- und Gefolgschaft gegenüber der Zentralinstanz begründet. Die Zentralinstanz raubt sich zwecks Expansion und Institutionalisierung das Potential (Macht, Möglichkeiten) von den Unterworfenen und schenkt den verängstlichten Menschen im Gegenzug das Versprechen einer auf Fürsorge, später Rechtsräume (Simulation von Freiheit). Die ehemals freien Menschen werden einzig und allein in Rechtsräume gesperrt (so auch das Eigentumsrecht), um aufgrund ihrer steigenden Forderungen an der Illusion einer fürsorglichen Zentralmachtordnung festhalten zu können (Recht = Befugnis = Machtzession).
Du beschränkst dich in deinen Texten lediglich auf die aktive Potenz (Handlungen, Realisation von Möglichkeiten, Wirkungen), nicht auf die Frage, wie das System, welches die Potentiale ordnet, aufgebaut ist. In deinen Simplifizierungen wird in der Vorstellung des Lesers alles aktivisch umgerührt, statt den gegenwärtigen Zustand, die zentralistsiche Ordnung und Beschränkung der Potentiale zu berücksichtigen. Paul C. Martin hat im Gegensatz zu dir nicht versuchst, die Zentralmacht zu verneinen, sondern sie als das wahre Monstrum zu erklären, welches seinen Ekel erst begründete.
Ein Ereignis ist immer und ausschließlich eine Potenzialentfaltung. Ohne Potential (Macht), kein Ereignis. Nun aber gilt es zu begreifen, dass, im Gegensatz zum beobachtbaren Ereignis (der Aktivität der Funktionseinheiten), das die Aktivitäten begründende Potential kein Eigenpotential ist, sondern ein durch die Zentralmachtordnung eingeräumtes Potential (Machtzession, Befugnis, Recht). Dein Quatschartikel bzgl. eines wählenden US-Schwarms macht deutlich, dass du die Machtpositionen der Funktionseinheiten von dieser Machtzession zu trennen versuchst. Es soll ja jeder daran glauben, dass die Masse einen freien Willen hat, der das System als solches beeinflusst. Es darf bloß keiner darauf kommen, dass die Masse der Funktionseinheiten ihren Willen simuliert, dass die Wahl der Massen in Wahrheit die Akzeptanz der Zentralmacht widerspiegelt.
Im Gegensatz du deiner den Leser irritierenden Suggestion will die Masse nicht am gegenwärtig unhaltbaren Zustand festhalten, sondern an ihrer durch Zentralmachtsystem simulierten Hoffnung auf eine selbstbestimmende Zukunft. Du hast die Simulationskraft des Systems nichts verstanden. Der Masse ist das ihr Potential raubende Wesen der Zentralmachtordnung gar nicht bewusst. Sie wurden in eine Simulation, einen Gesellschaftsvertrag (einen Glauben an den alle Einheiten lenkenden Willen nach Einvernehmen) entführt.
Und natürlich setzt du den Willen mit der Macht gleich (Zarathustra: "Wenn Du willst, hast Du die Macht dazu. Wenn nicht, dann nicht.") Die systematische Beeinflussung des Willens seit Unterwerfung der Individuen durch Zentralinstanz und dem auf Zentralmacht basierenden Zwang zur Abgabe (Individuum nun Funktionseinheit) soll von dir ausgeblendet werden. Der Wille, welchen du als eine sich von der Masse durchfressende Kraft zu erklären versuchst, ist in Wahrheit durch die Zentralmachtordnung erzwungen und durch ihren Raub beeinflusst. Niemand müsste Rechte wollen, wenn es keine Zentralmacht gäbe, die dazu im Stande ist, ihn zu befugen (Rechte einzuräumen).
Entgegen deiner Erklärung gibt es keine Willenszentrale. Der Wille der Massen ist systematisch beeinflusst, da der Wille vom Potenzial abhängig ist. Und eben dieses wurde der Masse geraubt, weshalb sie ohnmächtig ist, solange das Zentralmachtsystem finanzierbar ist und die simulativen Kräfte (Hoffnung, Wohlstand, Sicherheit, Gerechtigkeit etc.) weiterhin wirken. Was danach kommt, wissen wir nicht. Die Revolution der Masse ist jedoch immer ein zentralistisch gerichteter Ruf nach einer neu besetzten Zentralmachtordnung. Man glaubt halt daran, dass frischer Wille etwas am Potenzialraub der Massen ändern wird.
Und der Organismus ist eben kein Wettstreit widerstreitender Willenskräfte. Woher du diesen esoterischen Quatsch hast, sei mal dahin gestellt. Der Organismus bezeichnet das "System der Funktionseinheiten als Ganzes". Mehr nicht. Funktionseinheiten haben nicht zwingend einen Willen, sondern sind einfach nur funktionell und im systematischen Sinne kommunikativ. Für einen eigenen Willen der Funktionseinheiten bedarf es eines Bewusstseins, und zwar über das "System der Funktionseinheiten".
Du behauptest, dass die Masse das Steuersystem erschaffen hat und es erhält. Und an dieser Behauptung merkt der aufmerksame Leser, dass es dir wieder nur um die aktivische Analyse der Funktionseinheiten geht. Der Wille der Masse (Anzahl an Individuen, Funktionseinheiten) ist seit der Zerschlagung der akephalen Gemeinschaften und Unterwerfung durch Zentralinstanz von den Zwängen und Simulationen der Zentralmacht geleitet.
Herzlichst,
Ashitaka
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Der Ursprung aller Macht ist das Wort. Das gesprochene Wort als
Quell jeglicher Ordnung. Wer das Wort neu ordnet, der versteht wie
die Welt im Innersten funktioniert.